Wolfgang Ufer, Smart: Was der neue #2 wirklich leisten soll

Wolfgang Ufer, Smart: Was der neue #2 wirklich leisten soll
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Elektroauto-News

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Im aktuellen Podcast spreche ich mit Wolfgang Ufer, CEO von Smart Europe, über eines der am sehnlichsten erwarteten Elektroautos der vergangenen Jahre: den Smart #2. Wir treffen uns in Rom – und das ist kein Zufall. Die Stadt gilt innerhalb von Smart als eine Art heiliger Boden: In der Hochphase des Zweisitzers wurden allein in der Umgebung der Hauptstadt bis zu 10.000 Einheiten pro Jahr verkauft, die vatikanische Polizei fuhr Zweisitzer, und insgesamt sind noch über eine halbe Million Fortwo durch Italien unterwegs. Für Wolfgang ist Rom damit keine PR-Kulisse, sondern schlicht der perfekte Ort für den Elektro-Zweisitzer.

Was das Gespräch von Beginn an klar macht: Smart kehrt nicht einfach zu einem alten Modell zurück, sondern tritt mit einem erheblichen technischen Rucksack an. Herzstück ist die neu entwickelte ECA-Plattform, die Smart eigens für den #2 aufgebaut hat, nachdem sich Kooperationen mit möglichen Partnern als zu kompromissbelastet erwiesen. „Als wir gemerkt haben, dass wir entweder keinen Vorteil oder zu viele Kompromisse eingehen müssen, haben wir umgeschwenkt“, erklärt Wolfgang. Dass ein Automobilhersteller heute eine vollständig eigene Plattform auf die Beine stellt, ist in der aktuellen Branchenlage durchaus ein Statement. Vor allem in diesem Segment.

Die technischen Eckdaten, die bisher kommuniziert wurden, sind noch vorläufig, das macht Wolfgang im Gespräch deutlich. Trotzdem lassen sie eine klare Richtung erkennen: rund 300 Kilometer Reichweite, eine 35,7-kWh-Batterie und Schnellladefähigkeit mit einem angestrebten Ladefenster von zehn auf achtzig Prozent in rund 20 Minuten. Für ein Auto im A-Segment ist das eine andere Hausnummer als das, woran Zweisitzer-Fahrer:innen bisher gewöhnt waren. Wolfgang begründet die Dimensionierung damit, dass auch Menschen ohne Wallbox mehrere Tage durch die Stadt kommen sollen und dass winterliche Reichweitenverluste vorab eingerechnet wurden.

Wann wir den Smart #2 in Serienstatus sehen werden

Ein eigenes Thema ist das Design. Das in Nizza entwickelte Concept Car, das in Rom zu sehen ist, soll drei Kriterien gleichzeitig erfüllen: sofortige Erkennbarkeit als Smart für alle, die jemals einen Zweisitzer gefahren haben, ein modernes Erscheinungsbild ohne Retro-Gefühl und eine sichtbare Verwandtschaft zu den aktuellen Modellen #1, #3 und #5. Elemente wie die sogenannte „Sharknose“ an der Front sind laut Wolfgang bewusste Reminiszenzen an die bestehende Fahrzeugfamilie. Das Serienfahrzeug wird nah am Concept sein, aber noch leicht überzeichnet.

Die Vorstellung des Smart #2 ist für den Pariser Autosalon im Oktober angesetzt. Dort will der Hersteller das Serienmodell vollständig zeigen, Innenraum inklusive. Einen Bestellstart hat Wolfgang für dieses Jahr in Aussicht gestellt. Konkrete Angaben zum Preis hielt er noch zurück, deutete aber an, dass der Einstiegspreis „nicht schlecht“ sein werde. Ausgeliefert werden die ersten Autos dann ab dem zweiten Quartal 2027. Gefertigt wird zunächst in China, was im Kontext der aktuellen Zolldebatte eine Rolle spielt.

Was ihn persönlich am meisten am neuen Modell begeistert, fragt ich ihn zum Abschluss. Seine Antwort fällt dreigeteilt aus: die deutlich direktere Fahrdynamik durch eine neue Aufhängung, die er eher aus der Oberklasse kennt, etwas mehr Leistung als beim Vorgänger und eben die neu eingeführte Schnellladefähigkeit, die bisher kein Fortwo hatte. Der Wendekreis bleibt dabei identisch zum Vorgänger. Wer den je ausprobiert hat, weiß, was das in einer Stadt wie Rom bedeutet. Doch genug des Vorberichts – hör selbst rein, was Wolfgang im Gespräch noch zu sagen hatte.

Gerne kannst du mir Fragen zur E-Mobilität, die dich im Alltag beschäftigen, per Mail zukommen lassen. Die Antwort darauf könnte für andere Hörer des Podcasts ebenfalls von Interesse sein. Wie immer gilt: Über Kritik, Kommentare und Co. freue ich mich natürlich. Also gerne melden, auch für etwaige Themenvorschläge. Und über eine positive Bewertung beim Podcast-Anbieter deiner Wahl freue ich mich natürlich auch sehr! Danke.

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Sebastian Henßler

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Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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