Volkswagen kommt bei seinem umfangreichen Stellenabbau nach eigenen Angaben planmäßig voran. Zur Hauptversammlung am 18. Juni will Konzernchef Oliver Blume den Aktionär:innen mitteilen, dass die Belegschaft der Volkswagen AG in Deutschland einschließlich der Werke in Sachsen und Osnabrück bis Jahresende um 19.000 Personen sinken wird. Der Rückgang betrifft ausschließlich die deutschen Standorte des Konzerns, wie unter anderem das Manager-Magazin auf Grundlage des vorab veröffentlichten Redetextes berichtet.
Bereits Ende 2023 hatte Volkswagen erste Sparprogramme eingeleitet. Kurz vor Weihnachten 2024 einigte sich der Konzern mit den Arbeitnehmervertreter:innen auf den Abbau von insgesamt 35.000 Stellen bis 2030. Mehr als 28.000 dieser Austritte sind laut Blumes Redetext inzwischen verbindlich vereinbart. Die Fabrikkosten an den deutschen Standorten seien demnach bereits um mehr als ein Fünftel gesenkt worden.
Erste Milliarde bei VW konnte bereits eingespart werden
Die finanziellen Effekte der Maßnahmen seien messbar, heißt es weiter. „Schon jetzt sind nachhaltige Kosteneffekte von rund einer Milliarde Euro erzielt worden“, wird Blume laut dem veröffentlichten Redetext sagen. Das mittelfristige Ziel ist deutlich ambitionierter: „Bis 2030 arbeiten wir an jährlichen Netto-Einsparungen von sechs Milliarden Euro.“ Der Konzern sieht das Programm als Antwort auf externe Belastungen, die sich insgesamt auf einen zweistelligen Milliardenbetrag summieren.
Ein wesentlicher Belastungsfaktor sind die US-Zölle unter Präsident Donald Trump. Diese kosten Volkswagen nach Blumes Angaben direkt und indirekt fünf Milliarden Euro jährlich. Besonders betroffen ist die Konzerntochter Audi, die über keine eigene Produktion in den USA verfügt und daher auf Importe aus Europa und Mexiko angewiesen ist. Blume zufolge prüft Audi weiterhin den Aufbau einer Fertigung in den Vereinigten Staaten, ohne dass dazu bereits konkrete Entscheidungen gefallen wären.
Xpeng bremst Erwartungen an VW-Werk-Übernahme
Mitte Mai hatten Berichte über ein mögliches Interesse des chinesischen Automobilherstellers Xpeng an einem VW-Werk für Aufsehen gesorgt. Bei einer Veranstaltung in London erläuterte Xpeng-Vizepräsident Brian Gu nun die Europa-Pläne des Herstellers und dämpfte dabei die Erwartungen an eine mögliche Übernahme. Konkrete Aussagen zu einer Beteiligung an einem deutschen VW-Standort blieben aus.
Die Hauptversammlung des Volkswagen-Konzerns findet am 18. Juni statt. Dort wird Blume den Aktionär:innen den aktuellen Stand der Restrukturierung sowie die weiteren Schritte darlegen.
Quelle: Manager-Magazin – Blume kündigt harte Sparziele bis Jahresende an / Reuters – Volkswagen to reduce workforce by 19,000 by end of year, CEO says









Wird geladen...