Batterieprobleme bei VW: Auch Audi muss Tausende E-Autos zurückrufen

Batterieprobleme bei VW: Auch Audi muss Tausende E-Autos zurückrufen
Copyright:

Audi

Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
  —  Lesedauer 2 min

Der Rückruf wegen möglicherweise fehlerhafter Batteriezellen im Volkswagen-Konzern erreicht nun auch die Tochtermarke Audi. Betroffen sind die Modelle Q4 e-tron und Q4 Sportback e-tron. Während in den USA mehr als 9000 Fahrzeuge zurückgerufen werden, sind auch andere Märkte betroffen. In Deutschland ist bislang allerdings nur ein einziges Fahrzeug registriert.

Wie Electrive berichtet, hat Audi in den USA einen freiwilligen Sicherheitsrückruf für insgesamt 9048 Elektroautos gestartet. Darunter befinden sich 7040 Q4 e-tron und 2008 Q4 Sportback e-tron der Modelljahre 2024 und 2025. Die Fahrzeuge wurden zwischen Ende November 2023 und April 2025 im Volkswagen-Werk Zwickau produziert.

Hintergrund sind möglicherweise fehlerhafte Batteriezellen des Zulieferers SK Battery Manufacturing aus Ungarn, der zur südkoreanischen SK-On-Gruppe gehört. Nach Angaben der US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA könnten bestimmte Ladeprofile bei einem Batteriestand von mehr als 80 Prozent eine thermische Kettenreaktion auslösen. Im schlimmsten Fall droht ein Fahrzeugbrand. Entsprechende Schadensfälle bei Audi sind bislang allerdings nicht bekannt.

Wohl nur ein Auto in Deutschland betroffen

Dass die Angelegenheit nicht auf Nordamerika beschränkt ist, zeigen aktualisierte Daten des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA). Demnach umfasst der Audi-Rückruf weltweit 12.734 Fahrzeuge, die zwischen November 2023 und Juni 2025 gebaut wurden. Davon ist lediglich ein Exemplar in Deutschland registriert. Die übrigen rund 3700 Fahrzeuge außerhalb der USA verteilen sich auf bislang nicht näher benannte Märkte. Ob darunter weitere europäische Länder sind, ist somit unklar.

Audi hatte die Untersuchung im September eingeleitet, nachdem innerhalb des Volkswagen-Konzerns Probleme mit vergleichbaren Hochvoltbatterien bekannt geworden waren. Der Q4 e-tron basiert wie zahlreiche Modelle der ID.-Familie auf dem Modularen E-Antriebs-Baukasten (MEB) und verwendet teilweise identische Batteriekomponenten.

Wir hatten bereits über die ursprünglichen Batterieprobleme bei Volkswagen berichtet. Inzwischen steht fest, dass der Konzern deshalb weltweit 72.668 Elektroautos der Marken VW und Cupra zurückrufen muss, darunter 9881 Fahrzeuge in Deutschland. Betroffen sind unter anderem ID.3, ID.4, ID.7, ID. Buzz sowie Cupra Born.

Für die betroffenen Audi-Fahrzeuge sind Batterieprüfungen vorgesehen. Je nach Diagnose soll die Ladung vorübergehend auf maximal 80 Prozent begrenzt werden. Wie eine dauerhafte technische Lösung aussehen wird, ist bislang ungeklärt. Für betroffene Halter bedeutet das neben dem Werkstattaufenthalt somit gegebenenfalls vorübergehende Einschränkungen bei der nutzbaren Reichweite.

Quelle: Electrive – Volkswagen-Batterierückruf weitet sich auf Audi aus

Worthy not set for this post

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Audi Elektroautos

Kommentar: Audi baut in Georgia an der Vergangenheit

Kommentar: Audi baut in Georgia an der Vergangenheit

Sebastian Henßler  —  

Über Audis Auftritt mit Trump wurde viel gestritten. Kaum jemand fragt, was im Werk in Georgia gebaut wird und welche CO2-Last daraus für Jahrzehnte folgt.

Audi: Milliardenschwere US-Pläne stehen bereits auf der Kippe

Audi: Milliardenschwere US-Pläne stehen bereits auf der Kippe

Daniel Krenzer  —  

Audis milliardenschwere US-Pläne wackeln: Verbindliche Zusagen fehlen, und die Wahlkampfhilfe für Donald Trump sorgt für massive Kritik.

Audi zieht in China klare Grenzen zwischen seinen beiden Marken

Audi zieht in China klare Grenzen zwischen seinen beiden Marken

Daniel Krenzer  —  

Audi strukturiert sein China-Geschäft um: FAW übernimmt die klassische Marke Audi, SAIC konzentriert sich auf die neue Elektromarke AUDI.

US-Werk in Georgia: Was Audis Pläne für Neckarsulm bedeuten

US-Werk in Georgia: Was Audis Pläne für Neckarsulm bedeuten

Stefan Grundhoff  —  

Lange haben Gewerkschaften im VW-Konzern eine US-Fertigung verhindert. Nun folgt Audi BMW und Mercedes in die Südstaaten und investiert Milliarden in Georgia.

Humanoide Roboter übernehmen bei Audi, was lange scheiterte

Humanoide Roboter übernehmen bei Audi, was lange scheiterte

Sebastian Henßler  —  

Im Audi-Werk Ingolstadt greifen mobile humanoide Roboter Bauteile aus Behältern und legen sie in Sequenz. Vorab prüft ein virtueller Zwilling den Einsatz.

Audi in China: 30 Prozent Minus, nun soll Huawei helfen

Audi in China: 30 Prozent Minus, nun soll Huawei helfen

Sebastian Henßler  —  

Audi verhandelt mit Huawei über eine Plattform für den A8 in China. Das kaum ausgelastete Werk in Changchun soll so ab Ende 2028 wieder Autos bauen.