VW verzeichnet plus 124 Prozent bei E-Auto-Bestellungen

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Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
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Kein Grund für Jubelschreibe, aber solide mit leichtem Wachstum sind die aktuellen Halbjahreszahlen beim VW-Konzern, der seinen Ausblick für das Jahr 2024 bestätigt. Die Volkswagen Group erwartet einer aktuellen Mitteilung zufolge, dass die Umsatzerlöse des Konzerns das Vorjahr um bis zu 5 Prozent übertreffen. Die operative Umsatzrendite für den Konzern und den Bereich Pkw werde voraussichtlich zwischen 6,5 und 7 Prozent liegen.

Der Volkswagen Konzern hat im ersten Halbjahr ein solides Ergebnis geliefert. Das Jahr 2024 steht in einem anspruchsvollen Umfeld für die größte Produktoffensive des Konzerns und gleichzeitig eine umfangreiche Sanierung und Restrukturierung der Geschäftsfelder. Die erreichten Ergebnisse sind eine erfolgreiche Teamleistung aller Marken. Strategisch haben wir maßgebliche Weichen gestellt“, sagt Oliver Blume, CEO der Volkswagen Group.

Die Top-10 Programme, mit denen sich VW zukunftsfähig aufstellen will, machen Blume zufolge „gute Fortschritte: Wir beschleunigen unsere globale Software-Strategie mit internationalen Partnern. Die Aufstellung in China haben wir komplett neu ausgerichtet. Die Performance Programme nehmen konzernweit Fahrt auf und die neuen Produkte bekommen positives Feedback aus den weltweiten Märkten. Das ist eine gute Basis. Ein Großteil der Arbeit liegt aber noch vor uns.“

Erfreut zeigen sich die Wolfsburger über einen leichten Anstieg ihrer Auftragseingänge in Westeuropa, die insgesamt um +2 Prozent zugelegt haben, getrieben vor allem durch eine starke Zunahme der Aufträge für vollelektrische Autos um +124 Prozent. Der Auftragsbestand reiche bis weit in das 4. Quartal hinein.

Kennzahlen für das erste Halbjahr 2024

Im ersten Halbjahr 2024 hat der VW-Konzern 158,8 Milliarden Euro Umsatzerlöse erzielt, 2 Prozent mehr als im ersten Halbjahr des Vorjahres mit 156,3 Milliarden Euro. Die Umsatzerlöse im Automobilgeschäft waren annähernd stabil bei weltweit leicht rückläufigem Fahrzeugabsatz, der bei 4,3 Millionen ausgelieferten Autos lag, um 2 Prozent weniger als im ersten Halbjahr des Vorjahres mit 4,4 Millionen Fahrzeugen. Wachstum in Nordamerika (+8 Prozent) und Südamerika (+15 Prozent) konnte den Rückgang in anderen Regionen, insbesondere in China, im 2. Quartal nahezu ausgleichen.

Das Operative Ergebnis liegt bei 10,1 Milliarden Euro, 11 Prozent weniger als im Vorjahr mit 11,3 Milliarden Euro. Der Rückgang des Operativen Ergebnisses sei auf verschiedene Faktoren zurückzuführen, insbesondere ungeplante Rückstellungen für das Abfindungsprogramm der Volkswagen AG im Zuge der Sparmaßnahmen; zudem auf gestiegene Fixkosten, Aufwendungen im Zusammenhang mit der Entkonsolidierung der VW Bank Russland und der Schließung eines Teils des Gasturbinengeschäfts bei MAN Energy Solutions.

Bei 7,1 Prozent lag die Operative Marge für das erste Halbjahr 2024, vor allem dank eines starken zweiten Quartals mit 7,6 Prozent, eine deutliche Verbesserung zum ersten Quartal 2024 mit 6,6 Prozent.

Im Konzernbereich Automobile geht das Unternehmen für 2024 davon aus, dass die Investitionsquote zwischen 13,5 und 14,5 Prozent liegt. Den Netto-Cashflow des Jahres 2024 wird zwischen 2,5 und 4,5 Milliarden Euro erwartet. Darin enthalten sind insbesondere Zukunftsinvestitionen sowie Liquiditätsabflüsse aus Mergers & Acquisitions-Aktivitäten, die eine wichtige Säule der Transformation des Volkswagen Konzerns darstellen. Die Nettoliquidität im Konzernbereich Automobile wird 2024 voraussichtlich zwischen 37 und 39 Milliarden Euro liegen. Es sei unverändert das Ziel des Konzerns, seine solide Finanzierungs- und Liquiditätspolitik fortzusetzen.

Quelle: Volkswagen – Pressemitteilung vom 01.08.2024

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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