Blume, VW: EU braucht fairen Wettbewerb für Autobranche

Blume, VW: EU braucht fairen Wettbewerb für Autobranche
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Volkswagen

Sebastian Henßler
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  —  Lesedauer 3 min

Der Produktionsstart des VW ID.Polo im spanischen Martorell hat Volkswagen-Chef Oliver Blume zu einer klaren Positionierung veranlasst. Wer in Europa Geschäfte machen wolle, solle auch hier investieren, so Blume anlässlich des Serienanlaufs. Die Forderung richtet sich nicht gegen Handel, sondern gegen ein Regelwerk, das europäische Hersteller strukturell benachteilige.

Blume sprach sich dabei ausdrücklich gegen Protektionismus aus, plädierte aber für eine konsequente europäische Interessenpolitik. „Ich denke, wir sollten eher über eine europäische Interessenpolitik reden, wie sie in anderen Regionen der Welt auch verfolgt wird“, sagte er. Sein Modell: Wer in Europa Absatz erziele, solle zunächst über Montagewerke einsteigen und schrittweise Entwicklungsleistungen sowie Komponentenfertigung aufbauen. „Am Ende ist es wichtig, ein einheitliches Spielfeld zu bekommen.“

Die Hybridzoll-Lücke als konkretes Problem

Ein zentrales Beispiel für das ungleiche Spielfeld sind nach Blumes Einschätzung Hybridfahrzeuge. Die EU hat zwar Strafzölle auf chinesische Elektroautos eingeführt, Hybridmodelle bleiben davon jedoch ausgenommen. Diese würden in China zu deutlich niedrigeren Kosten entwickelt und gebaut. Träfen sie ohne vergleichbare Auflagen auf europäische Konkurrenz, sei das für die heimische Industrie strukturell kaum zu kompensieren.

Branchenexperte Constantin Gall von der Unternehmensberatung EY sieht in dieser Konstellation ein handfestes Problem. Vom derzeitigen Marktumfeld profitierten vorwiegend ausländische Hersteller, da diese im niedrigeren Preissegment mehr anzubieten hätten. Hinzu kommt Kritik am eigenen Entwicklungstempo: Stephen Reitman, Analyst beim Investmenthaus Bernstein, bezeichnete den Produktionsstart zwar als „großen Schritt nach vorn für Volkswagen“, merkte aber an: „Dass das Auto erst jetzt produziert wird, zeigt, wie lange es dauert, bis Volkswagen ein Fahrzeug auf die Straße bringt. Vor allem, wenn man es mit dem Tempo der chinesischen Hersteller vergleicht.“

VWs 27 Prozent Marktanteil am E-Automarkt reichen nicht

Volkswagen verweist auf seine Position im europäischen Elektroautomarkt. Konzernweit komme man auf einen Marktanteil von 27 Prozent, sagte Blume. Das reiche allerdings noch nicht aus, um drohende Strafzahlungen durch die CO2-Flottengrenzwerte der EU zu vermeiden. Rückenwind kommt derzeit aus dem Marktumfeld: Hohe Spritpreise infolge des Iran-Kriegs sowie staatliche Fördermaßnahmen in Deutschland und anderen EU-Ländern haben die Nachfrage nach E-Autos belebt. In Deutschland ist inzwischen rund jeder vierte verkaufte Neuwagen ein Elektroauto, in der EU insgesamt liegt der Anteil bei etwa einem Fünftel.

Der ID.Polo selbst ist Teil eines größeren Plattformprojekts, das Volkswagen gemeinsam mit Seat/Cupra und Skoda aufgesetzt hat. Vier Kleinwagen gehen daraus hervor, alle gebaut in Spanien, mit einer gemeinsamen Ersparnis von 600 Millionen Euro.

Bestellen lässt sich der ID.Polo seit Ende April, die Einstiegsvariante ab rund 25.000 Euro ist vorerst jedoch noch nicht lieferbar. Analyst Daniel Schwarz vom Bankhaus Metzler geht davon aus, dass der Einsatz von Eisenphosphat-Batterien dabei helfen dürfte, das Fahrzeug einigermaßen profitabel zu verkaufen.
Quelle: t-online.de – VW-Chef Blume fordert EU-Regeln gegen Konkurrenz aus China

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Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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