Die Volksrepublik China hatte Lithium-Ionen-Batterien in den vergangenen elf Jahren steuerlich stark begünstigt. Das wird sich nun jedoch bald ändern. Zum 1. September 2026 wird eine neue Verbrauchsteuer von zwei Prozent auf Lithium-Ionen-Batterien, Lithium-Primärbatterien, Nickel-Metallhydrid-Batterien, quecksilberfreie Primärbatterien und Vanadium-Redox-Flow-Batterien erhoben.
Zum 1. September 2027 soll diese dann noch einmal auf vier Prozent angehoben werden. Auch für Solarzellen ist ab April 2027 eine derartige Regelung vorgesehen, bei der zunächst eine zweiprozentige Verbrauchsteuer eingeführt wird, die dann im Folgejahr auf vier Prozent steigt.
Grundsätzlich gilt in China bereits seit Februar 2015 eine Verbrauchsteuer von vier Prozent auf Batterieprodukte, von der besagte Batterietypen bisher jedoch ausgeschlossen waren. Die jetzt angekündigte Neuregelung geht aus einer Mitteilung hervor, die vom chinesischen Finanzministerium zusammen mit der Zollverwaltung und der Steuerbehörde herausgegeben wurde.
Natrium- und Feststoffbatterien sind in Zukunft steuerfrei
Aus der Mitteilung geht aber auch hervor, dass Natrium-Ionen-Batterien, Feststoffbatterien und Brennstoffzellen bis Ende 2028 komplett von der Verbrauchsteuer befreit sein werden. Zudem sollen im Solarbereich zusätzlich neuere Zelltypen wie Perowskit-, Tandem- und Galliumarsenid-Zellen steuerfrei werden.
Das ist insofern bemerkenswert, als Natrium-Ionen- und Feststoffbatterien bisher nicht auf der Ausnahmeliste standen und regulär mit vier Prozent besteuert wurden. Mit der neuen Regelung wird diesen Batterietypen also erstmals ein klarer Kostenvorteil gegenüber der etablierten Lithium-Ionen-Technologie verschafft.
Um auch tatsächlich von den Steuerbefreiungen profitieren zu können, müssen Hersteller Batterieprodukte entsprechend der in China geltenden Standards produzieren. Außerdem müssen noch vor der Erstbeantragung Konformitätsprüfberichte vorgelegt werden. Hersteller wie BYD und CATL planen ab 2027 erstmals die Anwendung von Feststoffbatterien in E-Autos.
Darum verschiebt China gerade jetzt seine Steuern
Die neue Regelung zur zukünftigen Besteuerung von Batterieprodukten kommt nicht isoliert, sondern ist Teil einer größeren Initiative, bei der Förderungen, welche die NEV-Industrie in China bisher erhalten hatte, zurückgenommen werden. So hatte China bereits Anfang Juli angekündigt, dass ab 2027 auch Kfz- und Schiffssteuervergünstigungen für batterieelektrische Nutzfahrzeuge, Plug-in-Hybride und weitere E-Auto-Typen gestrichen werden.
Staatliche Subventionen und Steuervorteile sind einer der Wege, mit denen China es schafft, aggressiv neue Märkte zu erschließen und seine Industrien hochzufahren. Inzwischen hat der NEV-Markt in China jedoch eine hohe Marktreife erreicht. Der China Passenger Car Association zufolge machten NEVs 2025 mit 16,5 Millionen Autos sogar erstmals mehr als die Hälfte aller Neuwagenverkäufe im Land aus.
Dieser Anteil sei in der ersten Jahreshälfte 2026 mit 4,7 von 8,7 Millionen verkauften Pkw sogar noch einmal auf 54 Prozent gestiegen. In diesen Fahrzeugen wurden laut der China Automotive Battery Innovation Alliance insgesamt rund 336 GWh an Antriebsbatterien verbaut, was ein Plus von 12 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum darstellt. Dementsprechend sieht die chinesische Regierung wohl einfach keine Notwendigkeit mehr darin, den boomenden Markt weiter zu stützen und verschiebt die Förderung gezielt hin zu neuen Technologien wie Zellchemien.
Damit wird die nächste Entwicklungsphase der Batterieindustrie vorangetrieben und China könnte seinen Innovationsvorsprung in diesem Bereich in den kommenden Jahren weiter ausbauen. Die durch die neue Besteuerung steigenden Kosten für etablierte Batterietechnologien dürften zudem nur geringe Auswirkungen auf die chinesische Dominanz in diesem Marktsektor haben.
Quelle: CnEVPost – China to impose consumption tax on lithium batteries, exempting sodium-ion and solid-state cells








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