Starkregen in Marokko bremst Mercedes beim Elektro-GLC aus

Starkregen in Marokko bremst Mercedes beim Elektro-GLC aus
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Mercedes-Benz

Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
  —  Lesedauer 3 min

Der Produktionshochlauf des elektrischen Mercedes GLC gerät ins Stocken. Neben fehlenden Batterien bereiten dem Automobilhersteller offenbar auch Lieferausfälle bei Bordnetzen Probleme, berichtet das Industrie-Magazin. Ursache dafür sollen demnach schwere Regenfälle und Überschwemmungen in Marokko sein. Mercedes will die entstandenen Rückstände dennoch bis Ende des Jahres aufholen.

Im Mercedes-Werk Bremen läuft der neue GLC mit EQ-Technologie gemeinsam mit Verbrenner- und Hybridvarianten vom Band. Diese flexible Produktion hilft dem Unternehmen derzeit, die Lieferprobleme zumindest teilweise abzufedern. Weil wichtige Komponenten für das Elektroauto fehlen, werden auf den betroffenen Anlagen vorübergehend mehr konventionell angetriebene GLC gefertigt. Mercedes bestätigte, dass es während des Anlaufs bei „einigen wenigen Lieferanten“ Herausforderungen gegeben habe.

Auch bei Batterien stockte es

Betroffen sind dem Bericht zufolge zum einen die Batterien. Die dafür vorgesehenen Zellen sollten ursprünglich aus dem neuen CATL-Werk im ungarischen Debrecen kommen. Dort verläuft der Produktionshochlauf jedoch langsamer als geplant. Ende Juni wurden demnach zwar bereits Batteriemodule montiert, die eigentliche Zellproduktion war zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht angelaufen.

Noch ungewöhnlicher ist der zweite Engpass: Bei einem Zulieferer in Marokko soll die Fertigung von Bordnetzen ausgefallen sein. Das Werk von Kromberg & Schubert in Kénitra produziert Kabelbäume, die bereits früh in die Rohkarosse eingebaut werden. Fehlen diese modellspezifischen Bauteile, lassen sich die Fahrzeuge kaum unfertig vorproduzieren und später komplettieren.

Ende Januar und im Februar hatten mehrere Stürme den Norden Marokkos getroffen. Wochenlanger Starkregen ließ Flüsse und Staudämme überlaufen, Hunderttausende Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Auch die Provinz Kénitra war von den Überschwemmungen betroffen, die Folgen dauern offenbar teilweise bis heute an. Eine Untersuchung von World Weather Attribution kommt zu dem Ergebnis, dass extreme Tagesniederschläge in der untersuchten südlichen Region, zu der auch Nordmarokko zählt, seit 1950 deutlich intensiver geworden sind. Dies dürfte nicht zuletzt auf den Klimawandel zurückzuführen sein.

Klimaanpassung wird immer mehr zum Thema

Für Mercedes kommen die Probleme zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Der elektrische GLC gehört zu den wichtigsten neuen Elektroautos des Konzerns. Nach Unternehmensangaben gingen innerhalb der ersten drei Monate mehr Bestellungen ein als bislang bei jedem anderen Elektroauto der Marke. Die bislang eher niedrigen Zulassungszahlen dürften daher weniger auf mangelndes Interesse als auf die begrenzte Verfügbarkeit zurückzuführen sein.

Mercedes erklärt jedoch, die Schwierigkeiten gemeinsam mit den Lieferanten inzwischen gelöst zu haben. Der Produktionsrückstand soll bis zum Jahresende aufgeholt werden. Der Fall zeigt allerdings, dass sich Automobilhersteller nicht mehr nur gegen politische Krisen oder Materialengpässe absichern müssen. Mit häufigeren und intensiveren Wetterextremen wird auch die Klimaanpassung entlang internationaler Lieferketten zu einem zunehmend wichtigen Wettbewerbsfaktor.

Quelle: Industrie-Magazin – Mercedes GLC: Warum Källenius wichtigstes Elektroauto in Bremen feststeckt

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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