Das Ende von ID? VW verspricht neue Namen

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Volkswagen

Hannes Dollinger
Hannes Dollinger
  —  Lesedauer 4 min

Die Ära der ID.-Kürzel für Volkswagens Elektromodelle könnte zu Ende gehen. Künftige E-Autos aus Wolfsburg sollen wieder „richtige Namen“ tragen, sagt Martin Sander, der seit Juli 2024 Vertriebschef im VW-Konzern ist. Die neue Namensgebung soll einer der Punkte der überarbeiteten E-Auto-Strategie sein, die Martin Sander im Interview mit Auto und Wirtschaft erläuterte. Außerdem justiert der Konzern seine Vertriebsmodelle und bekräftigt ambitionierte Ziele in der Elektromobilität.

Verraten wollte er noch nichts, doch die Aussage war klar: „Die Autos bekommen wieder richtige Namen.“ Gemeint sind die künftigen kompakten Elektro-Modelle von VW, die als Konzepte unter den Namen ID. EVERY1 und ID. 2all vorgestellt wurden. Wie diese genau lauten werden, wird allerdings erst mit der Markteinführung der jeweiligen neuen Modelle bekannt gegeben. Fest steht jedoch, dass der für 2027 geplante ID. EVERY1 mit einem angestrebten Einstiegspreis von 20.000 Euro als Volumenmodell auf den Markt kommen wird.

Bereits 2026 soll der vormals ID.2 genannte elektrische Polo-Nachfolger für ca. 25.000 Euro kommen. Dieser werde „das Herzstück des europäischen Marktes und das, wofür Volkswagen steht.“, so Sander. Volkswagen ist zuversichtlich, diese Preise halten zu können und bei den Modellen profitabel zu sein. Möglich machen dies laut Sander die positive Entwicklung der Batteriepreise sowie eine konsequente Überprüfung aller Kostenpunkte und der Einsatz neuer Produktionsmethoden.

Mit diesen Autos will Volkswagen insbesondere die Nachfrage nach Elektroautos im preissensibleren Segment, auch in Südeuropa, deutlich steigern. Das aktuelle Portfolio, bestehend aus dem kompakten ID.3, den SUV-Modellen ID.4 und ID.5 sowie dem auf Langstreckentauglichkeit ausgelegten ID.7, findet laut Sander bereits guten Anklang. Nicht umsonst hat man in Europa Tesla abgelöst und führt die Zulassungsstatistiken bei den Elektroautos an. Beeindruckend ist die Aussage, dass in Europa schon jetzt mehr ID.7 als Passat-Modelle verkauft werden. Auch der ID. Buzz, der vor allem in den USA beliebt ist, spielt eine wichtige Rolle für die Marke.

E-Mobilität als Zukunftskurs

Auch wenn die EU den Herstellern bei den CO2-Zielen zuletzt etwas mehr Luft verschafft hat, hält Volkswagen unbeirrt an seiner batterieelektrischen Ausrichtung fest. Im Interview sagt Sander unmissverständlich: „Für uns ist klar: Die Zukunft wird batterieelektrisch sein.“ Der Konzern hat den klaren Anspruch, auch in der Elektromobilität die Marktführerschaft zu übernehmen. Die bestehende EU-Gesetzgebung, die ein Verbot von Verbrennungsmotoren ab 2035 vorsieht, dient dabei weiterhin als Grundlage für die Unternehmensplanung. Sander zeigt sich überzeugt, dass sich E-Autos aufgrund ihrer Produkteigenschaften durchsetzen werden.

Eine besondere Herausforderung stellt für VW der chinesische Markt dar. Dort ist der Wettbewerb im Segment der Elektroautos extrem preisgetrieben, und selbst neue Modelle werden von Konkurrenten oft mit erheblichen Preisnachlässen angeboten. Dies spürt auch der ID.7. Volkswagen will sich in diesem schwierigen Umfeld jedoch nicht auf kurzfristige Markterfolge durch Preiskämpfe einlassen, sondern verfolgt einen nachhaltigen Plan. Ab 2026 plant der Konzern, seine Marktposition in China mit einer neuen Generation speziell für den chinesischen Markt entwickelter Elektroautos zu stärken. Gleichzeitig betont Sander, dass Volkswagen im nach wie vor profitablen Segment der Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor in China weiterhin klarer Marktführer ist und dieses Portfolio schrittweise hybridisiert, um es in eine starke Flotte elektrifizierter Fahrzeuge zu transformieren.

Kehrtwende im Vertrieb

Eine wesentliche strategische Anpassung erfolgt bei VW im Vertrieb von Elektroautos. Volkswagen wird im Einzelkundengeschäft vom sogenannten Agenturmodell wieder zum traditionellen Handelssystem zurückkehren. Sander sagt, dass das Flottengeschäft in Deutschland seit mehr als zwei Jahrzehnten hervorragend im Agenturmodell funktioniert und auch so beibehalten werden soll. Im Privatkundengeschäft wurde die Agentur zwar in mehreren Ländern pilotiert, doch die langsame Verbreitung der Elektromobilität hätte zur Folge gehabt, dass zwei Vertriebssysteme länger als geplant parallel betrieben werden müssten. Dies sei mit einer hohen Komplexität verbunden und hätte sowohl bei Volkswagen als auch bei den Handelspartnern erhebliche Kapazitäten langfristig gebunden.

Die Entscheidung für die Rückkehr zum bewährten Einzelhandelssystem wurde gemeinsam mit den Handelspartnern getroffen. Sie wird als die kurz- und mittelfristig bessere Alternative angesehen, die den Partnern zudem mehr unternehmerische Freiheiten einräumt. Sander unterstreicht die Bedeutung eines starken und motivierten Händlernetzes als ein großes Plus für das Unternehmen. Langfristig, so Sander, bleibe die Agentur jedoch das Zielbild für den Vertrieb.

Quelle: Auto und Wirtschaft – „Autos bekommen richtige Namen“

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Hannes Dollinger

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Hannes Dollinger schreibt seit Februar 2023 für Elektroauto-News.net. Profitiert hierbei von seinen eigenen Erfahrungen aus der Welt der Elektromobilität.

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