Audi soll E-SUV mit Range-Extender für den US-Markt planen

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Laura Horst
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Audi plant offenbar ein neues Modell speziell für den US-amerikanischen Markt, das vor Ort hergestellt werden soll. Das berichtet die Automobilwoche unter Berufung auf Insiderinformationen aus Konzernkreisen. Laut den Informationen plant der Ingolstädter Autobauer, das große SUV im künftigen Werk der VW-Tochter Scout zu fertigen.

Der Premiumhersteller spielt seit Monaten mit dem Gedanken, ein eigenes Werk in den USA zu errichten, um die hohen US-Zölle zu umgehen. Bisher importiert Audi die Autos für den nordamerikanischen Markt aus Mexiko und Europa. In den kommenden Wochen will die Marke eine finale Entscheidung zur möglichen Produktionsstätte treffen, noch bevor der Mutterkonzern Volkswagen das Investitionspaket für die nächsten Jahre verabschiedet.

Während Insider erklärten, Audi sträube sich vor allem wegen der Milliardenkosten, ein eigenes Werk in den USA zu errichten, äußerte zudem der Betriebsrat Kritik. Den Plan, eine neue Produktionsstätte zu errichten, bezeichnete Betriebsratschef Jörg Schlagbauer als „schwer nachvollziehbar“, vor allem weil die heimischen Werke nicht ausgelastet seien. Trotz der Belastung durch die US-Zölle sei eine Notwendigkeit nicht gegeben.

Für das geplante, neue Modell will Audi dennoch auf andere Ressourcen zurückgreifen und laut den Insiderinformationen im Scout-Werk in South Carolina fertigen. Die amerikanische VW-Tochtermarke will Ende 2027 mit der Produktion in der neuen Fabrik starten und geht zu Beginn von einer Kapazität von 200.000 Autos pro Jahr aus, wobei die Zahl im Laufe der Zeit steigen könnte.

„Es besteht durchaus die Möglichkeit, dass andere coole Produkte der Gruppe definitiv dort gebaut werden“, äußerte Scout-Chef Scott Keogh kürzlich zu der künftigen Produktionsstätte. Ein anderer Scout-Manager erklärte zudem, dass eine andere Konzernmarke, sollte sie im Scout Motors Production Center fertigen wollen, die Scout-Plattform nutzen würde.

Demnach würde Audi das neue SUV in der Scout-Fabrik als Elektroauto mit Range-Extender konzipieren, wie die Automobilwoche folgert. Die Scout-Modelle basieren auf einer Body-on-Frame-Plattform, die speziell auf die Bedürfnisse der amerikanischen Kunden zugeschnitten ist.

Audi befindet sich gerade mitten in einer Modelloffensive. Im kommenden Jahr startet die Produktion des Q7-Nachfolgers sowie des neuen SUV Q9 in Bratislava. Beide SUVs sollen noch im selben Jahr in den Verkauf gehen.

Für den US-Markt ist Audis Modelloffensive bedeutsam, da der Autobauer dort in den ersten neuen Monaten dieses Jahres mit 130.000 verkauften Autos einen Rückgang von 8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum verzeichnete. Ende Oktober hatte die Marke die Gewinnprognose für 2025 gekappt, unter anderem wegen der US-Zölle, deren Belastung Finanzchef Jürgen Rittersberger auf etwa 1,3 Milliarden Euro für das Gesamtjahr schätzt.

Quelle: Automobilwoche – Exklusiv: Audi plant großes SUV extra für die USA – und will es auch dort produzieren

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