USA: VW stoppt ID.4-Produktion – ohne Nachfolger in Sicht

USA: VW stoppt ID.4-Produktion – ohne Nachfolger in Sicht
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Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Volkswagen stellt die Fertigung des ID.4 im US-Werk Chattanooga ein. Die Produktion des elektrischen Kompakt-SUV endet Mitte April, wie der Automobilhersteller gegenüber Automotive News bestätigte. Bereits gebaute Exemplare des Modelljahres 2026 sollen über den bestehenden Lagerbestand weiterhin verfügbar bleiben – voraussichtlich bis ins Jahr 2027 hinein.

Der Schritt reiht sich in eine Serie von Anpassungen ein, die Volkswagen an seinem Elektro-Portfolio in Nordamerika vornimmt. Den ID. Buzz ließ der Konzern für das Modelljahr 2026 ausfallen, die geplante Elektro-Limousine ID.7 wurde für den US-Markt gestrichen. Bereits im September hatte Volkswagen die Produktion des ID.4 gedrosselt. Ein Nachfolgemodell für den nordamerikanischen Markt sei in Planung, teilte das Unternehmen mit, nannte aber weder Details noch einen Produktionsstandort.

Dabei waren die Verkaufszahlen zuletzt durchaus positiv. Im Jahr 2025 legte der ID.4 um 31 Prozent auf fast 22.500 verkaufte Einheiten zu. Allerdings wurde die Nachfrage maßgeblich durch das dritte Quartal getrieben, als Käufer:innen vor dem Wegfall der bundesweiten Steuergutschriften im September zuschlugen. Den Höchststand erreichte das Modell 2023 mit fast 38.000 Verkäufen. Im ersten Quartal 2026 wendete Volkswagen pro verkauftem ID.4 rund 6670 Euro an Kaufanreizen auf – weniger als die Hälfte der knapp 14.460 Euro ein Jahr zuvor, aber nahezu identisch mit den rund 6710 Euro Anfang 2024.

Das Ende der ID.4-Fertigung fällt in eine Phase, in der zahlreiche Automobilhersteller ihre Elektropläne zurückfahren oder verschieben. Volkswagen erklärte, die Produktionsplanung werde sich künftig auf volumenstarke Modelle konzentrieren, „die nachhaltiges Wachstum in Nordamerika unterstützen“.

VW-Werk Chattanooga setzt künftig auf den Atlas

Im Werk Chattanooga läuft eine Produktionslinie, auf der neben dem ID.4 auch der Atlas und der Atlas Cross Sport gefertigt werden. Der Atlas ist nach dem Tiguan das meistverkaufte VW-Modell in den USA. Die zweite Generation des großen SUV feierte auf der New York Auto Show ihre Premiere und soll im Sommer in Produktion gehen.

Darüber hinaus bekräftigte Volkswagen, neue Modelle speziell für den US-Markt zu prüfen – abgestimmt auf den Fokus auf volumenstarke Autos. Im Rahmen der Tarifverhandlungen mit der Gewerkschaft UAW hatte sich der Konzern verpflichtet, neue Produkte nach Chattanooga zu bringen. Ob es sich dabei ausschließlich um Modelle der Marke VW oder auch um andere Konzernmarken handelt, blieb offen.

VW-Group-of-America-Chef Kjell Gruner erklärte Anfang April in New York, die künftige US-Modellpalette werde auf Verbrennern, Hybridantrieben und Batterietechnik basieren. Für den ID.4 und den ID. Buzz sehe er weiterhin eine Zukunft, zusätzliche Elektromodelle seien in den kommenden zwei Jahren aber nicht geplant.

Die rund 3200 Beschäftigten des Werks wurden über die Änderungen informiert. Mitarbeiter:innen, die bisher am ID.4 arbeiteten, sollen nach Seniorität und in Absprache mit der UAW auf andere Positionen im Werk wechseln. Zusätzlich bietet Volkswagen ein Frühverrentungsprogramm an.

Quelle: Automotive News – VW to end ID4 output in U.S., focus on Atlas lineup, as EV market recalibrates

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Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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