Der chinesische Automobilhersteller BYD will seine erste europäische Autofabrik im ungarischen Szeged nun erst Ende 2026 in Betrieb nehmen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Aussagen von BYD-Vizepräsidentin Stella Li. Ursprünglich hatte der Konzern angekündigt, bereits bis Ende 2025 Fahrzeuge in Ungarn bauen zu wollen.
Demnach soll im vierten Quartal 2026 die Produktion anlaufen. In Szeged will BYD zunächst den kompakten Elektro-Kleinwagen Dolphin Surf fertigen. Laut Stella Li habe der Aufbau des Werks derzeit höchste Priorität für den Konzern. Parallel suche BYD bereits nach einem weiteren Produktionsstandort in Europa.
Die Verzögerung zeigt zugleich, dass der schnelle Ausbau chinesischer Automobilhersteller in Europa komplexer verläuft als vielfach erwartet. Reuters verweist darauf, dass auch andere Hersteller wie Chery ihre europäischen Produktionspläne zuletzt mehrfach verschieben mussten. BYD installiert laut Li derzeit noch die Produktionsanlagen im Werk.
Europa bleibt Wachstumsmarkt für BYD
Für BYD bleibt Europa dennoch ein zentraler Wachstumsmarkt. Die Verkäufe des Konzerns auf dem Kontinent stiegen 2025 laut Reuters um 270 Prozent auf knapp 188.000 Fahrzeuge. In den ersten fünf Monaten 2026 legte der Absatz demnach nochmals um 144 Prozent auf mehr als 100.000 Fahrzeuge zu.
Die Produktion in Europa ist für BYD auch strategisch wichtig. Fahrzeuge aus europäischer Fertigung könnten helfen, die zusätzlichen EU-Zölle auf in China produzierte Elektroautos zu umgehen. Gleichzeitig pausiert der Hersteller laut Reuters derzeit seine bereits angekündigten Pläne für ein Werk in der Türkei. Ein konkreter Zeitplan für das dortige Projekt existiere aktuell nicht.
Für Europas Automobilindustrie erhöht sich damit der Druck weiter. Während viele etablierte Hersteller noch mit hohen Kosten und schleppenden Elektroauto-Absätzen kämpfen, baut BYD seine Präsenz in Europa Schritt für Schritt weiter aus – nun zunehmend auch mit lokaler Produktion.
Quelle: Reuters – BYD Hungary plant to start production in late 2026, executive says









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