Exklusiv: Zeekr weitet Europa-Offensive auf Deutschland aus

Exklusiv: Zeekr weitet Europa-Offensive auf Deutschland aus
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Redaktionskontor „BeHonest“ | Zeekr-Europa-Chef Lothar Schupet (li.) in Guangzhou im Gespräch mit EAN-Autor Henning Krogh.

Henning Krogh
Henning Krogh
  —  Lesedauer 5 min

Neue Konkurrenz aus China für Audi, BMW, Mercedes-Benz, Porsche und weitere Premiumanbieter, vor allem im volumenträchtigen Geschäft mit Firmenwagen: Der E-Fahrzeughersteller Zeekr tritt im Wege des Direktvertriebs in die europäischen Automotive-Schlüsselmärkte Deutschland, Spanien, Italien, Frankreich und Großbritannien ein.

Wie Elektroauto-News exklusiv am Rande der Mobilitätsmesse Auto Tech China 2025 in Guangzhou von Lothar Schupet erfuhr, dem Europa-CEO Zeekrs, zündet das Tochterunternehmen des chinesischen Konzerns Geely (u. a. Lotus, Volvo, Polestar) seine nächste Expansionsstufe offiziell am morgigen 1. Dezember.

Erster der fünf genannten neuen Märkte, in denen fortan schrittweise verschiedene Zeekr-Baureihen zu haben sein werden, ist demnach Deutschland. Hier ist die Auslieferung von Neuwagen bereits für Januar 2026 vorgesehen. Für die aus dem Auto-Quintett voraussichtlich zuletzt belieferte Region Großbritannien befinden sich entsprechende Rechtslenker-Versionen in der Produktentwicklung. Zeekr Europe ist bisher schon in elf europäischen Ländern aktiv, darunter Norwegen, Belgien, die Schweiz und Kroatien.

Neben „premiumluxusaffinen Privatkunden“ (Schupet) richtet sich Zeekr vor allem in Deutschland mit maßgeschneiderten Offerten gezielt an mittelgroße Fuhrparks, Betreiber extensiver Unternehmensflotten sowie breit aufgestellte Mietwagenanbieter. „Die Nachfrage ist enorm. Es gibt etliche DAX-Unternehmen und große Leasing-Gesellschaften, die auf unsere E-Autos warten“, so Schupet im Gespräch mit Elektroauto-News. „Wir arbeiten für attraktive Angebote im B2B-Geschäft etwa mit BNP Paribas und Arval zusammen“.

Zeekr-Probetouren in Metropolen

Besonderes Augenmerk richtet Schupet auf herausragende „Customer Convenience“. Zum Start in Deutschland strebt Zeekr daher ein dichtes Netz von mindestens 40 Kundenzentren mit umfassenden Zeekr-Touchpoints an; innerhalb von sechs Monaten soll die Anzahl auf rund 100 zulegen. Interessenten können sich bereits seit anderthalb Jahren auf Zeekr-Websites im Internet über den Fortgang der Planungen informieren.

Zum Markteintritt in Deutschland erfolgen die Bestellungen bei Zeekr digital, persönliche Ansprechpartner stehen der Kundschaft aber ergänzend zur Seite. Ausgiebige Testfahrten werden zum Beginn der anstehenden Zeekr-Offensive in sieben großen deutschen Städten wie Hamburg, Berlin und München möglich sein.

Zeekr | Zeekr 7X

Zentraler Zeekr-Partner für Service, Reparaturen und Teile wird der spezialisierte Dienstleister Global Automotive Service (G.A.S.) mit Hauptsitz im nordrhein-westfälischen Essen. Das G.A.S.-Werkstattnetz besteht deutschlandweit aus rund 1700 Mehrmarkenbetrieben, von denen gut 500 über Karosserie- und Lackzentren verfügen.

Zum Start in Deutschland tritt Zeekr mit drei Fahrzeugtypen an, dem kompakten Viertürer X (Energieverbrauch nach WLTP: 16,4 – 17,3 kWh/100 km), dem Allrounder-SUV 7X (17,7 – 19,9 kWh/100 km) und dem Shooting-Brake-Flaggschiff 001 (17,3 – 18,5 kWh/100 km). Die Grundpreise erstrecken sich von 37.990 Euro (Zeekr X) über 54.990 Euro (Zeekr 7X) bis hin zu 59.990 Euro (Zeekr 001). „Alle Modelle qualifizieren sich für den 0,25 Prozent geldwerten Vorteil“, heißt es in Zeekr-Kreisen; sämtliche Infotainment-Systeme sind vorbereitet für die deutsche Sprache.

Umfangreiches Wertversprechen

Das Gros des Absatzvolumens erwartet Schupet für den Zeekr 7X. Betont leistungsstarke Ableger der drei Modellreihen wie der Zeekr 001 Sport Edition könnten seiner Einschätzung nach zügig folgen. „In jedem Fall“, so der früher für BMW aktive Topmanager, „ist unsere Value Proposition von einzigartiger Qualität“. So gehören beim Zeekr 7X und dem Zeekr 001 Privilege neben einem 22-kW-Onboard-Ladesystem und einer Wärmepumpe auch Matrix-LED-Scheinwerfer, Massagesitze, Luftfederung sowie ein Panoramadach zur Serienausstattung.

Für die Hochvoltbatterien seiner E-Autos gewährt Zeekr eine Garantie über acht Jahre respektive 200.000 Kilometer. Die Fahrzeuge selbst kommen mit „5 plus 5“-Garantieleistungen: Schutz für die ersten fünf Jahre beziehungsweise 100.000 Kilometer ist serienmäßig; bei Beauftragung aller Wartungen im Zeekr-Servicenetz lässt sich die Pkw-Protektion auf zehn Jahre bzw. 200.000 Kilometer ausweiten.

Zeekr | Zeekr 001 Sport Edition

Schupet: „Ob Fahrwerksauslegung, Strompedalkennlinie oder Farbpalette – unsere für die fünf nächsten europäischen Märkte vorgesehenen Fahrzeuge haben wir akribisch an die jeweiligen Vorlieben der dortigen Zielkundschaft angepasst“. Ein Beispiel: Das vordere Leuchtenband des Zeekr 7X, das in China allerlei Blink- und Schriftzeicheneffekte bietet, wird für Europa „entschärft“, also bewusst cooler und reduzierter daherkommen.

Mit seinen drei Initial-Stromern für Deutschland zielt Zeekr auf ein weites Spektrum von Wettbewerbern, die sich an Vielfahrer mit Dienstwagen- und Premiumanspruch sowie Sinn für nachhaltige Antriebe richten: Im Umfeld des Zeekr-Managements gelten perspektivisch der Audi Q4 e-tron und BMWs iX3 und die weiteren Modelle der Neuen Klasse ebenso als Rivalen wie der Mercedes-Benz CLA als Vollelektriker und der Porsche Macan Electric.

Impulse aus Schweden und den USA

Noch zögerliche E-Mobilisten will Zeekr mit Zahlen überzeugen: Für den 001 etwa verspricht der Hersteller eine WLTP-Reichweite von bis zu 620 Kilometern mit einer Akkufüllung. Die Traktionsbatterie des 7X wiederum soll an DC-Schnellladesäulen in weniger als elf Minuten von zehn auf 80 Prozent zu speisen sein.

Europäische Vierrad-Nerds und technikaffine Außendienstler lockt der Fahrzeugbauer aus Fernost unter anderem mit dem Hinweis auf die Gestaltung seiner Autos im Zeekr-Design-Studio im schwedischen Göteborg sowie der Betonung einer Partnerschaft mit der US-Softwareschmiede Waymo.

Wolfgang Plank | Zeekr X

Als Sitz von Zeekr Deutschland hat Lothar Schupet das Drehkreuz Frankfurt am Main auserkoren. Konkrete Verkaufsziele für das erste Jahr nennt die Führungskraft nicht: „Wir wollen nicht nur nach Volumen schauen. Natürlich brauchen wir gewisse Stückzahlen, um erfolgreich zu sein, um Kunden zu generieren, im Straßenbild präsent zu sein. Aber jetzt nur die Rabattschlacht mitzumachen, das möchten wir nicht“.

Vom Erfolg der anstehenden Zeekr-Offensive auf fünf Kernmärkten Europas ist Lothar Schupet fest überzeugt: „Das unverwechselbar sportlich-elegante Design unserer Pkw, ihre herausragende Performance auf der Straße und an der Ladestation werden in Verbindung mit attraktiven Preisen und absehbar hohen Restwerten viele Menschen überzeugen, die rein elektrischen Premiumluxus auf vier Rädern suchen“.

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Henning Krogh

Henning Krogh ist Wirtschaftsjournalist und beschäftigt sich vor allem mit der Mobilitätsindustrie. Der gebürtige Hamburger war jeweils viele Jahre Redakteur bei „manager magazin“ und „Automobilwoche“. Jetzt, als Freier Autor, schreibt er unter anderem für „Business Insider“.

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