Nach langer Verzögerung: CATL fährt Batteriewerk in Ungarn hoch

Nach langer Verzögerung: CATL fährt Batteriewerk in Ungarn hoch
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Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
  —  Lesedauer 2 min

Der chinesische Batterieriese CATL treibt den Hochlauf seines neuen Werks im ungarischen Debrecen voran – allerdings deutlich holpriger als ursprünglich geplant. Wie die Automobilwoche berichtet, soll der Standort nach Verzögerungen, Genehmigungsproblemen und Eingriffen der Arbeitsschutzbehörden nun schrittweise in die Zellproduktion starten. Batteriemodule werden in Debrecen bereits gefertigt.

Das Werk gehört zu den größten Batterieprojekten Europas. CATL hatte Investitionen von rund 7,3 Milliarden Euro angekündigt. Zunächst ist die Zellfertigung auf etwa 40 GWh Jahreskapazität ausgelegt, langfristig sind bis zu 100 GWh vorgesehen.

Der Zeitplan ist allerdings deutlich aus dem Takt geraten. Noch Ende vergangenen Jahres hatte CATL den Serienstart der Zellproduktion für März oder April 2026 in Aussicht gestellt. Tatsächlich lief zunächst nur die Herstellung von Batteriemodulen an. Die dafür benötigten Zellen kamen bislang aus anderen CATL-Werken.

Arbeitsschutz und Genehmigungen bremsen

Zu den Verzögerungen kamen Probleme beim Arbeitsschutz. Bei mehreren Beschäftigten wurden erhöhte Nickelwerte festgestellt. Die ungarischen Behörden untersagten daraufhin vorübergehend Arbeiten in Teilen des Zellfertigungsgebäudes. Bei Kontrollen waren unter anderem Defizite bei der persönlichen Schutzausrüstung festgestellt worden.

Parallel dazu hakte es bei den Nutzungsgenehmigungen. Während für einen ersten Bauabschnitt inzwischen grünes Licht erteilt wurde, wurde die Genehmigung für einen weiteren Abschnitt zunächst wegen formaler Mängel abgelehnt. Zuvor hatte es bereits Diskussionen um Umweltauflagen gegeben.

Die Verzögerungen haben auch Folgen für Kunden. Mercedes-Benz wollte Batterien für den neuen elektrischen Van VLE ursprünglich aus Debrecen beziehen. Weil die Zellfertigung nicht rechtzeitig bereitstand, werden entsprechende Komponenten vorerst aus China geliefert. Die zusätzlichen Kosten übernimmt nach Informationen der Automobilwoche CATL. BMW soll ab 2027 Zellen aus dem Werk erhalten.

Strategisch wichtiger Standort

Trotz aller Schwierigkeiten bleibt Debrecen für CATL und die europäische Elektromobilität strategisch bedeutend. Nur wenige Kilometer entfernt produziert BMW den neuen iX3 auf Basis der Neuen Klasse. Für CATL ist Debrecen zudem erst der zweite eigene europäische Zellstandort nach dem Werk bei Erfurt.

Der chinesische Konzern ist mit großem Abstand der weltweit größte Hersteller von Batteriezellen für Elektroautos und baut seine Präsenz in Europa damit weiter aus. Gerade vor dem Hintergrund des Ziels vieler Automobilhersteller, Batterien stärker regional zu beziehen, kommt dem Standort große Bedeutung zu.

Der schwierige Hochlauf zeigt allerdings auch, dass Milliardeninvestitionen allein keine reibungslose Produktion garantieren. Gelingt CATL nun der Übergang zur Zellserienfertigung, könnte Debrecen dennoch zu einem der wichtigsten Batteriestandorte Europas werden.

Quelle: Automobilwoche – CATL: Grünes Licht für Testbetrieb in umstrittener Ungarn-Fabrik

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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