BMW Brilliance Automotive, das chinesische Joint Venture von BMW, hat kurz vor Weihnachten in seinem Werk in Shenyang in der nordöstlichen Provinz Liaoning mit der Testproduktion des Modells BMW iX3 der sogenannten „Neuen Klasse“ begonnen. Dabei handelt es sich um eine neue, moderne und vollelektrische Modellgeneration bei BMW, auf deren erstes Serienmodell – den SUV iX3 – weitere folgen sollen. Bereits in den 1960er Jahren gab es eine Neue Klasse bei BMW, die einen technologischen Umbruch einleitete.
Mit dem Testlauf bereitet sich der Hersteller in China auf die Serienproduktion vor, die in diesem Jahr beginnen soll. Im BMW-Werk im ungarischen Debrecen hat die Serienproduktion des Elektro-SUV bereits im vergangenen Oktober begonnen. Die Gesamtinvestitionen für die Produktionsstätte in Shenyang belaufen sich seit 2010 auf umgerechnet über 14,2 Milliarden Euro. Allein 2,6 Milliarden Euro investierte der Hersteller 2024 in die Neue Klasse in China.
BMW setzt global auf lokal
In China arbeitet BMW lokalen Medien zufolge mit chinesischen Partnern wie CATL und Alibaba zusammen, um die Batterieproduktion und die Integration von KI voranzutreiben. Das neue Modell verbinde so globale technische Exzellenz mit lokaler Innovation, so Michele Melchiorre, Senior Vice President für Technologie und Fertigung bei BMW Brilliance. Durch die Zusammenarbeit soll ein intelligentes Fahrerlebnis geboten werden, das auf chinesische Straßen zugeschnitten ist, denn als weltweit größter Markt für den BMW X3 bleibt China auch bei E-Autos ein strategischer Schwerpunkt für den deutschen Automobilhersteller.
Der Markt für Elektroautos in China entwickelt sich rasant und so muss auch BMW seine Strategien laufend anpassen. Nach dem dritten Quartal 2025 musste der Hersteller wegen des schlechten China-Geschäfts seine Jahresprognose korrigieren. Seit Dezember kursieren Vermutungen, dass BMW ein zusätzliches Modell mit einem kleinen Verbrenner an Bord entwickeln könnte, da Range-Extender in China besonders beliebt sind. Außerdem gab der Hersteller zum Anfang dieses Jahres drastische Preissenkungen für den chinesischen Markt bekannt.

Der BMW-Standort in Shenyang wird vollständig mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen betrieben, und um die CO2-Emissionen weiter zu senken, wurde außerdem eine geothermische Heizung eingeführt. Der gesamte Produktionsprozess wird zudem durch fortschrittliche Technologien optimiert, darunter ein KI-gestütztes visuelles Inspektionssystem, das Präzision gewährleistet und kleinste Fehler in Echtzeit erkennt. Neben Shenyang betreibt BMW in China Standorte für Forschung und Entwicklung in Peking, Shanghai sowie Nanjing.
Gen6-Batterieproduktion für die Neue Klasse
Parallel zur Fahrzeugproduktion hat BMW auch eigene Produktionslinien für Elektroauto-Akkus aufgebaut. Die Gen6-Batterien der sechsten Generation werden bereits seit vergangenem Jahr in Debrecen produziert und ab 2026 auch in China. Diese sollen dann für die chinesische Produktion der Neuen Klasse zugeliefert werden. Die Gesamtinvestition dafür beträgt umgerechnet über 1,2 Milliarden Euro.
Zusätzlich zu Ungarn und China sollen sowohl die Neue Klasse als auch die entsprechenden Hochvoltbatterien ab 2027 auch in Mexiko produziert werden.
Quelle: news.cn – BMW begins trial production of Neue Klasse vehicles in China








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