Batteriezellfabriken als zweite Chance für Maschinenbau

Batteriezellfabriken als zweite Chance für Maschinenbau
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Daniel Krenzer
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  —  Lesedauer 3 min

Der europäische Maschinenbau hat im Wettlauf um die Batteriezellfertigung bislang oft nur die Zuschauerrolle eingenommen. Während chinesische, koreanische und japanische Unternehmen die großen Zellfabriken aufbauten und den Markt dominierten, mussten viele europäische Anbieter mit ansehen, wie ein erheblicher Teil der Wertschöpfung ins Ausland wanderte. Doch nun könnte sich das Blatt zumindest teilweise wenden.

Wie das Fachportal Springer Professional berichtet, eröffnen neue Zelltechnologien, Modernisierungen bestehender Fabriken und veränderte Marktstrukturen europäischen Maschinen- und Anlagenbauern neue Geschäftsmöglichkeiten. Die Branche spricht demnach von einer „zweiten Chance“ für den Maschinenbau in Europa.

Die erste Welle des Batteriebooms war vor allem von klassischen Lithium-Ionen-Zellen geprägt. Viele Produktionslinien wurden dabei von asiatischen Unternehmen entwickelt und geliefert. Doch mit dem Übergang zu neuen Zellchemien und Fertigungsverfahren müssen zahlreiche Anlagen künftig angepasst oder sogar komplett neu aufgebaut werden. Genau hier sehen Experten die Chance für europäische Maschinenbauer.

Besonders relevant sind dabei Entwicklungen rund um Festkörperbatterien, neue Elektrolyte sowie effizientere Produktionsverfahren. Anders als bei etablierten Lithium-Ionen-Zellen existieren hier vielerorts noch keine weltweit dominierenden Standards. Dadurch könnten europäische Unternehmen technologisch wieder aufschließen oder sogar eigene Akzente setzen.

Festkörperbatterien könnten Investitionen auslösen

Gerade die vielfach als nächster großer Technologiesprung gehandelte Festkörperbatterie könnte neue Investitionen in Produktionsanlagen auslösen. Die Technologie verspricht höhere Energiedichten, kürzere Ladezeiten und mehr Sicherheit. Allerdings dürfte ihr Markthochlauf deutlich langsamer verlaufen als manche Prognosen vermuten lassen.

Darauf weist auch der chinesische Marktführer BYD hin. Das Unternehmen sieht seine Festkörperbatterien zwar in einer „kritischen Durchbruchphase“, betont aber gleichzeitig, dass technische und industrielle Hürden eine schnelle Massenverbreitung noch verhindern. Nach Einschätzung von BYD werden Festkörperakkus zunächst vor allem in Premiumfahrzeugen zum Einsatz kommen, während günstigere Elektroautos noch lange auf weiterentwickelte Lithium-Ionen- oder LFP-Batterien setzen dürften.

Für den Maschinenbau ist das dennoch eine gute Nachricht. Denn selbst wenn Festkörperbatterien zunächst nur in kleineren Stückzahlen gefertigt werden, erfordert ihre Produktion neue Fertigungstechnologien, neue Anlagenkonzepte und zusätzliche Investitionen in Fabriken. Genau diese Umbruchsituation eröffnet europäischen Ausrüstern Chancen auf Aufträge.

Europa sucht seinen Platz in der Batterie-Wertschöpfung

Die Ausgangslage bleibt allerdings schwierig. China dominiert weiterhin große Teile der Batterie-Wertschöpfungskette – von Rohstoffen über Zellproduktion bis hin zum Maschinenbau. Studien und Branchenverbände weisen seit Jahren darauf hin, dass Europa insbesondere bei kompletten Produktionssystemen noch Nachholbedarf hat.

Gleichzeitig entstehen in Europa weiterhin neue Zellfabriken und bestehende Werke werden modernisiert. Hinzu kommt der politische Wille, die Abhängigkeit von asiatischen Lieferketten zu reduzieren. Davon könnten nicht nur Zellhersteller profitieren, sondern auch europäische Anbieter von Produktionsanlagen, Automatisierungstechnik und Spezialmaschinen.

Für die Elektromobilität ist die Entwicklung von großer Bedeutung. Eine starke europäische Batterieindustrie entscheidet künftig nicht nur über Arbeitsplätze, sondern auch über Innovationsgeschwindigkeit, Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Automobilindustrie. Genau hier könnte Europas Maschinenbau nach Jahren im Schatten asiatischer Wettbewerber tatsächlich noch einmal eine zweite Chance erhalten – doch vor allem China schläft hierbei nicht.

Quelle: Springer Professional – Batteriezellfabriken bringen zweite Chance für Maschinenbau

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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