Yasa erhält Fördermittel für seltenerdfreie Elektromotoren

Yasa erhält Fördermittel für seltenerdfreie Elektromotoren
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Mercedes-Benz

Maria Glaser
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Yasa erhält Fördermittel der britischen Regierung zur Entwicklung von Axialflussmotoren, die ohne Seltene Erden hergestellt werden und in Elektro- und Hybridfahrzeugen zum Einsatz kommen. Das Pionierprogramm trägt den Namen „Project Resilience“, Projekt für Widerstandsfähigkeit. Es ziele darauf ab, so die Pressemitteilung, die Abhängigkeit der Automobilindustrie von volatilen und geografisch konzentrierten Lieferketten zu verringern.

Yasa ist ein Tochterunternehmen von Mercedes-Benz und gilt als eines der führenden Unternehmen für Axialfluss-Elektromotoren. Es bietet diese Technologie mit der höchsten Leistungs- und Drehmomentdichte ihrer Klasse bei minimaler Größe und geringem Gewicht an. Im vergangenen Jahr kündigte das britische Unternehmen sogar einen Weltrekord für Leistungsdichte an: Der Elektromotor hat eine Leistung von 550 kW bei einem Gewicht von nur 13,1 Kilogramm. Im Dezember wurde schließlich der 50.000ste Motor des Unternehmens ausgeliefert.

Yasa entwickelt neben Hochleistungs-Elektromotoren auch Leistungselektronik und beschäftigt über 300 Mitarbeiter:innen an den Standorten Oxford, Bicester und Welshpool. Project Resilience wird von den britischen Entwicklungs- und Konstruktionsstandorten von Yasa durchgeführt.

Stabile Lieferketten durch neue Konstruktion

Ziel des Projektes ist es, die Abhängigkeit von seltenen Erden zu verringern und gleichzeitig die Leistungsdichte, den Wirkungsgrad und die kompakte Bauweise zu erhalten. „Seltenerdmetalle haben bei der Entwicklung leistungsstarker und kompakter Elektromotoren eine wichtige Rolle gespielt, doch die Automobilindustrie muss sich nun auf eine Zukunft vorbereiten, in der Verfügbarkeit, Umweltverträglichkeit und Versorgungssicherheit zunehmend wichtige Faktoren sind“, so Tom Hillman, Leiter der Motorsimulation bei Yasa.

Unabhängigkeit der Lieferketten ist insbesondere bei den Seltenen Erden relevant, da Permanentmagnete aus diesen Rohstoffen breite Anwendung in Hochleistungs-Elektromotoren finden. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie den hohen Temperaturen und anspruchsvollen Betriebsbedingungen in leistungsstarken Elektromotoren standhalten können.

Durch geopolitische Unsicherheiten, Exportbeschränkungen, Preisschwankungen und Versorgungsengpässe ist die Lieferkette jedoch risikobehaftet. Außerdem sind Gewinnung und Verarbeitung der Rohstoffe oft nicht umweltfreundlich, während die weltweite Nachfrage nach Elektromotoren weiter steigt.

Im Laufe des Projekts will Yasa zwei sich ergänzende Technologiepfade untersuchen. Für Elektro- und Hybridautos im Hochleistungsbereich werden Permanentmagnetmotoren konstruiert, die keine schweren Seltenen Erden nutzen, aber zugleich eine hohe Leistungsdichte aufrechterhalten, ohne die Motormasse oder die Baugröße zu erhöhen. Parallel dazu wird eine vollständig seltenerdfreie Axialfluss-Technologie entwickelt, die sich für verschiedene Anwendungsbereiche eignen soll. „Unterschiedliche Anwendungen erfordern unterschiedliche Abwägungen zwischen Leistung, Effizienz, Baugröße, Kosten und Produktionsvolumen“, erklärt Hillmann. „Deshalb entwickeln wir zwei sich ergänzende Technologiepfade, anstatt eine einzige universelle Lösung anzustreben.“

Großbritannien fördert F&E mit Milliardeninvestition

Die Fördermittel für das Project Resilience werden von der britischen Regierung im Rahmen des DRIVE35-Programms (Driving Research & Investment in Vehicle Electrification) bereitgestellt, welches vom Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Wissenschaft und Handel in Zusammenarbeit mit dem Advanced Propulsion Centre UK (APC) und Innovate UK durchgeführt wird. Es ist Teil der Regierungsstrategie, um emissionsfreien Verkehr zu fördern. Bis 2035 werden Fördermittel in Höhe von umgerechnet fast 4,7 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung, die Skalierung und die Transformation im Automobilbereich bereitstellt.

Ian Constance, Geschäftsführer des APC, sagte, dass es bei dieser Investition um weit mehr als nur um einzelne Projekte gehe. „Es geht darum, die Fähigkeit Großbritanniens zu stärken, die Technologien zu entwerfen, zu entwickeln und zu bauen, die die Fahrzeuge der Zukunft prägen werden. Durch die Zusammenführung von Industrie, Regierung und Wissenschaft trägt DRIVE35 dazu bei, die Voraussetzungen für langfristiges Wachstum zu schaffen, das Vertrauen der Investoren zu stärken und die Position Großbritanniens als einer der weltweit führenden Standorte für Innovationen im Automobilbereich zu festigen“, so Constance weiter. Im Rahmen von DRIVE35 wurden bereits über 100 emissionsfreie Projekte mit über 200 Partnern ermöglicht.

Quelle: Yasa – Pressemitteilung vom 11. August 2026

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Aus dem geisteswissenschaftlichen Bereich kommend, verbindet Maria Glaser bei Elektroauto-News.net seit 2023 ihre Liebe zum Text mit fachlichen Inhalten. Seit ihrem Studium in Berlin und Wien arbeitet sie im Bereich Lektorat, Korrektorat und Content Writing, vor allem zu Mobilität.

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