Bei den Elektroautos des chinesischen Autoherstellers GAC gab es in den vergangenen Monaten immer wieder Probleme mit den LFP-Batterien, die GAC von dem ebenfalls chinesischen Batteriehersteller CALB (China Aviation Lithium Battery) bezieht. Letzterer reagiert nun offenbar und verschärft seine Standards in der Qualitätssicherung.
Seit Jahresbeginn häuften sich Beschwerden über aufgequollene Batteriezellen, die vor allem ein Modell der GAC-Marke Aion betrafen. In den chinesischen Medien war sogar die Rede von „Bananenbatterien“, weil sich die Module mit den aufgeblähten Zellen teilweise krumm wie eine Banane gebogen haben sollen, sobald man sie aus dem stabilisierenden Batteriepack entfernte.
Sowohl GAC als auch der Batterielieferant CALB haben sich vergangenen Monat für die defekten Batterien entschuldigt. Während GAC die Batteriegeräte für betroffene Elektroautos auf acht Jahre bzw. 300.000 Kilometer erhöhte, versprach CALB kostenlose Wartungs- und Inspektionsdienste.
Verschärfung der Qualitätsstandards
Laut einem Bericht des chinesischen Automobilmagazins „Future Auto Daily“ hat CALB jetzt zusätzliche Maßnahmen eingeleitet, um ähnlichen Vorfällen vorzubeugen. Ein anonym zitierter Mitarbeiter erklärte, der Batteriehersteller wolle unter anderem die Rückverfolgbarkeit in der Fertigung sowie die Produktverifizierung verbessern, wodurch Qualitätsprobleme bereits vor der Serienfertigung entdeckt werden sollen. Kommt es dennoch zu Vorfällen, können später die entsprechenden Chargen einfacher identifiziert werden.
In der Qualitätssicherung will sich CALB laut dem Bericht bei den Toleranzwerten in der Elektrodenbeschichtung am Branchenführer CATL orientieren und Werte einhalten, die über den staatlich definierten Toleranzbereichen liegen. Zusätzlich soll beim wichtigen Elektrolytabfüllprozess die Qualitätskontrolle verschärft werden. Während bislang einmal täglich eine Probe entnommen wurde, bevor die Zellen verschlossen wurden, soll nun für jede produzierte Zellrolle eine Chargenprobe entnommen werden.
Warnung vor Risiken kurzer Entwicklungszyklen
Chinesische Hersteller kämpfen mit einem harten Preis- und Zeitdruck, weshalb es in der Kontrolle und Qualitätssicherung oftmals zu Kürzungen kommt. In der Vergangenheit ist immer wieder Kritik im Zusammenhang mit einer Batterieproduktion aufgekommen, die sich vor allem auf Kostenreduktion und kurze Entwicklungszyklen konzentriert. Dabei wurde vor potenziell unsicheren Batterien gewarnt, die das Risiko bergen, im Flottenbetrieb schneller zu altern als erwartet.
CALB selbst ist in Europa zwar weniger bekannt, hatte laut der jüngsten Veröffentlichung des südkoreanischen Analyseunternehmens SNE Research im ersten Halbjahr 2026 aber einen Marktanteil von 5,1 Prozent. Damit landete der Hersteller auf Platz vier hinter CATL (39,9 Prozent), BYD (14,4 Prozent) und LG Energy Solution (8,6 Prozent). In China beliefert CALB hauptsächlich Hersteller wie GAC Aion, Changan, Geely, Xpeng und Leapmotor. Zu den wichtigsten internationalen Kunden gehören laut einem Bericht der Automobilwoche Volkswagen, Toyota und Hyundai.
Quelle: Automobilwoche – Defekte Batterien bei GAC: Zellfertiger CALB reagiert








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