Speicher-Hochzeit: So verbindet BMW Akku und Karosserie

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Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Das BMW Group Werk Regensburg hat einen weiteren Schritt auf dem Weg zur Neuen Klasse absolviert. Vom 8. bis 30. August stand die Produktion für drei Wochen still, in dieser Zeit setzte der Standort mehrere hundert Struktur- und Umbaumaßnahmen um. Im Zentrum stand die Integration einer neuen Vormontage für Energiemodule, kurz VEM, in die Fahrzeugmontage, wie der Hersteller mitteilt. Seit Anfang dieser Woche läuft die Fertigung der aktuellen Modelle BMW X1 und BMW X2 wieder im gewohnten Takt (1400 Fahrzeuge täglich), während die neu geschaffenen Anlagen bereits für die kommende Fahrzeuggeneration bereitstehen.

VEM steht für Vormontage Energiemodule und beschreibt den Produktionsschritt, in dem Hochvoltbatterie und Karosserie fest miteinander verbunden werden. In der Branche hat sich dafür der Begriff Speicher-Hochzeit etabliert, angelehnt an die klassische Hochzeit in der Fahrzeugmontage, bei der Antriebseinheit und Karosserie zusammengeführt werden. Bei den kommenden Modellen der Neuen Klasse übernimmt künftig das Energiemodul diese Rolle und wird selbst Teil der tragenden Fahrzeugstruktur.

Der Ablauf beginnt in einem neu errichteten Hochregallager, das direkt neben der neuen Linie entstanden ist und Energiemodule für eine komplette Tagesproduktion aufnehmen kann. Von dort gelangen die Hochvoltspeicher vollautomatisch über eine Förderbrücke in der passenden Reihenfolge und zum richtigen Zeitpunkt an die neue Vormontage. Ein Greiferportal entnimmt die Module anschließend aus den Transportbehältern und legt sie auf das eigens installierte VEM-Band.

Anschließend verschrauben Roboter die Karosserie mit dem Energiemodul und stellen so die feste Verbindung her, bevor die Fahrzeuge in den regulären Förderstrom der Montage einlaufen. Anders als bisher findet diese Verbindung bei der Neuen Klasse bereits am Anfang der Fahrzeugmontage statt und nicht erst zu einem späteren Zeitpunkt im Produktionsprozess.

Umbau reicht weit über die Montage hinaus

Die neue Vormontage ist nur ein Teil der Anpassungen, die während der Produktionspause umgesetzt wurden. Betroffen waren neben der Fahrzeugmontage auch Presswerk, Karosseriebau, Lackiererei und Logistik. Mehr als 1000 Beschäftigte von Partnerfirmen waren dafür zusätzlich zur Stammbelegschaft auf dem Werksgelände im Einsatz. Besonders umfangreich fielen die Eingriffe in der Fahrzeugmontage aus, wo jede einzelne Produktionsanlage ein Update erhielt.

Ziel der Umrüstung ist es, alle BMW Modelle und Antriebsarten einschließlich der Neuen Klasse künftig flexibel auf denselben Linien im Regensburger Werk fertigen zu können. David Heiduk, Leiter Planung der BMW Group Werke Regensburg und Oxford sowie Technologieprojekte Kompaktklasse, bringt es auf den Punkt: „Wir bauen heute die Montage für die Fahrzeuge von morgen.“ Mit dem Umbau schaffe der Standort die Voraussetzungen für die Neue Klasse, heißt es weiter, gleichzeitig werde der Standort Regensburg gestärkt und gezielt in moderne, flexible Produktionsstrukturen investiert.

Quelle: BMW – Pressemitteilung

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Sebastian Henßler

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Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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