Anfang Oktober kam aus den USA die Nachricht über den Rückruf von mehr als 22.000 ID.4-Fahrzeugen. Grund war wohl ein möglicher Fehler an der Batterie eines Zulieferers. Nun muss der Konzern offenbar auch in Deutschland Konsequenzen ziehen und hat das Laden bei betroffenen ID.-Modellen und Cupra-Fahrzeugen bereits auf 80 Prozent begrenzt.
Gegenüber dem NDR Niedersachsen bestätigte Volkswagen bereits die Batterieprobleme mehrerer Modelle mit der Aussage, dass man die notwendigen Schritte eingeleitet habe. Dabei sind dem NDR zufolge vor allem Fahrzeuge der ID.-Baureihen und von Cupra aus den Produktionsjahren 2023 und 2024 betroffen. Für Škoda bestehe derweil kein Handlungsbedarf.
Das Problem sei durch interne Qualitätsprüfungen bekannt geworden und könne demnach auf Produktionsfehler bei einem Zulieferer zurückgeführt werden, den VW nicht klarer benennt. „Im Extremfall könnte ein Brand entstehen“, sagt VW. Allerdings sei dies wirklich der Worst Case, von dem man nicht ausgehe. Der Rückruf sei demnach eher eine Vorsichtsmaßnahme.
Dem Handelsblatt zufolge könnten im Produktionszeitraum 2023 bis 2025 die Modelle ID.3, ID.4, ID.7, ID. Buzz und einige Tausend Cupra Born betroffen sein. VW zufolge sind von der Aktion in Deutschland jedoch nur vergleichsweise wenige Fahrzeuge betroffen und bei weitem nicht so viele wie beim jüngsten Rückruf wegen einer korrosionsanfälligen Verschraubung an der Lenkung.
Das müssen Fahrzeughalter jetzt wissen
VW will das Laden aller potenziell betroffenen Fahrzeuge via Over-the-Air-Update auf 80 Prozent begrenzen. Dafür sollen alle Halter schriftlich informiert werden. Wer herausfinden möchte, ob das eigene Fahrzeug betroffen ist, kann dies mit der Fahrgestellnummer beim Händler oder Kundendienst erfragen.
Die zurückgerufenen Fahrzeuge sollen gründlich geprüft werden. Im Anschluss wird je nach Ergebnis darüber entschieden, ob einzelne Batteriemodule getauscht oder weitere Softwaremaßnahmen vorgenommen werden müssen. Dabei betont VW noch einmal ausdrücklich, dass man nicht von einer generellen Gefahr durch die ID.-Baureihe ausgehen müsse. Nur einzelne Zellen eines begrenzten Produktionszeitraums seien betroffen.
Immer wieder Rückrufe wegen Batterieproblemen
Wie bereits angedeutet, läuft in den USA bereits ein Rückruf für 22.524 ID.4 der Modelljahre 2023 bis 2026. In diesem Fall ist mit SK Battery America auch der Name des Zelllieferanten bekannt, und wie nun auch in Deutschland ist das Problem dort offenbar eine mögliche Überhitzung bei Ladungen über 80 Prozent. Zudem hatte es in den USA Anfang des Jahres noch zwei weitere Rückrufe von insgesamt 44.551 ID.4 gegeben. Für diese waren unter anderem falsch ausgerichtete Elektroden in Zellen verantwortlich.
In Großbritannien läuft bereits eine ähnliche Rückrufaktion und zu Beginn des Jahres hatte VW global sogar rund 94.000 Elektroautos zurückrufen müssen. Grund waren und sind immer wieder Batterieprobleme bei Fahrzeugen der ID.-Reihe und beim Cupra Born. Ob und in welchem Zusammenhang der aktuelle Rückruf mit den früheren Aktionen steht, ist derweil noch nicht bekannt. Für betroffene Halter gilt in jedem Fall die 80-Prozent-Grenze beim Laden, durch die möglichen Problemen vorgebeugt werden soll.
Quellen: NDR – Brandgefahr: Volkswagen ruft E-Autos in Deutschland zurück / Handelsblatt – Brandgefahr bei E-Autos – VW bereitet nächsten Rückruf vor / Reuters – Volkswagen to recall over 44,000 US vehicles over battery fire risk, NHTSA says / Volkswagen UK – 93MV and 93MF High voltage battery safety recall







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