Der deutsche Automobilhersteller Audi stellt seine Zusammenarbeit mit den chinesischen Partnern FAW und SAIC auf eine neue Grundlage. Der Automobilhersteller hat laut Automobilwoche mit beiden Unternehmen strategische Vereinbarungen geschlossen, um die Verantwortlichkeiten für seine Marken und Modelle künftig klarer zu verteilen. Im Mittelpunkt steht eine konsequentere Trennung zwischen der traditionellen Marke Audi mit den vier Ringen und der speziell für China entwickelten Marke AUDI, die auf das bekannte Logo verzichtet.
Das Gemeinschaftsunternehmen mit FAW wird sich künftig vollständig auf die klassische Marke Audi konzentrieren. Dazu gehören sowohl Elektroautos als auch Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Zum Portfolio zählen unter anderem die elektrischen Modelle A6L e-tron und Q6L e-tron sowie die Verbrennermodelle A5L und A6L.
Der Partner SAIC soll sich dagegen auf die neue Marke AUDI konzentrieren, gegen deren Vertrieb in Deutschland sich der Hersteller indes massiv wehrt. Laut Medienberichten hatte sich unter anderem einer der Mitbegründer des Hamburger Miniaturwunderlandes einen solchen Elektro-Audi aus China gekauft. Die Marke wurde aber speziell für den chinesischen Markt geschaffen und richtet sich mit einem eigenständigen Design sowie lokal entwickelter Technik an die dortige Kundschaft. Das erste Modell, der elektrische E5 Sportback, wurde 2025 eingeführt. Im Mai 2026 folgte das elektrische SUV E7X.
Enge Zusammenarbeit mit Chinesen
Die Umstellung erfolgt schrittweise. SAIC Audi darf Fahrzeuge mit den traditionellen vier Ringen noch bis Ende 2027 verkaufen. Der Kundendienst und die Betreuung bestehender Fahrzeuge sollen auch darüber hinaus gewährleistet bleiben.
Mit der neuen Aufgabenverteilung will Audi Überschneidungen zwischen seinen beiden Partnern reduzieren und Entscheidungsprozesse beschleunigen. Gleichzeitig sollen die unterschiedlichen Markenprofile geschärft werden. Die Marke AUDI soll dabei insbesondere von der engen Zusammenarbeit mit chinesischen Technologieunternehmen profitieren. Ein wichtiger Baustein ist das inzwischen eröffnete Innovations- und Technologiezentrum in Shanghai, in dem weitere Modelle entwickelt werden.
Parallel verändert die VW-Tochter Audi seine Führungsstruktur in China. Zum 1. November übernimmt Jeff Zhang, zuvor unter anderem für Chery tätig, die Leitung des Chinageschäfts. Rolf Michl wechselt von Audi Sport als operativer Geschäftsführer nach China. Der bisherige China-Chef Johannes Roscheck kehrt nach Deutschland zurück.
Die Neuordnung zeigt, wie stark sich Audi inzwischen auf die besonderen Anforderungen des chinesischen Marktes einstellen muss. Während die etablierten vier Ringe weiterhin ein breites Antriebsportfolio abdecken, soll AUDI mit chinesischer Technologie und kürzeren Entwicklungszeiten gegen die zunehmend starken einheimischen Wettbewerber bestehen. Ob diese Doppelstrategie aufgeht, wird sich vor allem am Absatz der neuen Elektromodelle zeigen.
Quelle: Automobilwoche – Vier Ringe vs. AUDI: Audi ordnet sein China-Geschäft neu








Wird geladen...