Audi stattet Q4 e-tron mit mehr Reichweite und Effizienz aus

Audi stattet Q4 e-tron mit mehr Reichweite und Effizienz aus
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Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 7 min

Audi setzt den Wachstumskurs bei rein elektrischen Modellen konsequent fort. Zum starken Zuwachs bei den Auslieferungen im ersten Halbjahr 2023 (+51,2 Prozent) habe vor allem die rein elektrische Baureihe Q4 e-tron beigetragen, so der Hersteller. Im Modelljahr 2024 werde sie nun umfassend aufgewertet: mit einem neu abgestimmten Fahrwerk, gesteigerter Effizienz, charakteristischem Sound und erweiterter Serienausstattung.

Neben einem optimierten Antriebskonzept und höherer Ladeleistung erweitert Audi den Funktionsumfang der Fahrerassistenzsysteme in den Modellen. Mit dem optionalen adaptiven Fahrassistenten unterstützen sie nun auch den Spurwechsel. Ab Ende September sind die aktualisierten Modelle zu Preisen ab 52.950 Euro bestellbar.

In allen Varianten des Q4 e-tron ist eine Batterie verbaut, die 77 kWh Energie netto (brutto 82 kWh) vorhält. Durch eine optimierte Zellchemie habe sich die DC-Ladeleistung verbessert, sodass sie sich unter idealen Bedingungen in rund 28 Minuten von zehn auf 80 Prozent laden lassen. Dabei erreichen die Allrad-Modelle eine DC-Ladeleistung von jetzt maximal 175 kW, die heckgetriebenen Varianten maximal 135 kW.

Die so genannte Batterieschutzfunktion begrenzt den Ladestand automatisch auf 80 Prozent und ist vorteilhaft für die Lebensdauer der Batterie. Für eine intelligente Reise- und Ladeplanung priorisiert der e-tron Routenplaner die leistungsfähigen HPC-Ladestationen (HPC = High Power Charging, ultraschnelles Laden). Folgt man der vorgeschlagenen Route, aktiviert das System die Vorkonditionierung der Batterie während der Fahrt, bevor die neuen Q4 e-tron Modelle die ausgewählte und eingespeicherte Ladestation erreichen. Ist eine HPC-Säule als Ziel gewählt, wird die thermische Konditionierung der Batterie aktiviert, damit sie an der Säule möglichst schnell geladen werden kann.

Erstmals wird in der Audi Q4 e-tron Baureihe die Batterie auch nachkonditioniert. Dabei kühlt das Thermomanagement des Fahrzeugs die Batterie weiter, etwa wenn sie nach der Fahrt oder dem Laden eine fest definierte Temperaturschwelle übersteigt.

Neuer Antrieb mit höherer Effizienz und mehr Leistung

Ob Heck- oder Quattro-Allradantrieb – bei allen Audi Q4 e-tron Modellen arbeitet an der Hinterachse eine permanent erregte Synchronmaschine (PSM). Mit dem Update erhält die Q4 e-tron Modellfamilie eine komplett neu entwickelte PSM. Sie biete eine höhere Effizienz und mehr Leistung. Die Modelle profitieren dadurch von einer erhöhten Reichweite und einer besseren Kraftentfaltung. Der Q4 Sportback 45 e-tron etwa erziele bis zu 562 Kilometer Reichweite im WLTP-Zyklus, zuvor waren es gut 30 Kilometer weniger.

Der Q4 45 e-tron und der Q4 Sportback 45 e-tron, beide mit Heckantrieb, leisten 210 kW (286 PS) und beschleunigen in 6,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Der Standardsprint im Q4 45 e-tron quattro sowie im Q4 Sportback 45 e-tron quattro mit 210 kW (286 PS) dauert 6,6 Sekunden. Die Topvarianten Q4 55 e-tron quattro sowie Q4 Sportback 55 e-tron quattro mit 250 kW (340 PS) sprinten in 5,4 Sekunden aus dem Stand auf Landstraßentempo. Die Höchstgeschwindigkeit liegt jetzt für alle Varianten bei 180 km/h.

Ein optimiertes Thermomanagement sorge für eine höhere Effizienz der neuen E-Maschine. Sie verfügt über eine energiesparende Kühlung: Aufgrund der Geometrie und Anordnung der Zahnräder des Getriebes sowie speziell geformter Bauteile zur Weiterleitung und Verteilung des Öls sollen die Temperaturen im Antriebsstrang kaum ansteigen. Der Kühlkreislauf wiederum sorgt für die Temperierung des Öls. Dazu kommt ein Wasserkühlmantel an der Außenseite des Stators.

Eine neue Abstimmung des Fahrwerks sorge der Audi-DNA entsprechend für eine verbesserte Balance aus noch höherem Komfort, Fahrspaß und Stabilität. Ob serienmäßiges Fahrwerk, Sport- oder Fahrwerk mit Dämpferregelung: Für alle drei Fahrwerke wurden die Lenkungskennlinien sowie die Dämpferabstimmung eigens angepasst. Die Resultate sollen sei: harmonisches Schwingverhalten, verbesserte Lenkansprache und straffere Aufbaukontrolle.

Neue Funktion: assistierter Spurwechsel

Optional kommt mit dem Update in der Baureihe erstmals der assistierte Spurwechsel in Kombination mit dem adaptiven Fahrassistenten für Geschwindigkeiten ab 90 km/h auf Autobahnen zum Einsatz. Er ist Bestandteil des Assistenzpakets pro und Assistenzpaket Schutz- und Warnsysteme plus und lässt sich über das MMI aktivieren. Das neue System zeigt mit weißen Pfeilen im Kombiinstrument sowie im Augmented Reality Head-up-Display an, ob und in welcher Richtung ein gefahrloser Spurwechsel möglich ist. Wird der Spurwechsel durch Antippen des Blinkers eingeleitet, unterstützt das System aktiv den Lenkvorgang. Im Anschluss schaltet das Fahrzeug den Blinker wieder aus. Die Person hinter dem Lenkrad behält jedoch stets die Verantwortung. Möglich wird die Umsetzung des assistierten Spurwechsels durch Daten des Heckradars.

Unter den optionalen Systemen ist der adaptive Geschwindigkeitsassistent auf die Längsführung spezialisiert. Er regelt den Abstand zur vorausfahrenden Person durch Beschleunigen und Verzögern. Der adaptive Fahrassistent erweitert den adaptiven Geschwindigkeitsassistenten um die Querführung: Leichte Lenkeingriffe erleichtern es, in der Mitte der Spur zu bleiben. Um die Querführung aufrechtzuerhalten, muss lediglich das kapazitive Lenkrad, das Teil des Systems ist, leicht berührt werden, um dadurch Aufmerksamkeit nachzuweisen.

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Die Spurwechselwarnung überwacht den Verkehr hinter und neben dem Auto und warnt die Person hinter dem Lenkrad, falls sie in einer kritischen Situation die Spur wechseln will. Dafür nutzt das System ebenfalls die Informationen der Heckradarsensoren.

Wichtige Fahrerassistenzsysteme seien serienmäßig vorhanden, die optionalen Systeme sind wie folgt zusammengefasst: Assistenzpakete plus sowie pro und Schutz- und Warnsysteme plus.

Aufgewertete Serienausstattung und Editionsmodelle

Das Audi MMI Navigation plus, Audi connect Navigation & Infotainment sowie das volldigitale 10,25-Zoll-Kombiinstrument Audi virtual cockpit werden Teil der Serienausstattung. Die Gepäckraumklappe ist jetzt serienmäßig elektrisch, im Zusammenspiel mit dem optionalen Komfortschlüssel reagiert sie auf Fußgesten. Auch die Sitzheizung vorn ist nun Teil der Serienausstattung.

Mit der neuen Edition S line erweitert Audi das Programm individueller Ausstattungsmöglichkeiten. Ob in Kombination mit der Lackierung Kieselgrau, Gletscherweiß Metallic oder Mythosschwarz Metallic – die Radlaufblenden und Türabdeckungen in Kontrastlackierung Mythosschwarz Metallic, die 21-Zoll-Räder im matten bronzefarbenen 5-W-Speichen-Sterndesign, abgedunkelte Matrix LED-Scheinwerfer und abgedunkelte LED-Heckleuchten sowie eine Folierung der Audi Ringe in Bronze setzen sportliche Akzente.

Eigene akustische Identität dank „Charakter-Sound“

Unverwechselbar ist der Audi Q4 e-tron nicht nur optisch, sondern jetzt auch akustisch. Denn mit dem Update verleiht Audi der kompakten SUV-Baureihe optional eine eigene akustische Identität.

Der typische „Charakter-Sound“ unterscheide sich von anderen elektrisch angetriebenen Audi Modellen, aber auch von Elektroautos anderer Hersteller und kann Audi Fahrer:innen emotional noch stärker an ihr Fahrzeug binden. Um die Verkehrssicherheit weiter zu erhöhen, machen sich alle Varianten künftig nicht nur bei niedrigen Geschwindigkeiten bis etwa 25 km/h akustisch bemerkbar, sondern auch darüber hinaus.

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Der digital erzeugte Fahrsound wird über zwei Außenlautsprecher im Heckbereich und zwei Innenlautsprecher in den hinteren Türen abgegeben und ist als Sonderausstattung ab Werk erhältlich. Dabei variiert diese innovative Soundkulisse last- und geschwindigkeitsabhängig bis zur Höchstgeschwindigkeit. Der unverwechselbare Klang habe einen hohen Wiedererkennungseffekt und soll den progressiven Fahrzeugcharakter emotional zum Ausdruck bringen.

Der „Charakter-Sound“ definiert sich über den Außensound, nicht rein über das Infotainmentsystem beziehungsweise die Innenlautsprecher. Das System lässt sich bei Bedarf im Bordmenü jederzeit deaktivieren. Der gesetzlich vorgeschriebene Warnsound AVAS (Acoustic Vehicle Alerting System) ist in den „Charakter-Sound“ eingebunden und zu jeder Zeit aktiv. Der Klang des Infotainmentsystems wird nicht verändert.

Elektro-Pionierwerk in Brüssel fertigt Audi Q4 e-tron

Audi fertigt die Q4 e-tron Baureihe ab Ende des Jahres auch am Standort Brüssel – zusätzlich zur Montage in Zwickau. Damit erhöht Audi die Produktionskapazitäten und reagiert auf die hohe Nachfrage nach dem Modell. Seit Dezember 2022 produziert das Werk Brussels den Q8 e-tron und den Q8 Sportback e-tron. Zuvor fuhr hier seit 2018 mit dem Audi e-tron das erste vollelektrische Serienmodell der Marke mit den Vier Ringen vom Band.

Perspektivisch will Audi alle Standorte auf die Produktion von E-Modellen umstellen. Nach Brüssel und den Böllinger Höfen am Standort Neckarsulm für den Audi e-tron GT starte das Stammwerk in Ingolstadt mit dem Anlauf des ersten Modells auf der neuen Premium Platform Electric (PPE). Bis Ende des Jahrzehnts sollen alle Audi Werke mindestens ein vollelektrisches Modell fertigen. Wie bereits in Brüssel und Győr erreicht, streben bis 2025 alle Audi Standorte die bilanziell CO2-neutrale Produktion an.

Quelle: Audi – Pressemitteilung vom 21.09.2023

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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