BMW: Absatz in China soll mit Range-Extender steigen

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Maria Glaser
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BMW könnte bald ein Elektroauto mit Range-Extender entwickeln, um den Absatz auf dem chinesischen Markt zu stärken. Bloomberg berichtet unter Berufung auf eine nicht näher genannte Quelle, dass das Unternehmen diese Strategie erwäge, da Fahrzeuge mit Range-Extender in China, vor allem im SUV-Segment, immer beliebter werden und viele Hersteller auf diesem Markt hinter der lokalen Konkurrenz wie BYD zurückgefallen sind. Modelle chinesischer Hersteller, die mit Range-Extender ausgestattet sind, sind beispielsweise der Yangwang U8, der M9 von Aito sowie der L9 von Li Auto.

Bei einem Range-Extender wird ein kleiner Benzinmotor eingebaut, der jedoch im Gegensatz zum Hybridauto das Fahrzeug nicht direkt selbst antreibt, sondern die aus der Verbrennung gewonnene Energie nutzt, um den Elektroauto-Akku zu laden und den Elektromotor zu betreiben. Damit wird die Reichweite erhöht. Dabei sind die Fahrzeuge nicht nur für den chinesischen Markt interessant, sondern auch für die USA. Dort sind vor allem große SUVs beliebt, die lange Strecken zurücklegen können.

Mögliche Nachrüstung bei X6 und 7er

Von BMW könnten bestehende Modelle mit der Technologie nachgerüstet werden, wenn sie groß genug sind, um den kleinen Benzinmotor unterzubringen. Dazu würden der SUV X6 oder die 7er Limousinen gehören. Der deutsche Hersteller produziert bereits einige der erforderlichen Komponenten selbst, darunter effiziente Kleinmotoren und Getriebe. Damit könnte die Technologie kostengünstiger auf den Markt gebracht werden.

BMW analysiere nach eigenen Angaben kontinuierlich Nutzungsmuster, Kundenbedürfnisse und Marktentwicklungen, während das Marktpotenzial verschiedener Technologien überprüft werde. Genauere Informationen wurden bisher nicht offiziell bekanntgegeben.

Range-Extender für Europa?

Unter den europäischen Herstellern ist BMW nicht das einzige Unternehmen, dass das Potenzial in dieser Technologie sieht. So bereitet der Konzern Stellantis einen Pickup mit Range-Extender namens Ramcharger für den US-Markt vor, der ursprünglich vollelektrisch geplant war, dessen Konzept in diesem Jahr jedoch angepasst wurde. Auch bei der schwedisch-chinesischen Marke Volvo gehören Range-Extender zur europäischen Produktstrategie.

Außerdem beziehe Renault diese Technologie in seine Investitionsüberlegungen ein, während der französische Autohersteller seinen nächsten Geschäftsplan vorbereitet, so der Vorstandsvorsitzende François Provost. „Bei mittelgroßen bis größeren Autos macht es keinen Sinn, vollelektrische Modelle zu forcieren“, so Provost. „Wir müssen an die Kundschaft denken und Range-Extender sind eine gute Lösung.“ Renault hat dabei gemeinsam mit dem chinesischen Großkonzern Geely Anteile an dem Unternehmen Horse Powertrain, das erst in diesem Jahr auf der Münchner IAA einen kompakten, leistungsfähigen Range-Extender vorgestellt hat.

Gleichzeitig sind Einführung und Nachfrage in Europa umstritten. Der Chef der Marke Volkswagen, Thomas Schäfer, äußerte sich kritisch und sagte, dass Range-Extender für den europäischen Markt keine große Rolle spielen werden. So wie es auch beim ersten Versuch mit der Technologie bei BMW verlaufen ist: Den vor mehr als zehn Jahre eingeführten und mittlerweile wieder eingestellten Kompaktstromer i3 gab es auch als Range-Extender-Version mit einem kleinen Motorradmotor an Bord. Mangels Nachfrage wurde diese Version nach einigen Jahren Produktion in vielen Märkten nicht mehr angeboten.

Quelle: Bloomberg – BMW Weighs Adding Range Extender EVs to Bolster China Sales

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Maria Glaser

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Aus dem geisteswissenschaftlichen Bereich kommend, verbindet Maria Glaser bei Elektroauto-News.net seit 2023 ihre Liebe zum Text mit fachlichen Inhalten. Seit ihrem Studium in Berlin und Wien arbeitet sie im Bereich Lektorat, Korrektorat und Content Writing, vor allem zu Mobilität.

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