Xiaomi SU7 kommt 2027 offiziell nach Deutschland

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Daniel Krenzer
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Xiaomi macht seine Europa-Pläne konkret. Der chinesische Technologiekonzern will 2027 mit seinen Elektroautos in Deutschland und weiteren europäischen Märkten starten. Auf der IFA in Berlin hat Xiaomi Auto nun Absichtserklärungen mit gleich acht großen deutschen Autohandelsgruppen unterzeichnet. Damit nimmt auch das Vertriebs- und Servicenetz für den Markteintritt zunehmend Gestalt an.

Zu den ersten Partnern zählen Dello, Dinnebier, Emil Frey, Fett & Wirtz, Hahn Automobile, LUEG Mobility, Penske-Jacobs Innovation und SPT Avior. Xiaomi setzt in Deutschland damit zunächst auf etablierte Händlerstrukturen. Parallel betreibt das Unternehmen bereits ein europäisches Forschungs- und Entwicklungszentrum in München und sucht weitere Vertriebspartner.

Welches Modell 2027 tatsächlich zuerst regulär in Deutschland angeboten wird, hat Xiaomi noch nicht endgültig bekanntgegeben. Im Mittelpunkt dürfte allerdings die knapp fünf Meter lange Elektrolimousine SU7 stehen, mit der der Smartphone-Konzern überhaupt erst zum Automobilhersteller geworden ist. Xiaomi selbst zeigt den SU7 bereits auf seiner internationalen Internetseite, weist aber ausdrücklich darauf hin, dass SU7 und SU7 Ultra bislang außerhalb Chinas nicht verkauft werden.

SU7 erinnert nicht zufällig an den Porsche Taycan

Optisch wird der Xiaomi SU7 seit seiner Vorstellung immer wieder mit dem Porsche Taycan verglichen. Tatsächlich sind die Ähnlichkeiten insbesondere bei Silhouette, Proportionen und Frontgestaltung kaum zu übersehen. Technisch muss sich der Chinese vor dem deutlich teureren Porsche zumindest auf dem Papier ebenfalls nicht verstecken.

Die im Frühjahr 2026 überarbeitete Generation des SU7 ist 4,997 Meter lang und hat einen Radstand von exakt drei Metern. In China stehen Standard, Pro und Max zur Wahl. Die beiden heckgetriebenen Varianten leisten jeweils 235 kW (320 PS), während der allradgetriebene SU7 Max auf 508 kW (690 PS) kommt und in gut drei Sekunden auf Tempo 100 beschleunigt. Je nach Version kommen Akkus mit 73 bis 101,7 kWh zum Einsatz. Die Reichweiten von 720 bis 902 Kilometern werden allerdings nach dem großzügigeren chinesischen CLTC-Zyklus angegeben und sind deshalb nicht direkt mit europäischen WLTP-Werten vergleichbar.

Auch beim Schnellladen legt Xiaomi nach: Für die stärksten Versionen nennt der Hersteller bis zu 5,2C Ladeleistung und im Idealfall lediglich zwölf Minuten von 10 auf 80 Prozent. Welche Technik und welche Batterievarianten für Europa homologiert werden, ist allerdings noch offen.

Interessant ist der Vergleich mit dem Taycan auch aus einem anderen Grund. Während Xiaomi 2027 mit seiner sportlichen Elektrolimousine in Europa durchstarten will, soll Porsche nach einem Bericht der Wirtschaftswoche die Taycan-Produktion spätestens 2030 auslaufen lassen. Die Verkaufszahlen sind zuletzt deutlich gesunken: Nach knapp 41.000 Auslieferungen 2023 waren es 2025 nur noch 16.339 Exemplare.

Grauimporte dürften bald weniger interessant werden

Schon vor dem offiziellen Marktstart gab es Bestrebungen, den SU7 über unabhängige Importeure nach Deutschland zu bringen. So hatte die Plattform Autohelden im Sommer angekündigt, neben Fahrzeugen von Avatr auch Xiaomi SU7 und YU7 importieren zu wollen. Xiaomi stellte  allerdings ausdrücklich klar, nicht mit Autohelden zusammenzuarbeiten.

Mit einem offiziellen Vertriebs- und Servicenetz ab 2027 dürfte sich die Ausgangslage ohnehin grundlegend ändern. Xiaomi hat seit dem Start seiner Autosparte Anfang 2024 nach eigenen Angaben bereits mehr als 700.000 Fahrzeuge ausgeliefert. Allein vom SU7 wurden innerhalb von 28,5 Monaten mehr als 500.000 Exemplare abgesetzt. Auch der YU7 entwickelte sich unmittelbar nach seiner Markteinführung zum Verkaufserfolg.

Für etablierte europäische Premiumhersteller dürfte Xiaomi deshalb ein Konkurrent sein, den sie ernst nehmen müssen. Entscheidend wird allerdings sein, wie stark sich die bislang sehr attraktiven chinesischen Preise durch Zölle, Homologation, Vertrieb und Service in Europa erhöhen. Deutsche Preise und die konkrete Modellpalette für 2027 stehen bislang noch aus.

Quelle: Xiaomi – Pressemitteilung vom 3. September 2026

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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