Audi-Europachef: Leistung der Autos wird zunehmend unwichtig

Audi-Europachef: Leistung der Autos wird zunehmend unwichtig
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Daniel Krenzer
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Der Europachef der Volkswagen-Marke Audi Jens Puttfarcken hat in einem Interview mit der Automobilwoche bekräftigt, dass der Autohersteller auch angesichts eines Rechtsrucks in Europa und einer gewissen weltweiten Kaufzurückhaltung in Sachen Elektroautos an der Elektrifizierungsstrategie festhalten wird. Das Zielportfolio der Audi-Modellpalette sei ausschließlich vollelektrisch, auch wenn es noch eine längere Übergangszeit geben werde. Außerdem stellt er fest, dass sich bei Elektroautos die für den Kauf wichtigsten Aspekte zunehmend verschieben. Anfangs sei auch da noch viel über die Leistung der Antriebe gesprochen worden, doch das sei inzwischen anders.

„Heute weiß ich manchmal gar nicht genau, wie viel Leistung jedes unserer Elektromodelle mitbringt. Das ist auch nicht mehr so wichtig für unsere Kunden. Kaum noch jemand trifft seine Kaufentscheidung danach, wieviel kW Leistung sein Modell hat. Da zählen dann eben mehr Parameter wie Ladegeschwindigkeit, Reichweite oder Design„, führt Puttfarcken aus. Die stetige Verbesserung der alltäglichen Bedingungen für Elektroautofahrer – vor allem in Form von mehr Ladeinfrastruktur an den passenden Stellen – seien zudem eine wichtige Stellschraube. Für die Kaufentscheidung sei es essentiell, „dass Kunden hier kein Nachteil gegenüber Verbrennern entsteht“.

Auch wenn es zuletzt mehr Stimmen gab – vor allem aus dem konservativen und rechten politischen Lager –, die die Elektromobilität und teils sogar die menschlich verursachte und sich stetig verschlimmernde Klimakrise infrage stellten, sei Audi vom gesellschaftlichen Konsens überzeugt, der das Thema anders sehe. „Natürlich spielt für ein Unternehmen wie Audi auch die gesellschaftliche Verantwortung und eine umsichtige Industriepolitik eine Rolle. Auch wir haben eine Verantwortung für Klimaschutz. Wir wollen Produkte liefern, die sich am gesellschaftlichen Konsens ausrichten“, sagte Puttfarcken.

Strafzölle seien „wettbewerbsverzerrend“

Von den Strafzöllen gegen in China gebaute Elektroautos hält der Audi-Manager indes wenig, selbst wenn Audi dort keine Autos für den europäischen Markt produziert und tendenziell von der Regelung profitieren könnte. Man glaube bei Audi an den Wettbewerb von Technologien und Produkten als Fortschrittstreiber, von solchen Regelungen wie nun von der EU vorläufig beschlossen, profitiere am Ende jedoch niemand. „Solche wettbewerbsverzerrenden Faktoren wie höhere Zölle sind nichts, woraus wir bei Audi einen Wettbewerbsvorteil ableiten wollen“, sagt er.

Außerdem bestätigte Puttfarcken, dass Audi das Agenturmodell, das in Deutschland für den Vertrieb von Elektroautos genutzt wird, wohl auch auf die Verbrennermodelle übertragen möchte. Man schätze sehr, dass man in Deutschland so selbstbewusste Händler habe. Doch ein zweigleisiges Vertriebsmodell bedeute für die Händler einen deutlichen Mehraufwand. Der Manager führte aus: „Die Frage ist: Können wir auf Dauer so weitermachen, oder hilft es nicht, das zusammenzufassen? Dafür müssen wir heute überlegen, wie die Situation in zwei oder drei Jahren aussieht, um dann gemeinsam mit dem Handel die richtigen Entscheidungen zu treffen.“

Von der EU-Kommission erhofft sich Puttfarcken, dass diese „die langfristig gesetzten Ziele weiter im Fokus behält und nicht davon abrückt“ – sprich: dass es bei der Regelung für emissionsfreie Neuzulassungen ab 2035 – oft irreführenderweise als „Verbrenner-Verbot“ bezeichnet – bleibt. Am Green Deal sollte festgehalten werden, auch wenn es richtig sei, in die Überlegungen immer wieder neue Erkenntnisse einfließen zu lassen. „Wir benötigen Planungssicherheit für unsere Produkte und unsere Produktionsmechanismen. Diese Stabilität in den Rahmenfaktoren ist uns enorm wichtig“, sagte Audis Europachef.

Quelle: Automobilwoche – „Audi-Europachef Jens Puttfarcken: Weltweit eine gewisse Kaufzurückhaltung“

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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