Was Tesla mit seinen Lkw-Ladestationen plant

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Michael Neißendorfer
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Tesla-Chef Elon Musk hat bisher noch wenig darüber verraten, wie er seinen Elektro-Lkw Semi und die angekündigte Ladeinfrastruktur für die Langstrecken-E-Trucks in die Realität umsetzen will. Jetzt hat aber die Nachrichtenagentur Reuters erfahren, dass Tesla bereits mit dem Brauereiunternehmen Anheuser-Busch, dem Getränkehersteller PepsiCo und dem Lieferdienst UPS zusammenarbeitet, um an deren Einrichtungen Ladeterminals vor Ort zu schaffen.

Diese dort aufgestellten „Megacharger“ könnten Teil eines auch für andere Unternehmen zugänglichen Ladenetzes für die Tesla-Trucks werden. An den Stationen sollen die Batterien der Tesla-Lkw in nur 30 Minuten genug Energie für knapp 640 Kilometer Reichweite tanken können.

Die drei Unternehmen, die mit Reuters sprachen, sagten dass der erste Schritt darin bestehe, Lademöglichkeiten an den eigenen Standorten zu schaffen. Der Einsatz der Semis von Tesla solle sich zunächst auf Strecken beschränken, die inkl. An- und Abreise vom Heimatstandort aus zu schaffen sind. Einzelheiten zu den Partnerschaften würden derzeit noch ausgehandelt. Auch das Design und die Technologie der Ladesäulen seien noch nicht konkret, so die Unternehmen.

PepsiCo, das bereits 100 der Tesla-Lkw reserviert hat, sagte man könne sich auch vorstellen, die Infrastruktur mit anderen Unternehmen zu teilen, sollten diese sich an den Kosten dafür beteiligen. Anheuser-Busch prüfe momentan, wie sich die Installation von Megachargern für seine 40 Tesla Semis an großen Brauereien und anderen Schlüsselstandorten umsetzen lässt. Auch UPS will für seine 125 vorbestellten Tesla-Trucks beim Bau von Ladestationen vor Ort eng mit Tesla zusammenarbeiten.

Gleichzeitig treibe Tesla Pläne für eigene Stationen voran, um Strom für seine E-Lkw anbieten und verkaufen zu können. Aber wie schnell Tesla ein leistungsfähiges Netz an Elektrotankstellen für kommerzielle Trucker bauen könnte, ist unklar. Momentan hat der Hersteller von Elektroautos Schwierigkeiten, die Produktion seines neuen Massenstromers Model 3 hochzufahren und finanziell liquide zu bleiben. Einige Analysten und Führungskräfte im Lkw-Sektor bezweifeln deshalb, dass Tesla den Semi ab 2019 ausliefern kann, geschweige denn bis dahin eine umfangreiche Ladeinfrastruktur auf die Beine zu stellen.

Eine Tesla-Sprecherin bestätigte bereits, dass Tesla in enger Zusammenarbeit mit großen Kunden Ladestationen für den Semi baut. Weitere Einzelheiten über die Vereinbarungen oder Teslas Pläne für eigene Lkw-Ladeterminals ließ sie sich nicht entlocken.

Nur die Kosten fürs Laden scheinen schon fix: Bei der Enthüllung des Semi im November sagte Tesla-Chef Musk, er „garantiere“ einen Preis von sieben Cent pro Kilowattstunde Strom.

Quelle: Ecomento – Erste Details zu Teslas Elektro-Lkw-Ladeinfrastruktur // Reuters – Exclusive: How Tesla’s first truck charging stations will be built

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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