Akku-Experte: Bei Massenproduktion noch weit zurück

Akku-Experte: Bei Massenproduktion noch weit zurück
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Wolfgang Plank
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  —  Lesedauer 2 min

Der Krieg in der Ukraine treibt nicht nur die Energiepreise, er könnte auch weiter steigende Kosten für wichtige Rohstoffe zur Folge haben. Der Batterie-Experte Dr. Dirk Uwe Sauer von der RWTH Aachen sieht insbesondere die Versorgung mit Nickel betroffen. Auch wenn der Weltmarkt-Anteil Russlands nur etwa elf Prozent betrage, dürften die Preise für Batterien wohl eher steigen als sinken, sagte er in einem Interview mit „electrive.net“. Die Folge werde eine Ausweichbewegung Richtung Lithium-Eisen-Phosphat sein.

Weil gleichzeitig auch die Preise für Benzin und Diesel nach oben gingen und die Zuschüsse für den Kauf von E-Autos weiterhin hoch seien, sieht Sauer dennoch Chancen für eine weitere Beschleunigung beim Ausbau der E-Mobilität. Auch wenn sich wegen fehlender Halbleiter die Wartezeiten für Stromer schon vor dem Krieg in der Ukraine deutlich verlängert hätten.

Die Batterieproduktion in Europa sieht der Lehrstuhl-Inhaber für Elektrochemische Energiewandlung und Speichersystemtechnik weiter auf steilem Wachstumskurs. Bei den asiatischen Herstellern dürften Lieferketten der limitierende Faktor sein, bei den europäischen hingegen auch das Erlernen und Einfahren der Produktionsanlagen. Allerdings wachse der Bedarf derzeit so schnell, dass die Produktionskapazitäten aller Werke benötigt würden. Das mache es auch für Neulinge in diesem Bereich wirtschaftlich deutlich einfacher.

Erfahrung bei der Produktion sei allerdings nicht zu unterschätzen, mahnt Sauer. Eine Lithium-Ionen-Batterie zu bauen, sei als solches kein Hexenwerk, die eigentliche Herausforderung sei die massenhafte Herstellung von Millionen Batteriezellen mit nur kleinsten Qualitätsschwankungen. Da seien sowohl die amerikanischen (vielleicht mit Ausnahme von Tesla) als auch die europäischen Unternehmen noch weit zurück.

Von einem Aufholen im Wettbewerb könne man daher kaum sprechen, so Sauer. In Deutschland würden weiterhin keine Lithium-Ionen-Batterien von deutschen oder europäischen Unternehmen hergestellt. Geändert habe sich aber der Wille, in diesen Bereich zu investieren, um in einigen Jahren mit den bisherigen Marktführern aus Asien auf Augenhöhe zu kommen. Noch vor etwa drei Jahren sei die Batterie als reines Zukaufteil gesehen worden. Das sei vorbei und langsam reife die Erkenntnis, den Vorsprung nicht mehr größer werden lassen.

Quelle: electrive.net – „Die Kosten für die Batterieproduktion werden wohl eher steigen als sinken“

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Wolfgang Plank ist freier Journalist und hat ein Faible für Autos, Politik und Motorsport. Tauscht deshalb den Platz am Schreibtisch gerne mal mit dem Schalensitz im Rallyeauto.

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