Für die rund 2000 Beschäftigten der Volkswagen-Batterietochter PowerCo zeichnet sich eine mehrjährige Beschäftigungssicherung ab. Ein neu ausgehandeltes Tarifpaket zwischen dem Unternehmen und der IG Metall sieht vor, betriebsbedingte Beendigungskündigungen bis Ende 2030 auszuschließen. Nach Angaben der Gewerkschaft soll der Vertrag vom 1. März 2026 bis zum 31. Dezember 2030 gelten. Wirksam wird die Vereinbarung, sofern beide Tarifparteien ihr bis zum 28. Februar zustimmen.
Dem Abschluss gingen elf Verhandlungsrunden voraus. Er reagiert auf tiefgreifende technologische und wirtschaftliche Veränderungen in der Batterieindustrie. In einem Umfeld, das von hohen Investitionen, starkem Wettbewerb und schwankender Nachfrage geprägt ist, rückt die Sicherung von Arbeitsplätzen in den Mittelpunkt der Einigung. Die Regelung schaffe Verlässlichkeit für Belegschaft und Standort, erklärte Alina Roß, Verhandlungsführerin der IG Metall Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. Angesichts bewegter Investitionsentscheidungen und volatiler Märkte seien klare Perspektiven notwendig.
PowerCo: Strategische Rolle der Zellfertigung in Salzgitter
PowerCo wurde 2022 als eigenständige Gesellschaft für die industrielle Fertigung von Batteriezellen gegründet. Mit diesem Schritt bündelt der Volkswagen-Konzern zentrale Kompetenzen im Bereich Elektromobilität innerhalb des eigenen Unternehmensverbunds. Seit Dezember 2025 läuft im Werk Salzgitter die Serienproduktion. Auf dem Gelände des früheren Motorenwerks entstand seit Juli 2022 eine Zellfabrik, in die bislang mehr als eine Milliarde Euro investiert wurde. Ziel ist eine skalierbare Fertigung, die zentrale Teile der Wertschöpfungskette im Konzern hält.
Vor diesem Hintergrund ordnet die Gewerkschaft die Einigung als industriepolitisch bedeutsam ein. Wer Batteriezellen herstellt, gestaltet aus ihrer Sicht einen Kernbereich der künftigen Autoindustrie. Entsprechend wichtig seien tarifliche Rahmenbedingungen, die wirtschaftliche Anforderungen mit sozialer Absicherung verbinden. Die Beschäftigungsgarantie bildet dabei den Kern des Pakets.
Neben der Jobzusage enthält die Vereinbarung auch Regelungen zur Vergütung. Der gekündigte Entgelttarifvertrag vom März 2023 wird zunächst wieder in Kraft gesetzt. Damit gelten ab 1. März 2025 die Tabellenwerte auf dem Stand von Mai 2024 weiter. Zusätzlich wurde eine Erhöhung der Tabellenentgelte um 5,5 Prozent vereinbart. Diese tritt jedoch erst zum 1. April 2031 in Kraft. Bereits ab dem 1. April 2027 fließt die Erhöhung in den Tarifindex ein und wirkt dauerhaft tabellenwirksam. Erstmals kündbar ist der Entgelttarifvertrag zum 31. März 2027.
Einmalzahlungen für langjährige Betriebszugehörigkeit
Darüber hinaus sieht das Paket Einmalzahlungen für langjährige Betriebszugehörigkeit vor. Ab April 2026 erhalten Beschäftigte nach 25 Jahren im Unternehmen eine tarifdynamische Bruttozahlung von 6000 Euro, nach 35 Jahren sind es 12.000 Euro. Die bisherige Regelung im Manteltarifvertrag wird damit abgelöst und durch eine eigenständige Bestimmung ersetzt. Ziel ist eine klar geregelte Anerkennung langjähriger Bindung.
Auch die Tätigkeitsbeschreibungen sollen überprüft und gegebenenfalls angepasst werden. Als Orientierung dienen Strukturen eines modernen Entgeltsystems, wie sie bei der Volkswagen AG entwickelt wurden. Falls Neubewertungen zu nachteiligen Veränderungen führen, ist eine tarifdynamische Besitzstandsregelung vorgesehen. Unternehmensseitig wird der Abschluss als Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit bewertet. Sebastian Krapoth, Personalchef von PowerCo, erklärte, die Vereinbarung trage den aktuellen Herausforderungen der Branche Rechnung. Durch den Aufschub der Tariferhöhung stärke sie die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit und schaffe zugleich Planungssicherheit für die Belegschaft. Man gehe ähnlich vor wie die Volkswagen AG und verfolge weiterhin ambitionierte Wachstumsziele.
Gleichzeitig steht der Konzern insgesamt unter Kostendruck. Volkswagen plant, bis Ende 2028 die Kosten um 20 Prozent zu senken. Ein umfassendes Sparprogramm betrifft alle Marken, auch Werksschließungen gelten nicht als ausgeschlossen. Vor diesem Hintergrund gewinnt die tarifliche Beschäftigungssicherung bei PowerCo zusätzliche Bedeutung.
Quelle: Manager Magazin – Beschäftigungssicherung bei PowerCo vereinbart / IG Metall – Beschäftigungssicherung bis Ende 2030 schafft Verlässlichkeit für die Belegschaft in Salzgitter








Wird geladen...