Viele Innovationen zur Kostensenkung in deutschen SVOLT-Werken geplant

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Iris Martinz
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  —  Lesedauer 2 min

Im September 2022 hatte der chinesische Batteriehersteller SVOLT in einer Pressekonferenz bekanntgegeben, im brandenburgischen Lauchhammer eine Zellfabrik errichten zu wollen – der zweite Standort nach jenem im Saarland. Lauchhammer soll mit 24 Gigawattstunden Jahresleistung eines der größten Produktionswerke in Europa werden. Was SVOLT außerdem tut, um Kosten zu senken, verriet Dr. Dominik Lembke, Director Product Development Europe bei SVOLT Europe nun in einem Interview mit Battery-News.de.

Die geplante Zellfertigung in Lauchhammer soll die Zellen für das Werk im saarländischen Heusweiler liefern, wo sie zu Modulen und Speichersystemen zusammengebaut werden. Im Saarland befinde man sich bereits in der Detailplanung – nach einer Phase der Gutachtenerstellung zu Artenschutz, Klima- und Lufthygiene, Hydrogeologie und Verkehr. Der Produktionsstart verschiebe sich aufgrund der längeren Begutachtungsphase wahrscheinlich auf 2027.

Mit ziemlicher Sicherheit werde die kobaltfreie NMX-Zelle in Lauchhammer produziert. Diese sei wesentlich nachhaltiger und fünf Prozent preiswerter als klassische NMC-Zellen. SVOLT entwickle aber auch weiterhin LFP- und NCM-Zellen sowie eine Festkörperzelle, eine mögliche Nachfolgerin der Lithium-Ionen-Technologie. Denn laut einer Studie von Roland Berger seien die optimale Zellchemie und die Verbesserung des Designs auf Zell- und Pack-Ebene die größten Hebel, um die Kosten pro Kilowattstunde nachhaltig zu senken.

Um die Preise weiter zu drücken, setze SVOLT aber auch auf die Erhöhung der Modulgröße oder den kompletten Verzicht auf Module – reduzierte Komplexität lasse die Kosten fallen. SVOLT arbeite außerdem an einer neuartigen, prismatischen Zellarchitektur mit gestapelten Elektroden sowie an hybriden Elektrolyten, die eine Mischung aus Polymerelektrolyten und ionenleitfähigen Keramiken beinhalten. Gemeinsam mit der Optimierung der Fertigungstechnologie könnten so laut Roland Berger die Kosten um bis zu 40 US-Dollar pro Kilowattstunde gesenkt werden. Bis 2025 will SVOLT jedenfalls global die Produktionskapazität auf bis zu 600 Gigawattstunden beinahe verdoppeln.

Neben den Kostensenkungen arbeite SVOLT derzeit an einem umfassenden Recycling-Konzept für die Batterien, das umfasst auch mögliche „Second Life“-Anwendungen als stationäre Batteriespeicher, etwa in Kraftwerken oder Wohngebäuden. Durch die Novelle der Batterie-Richtlinie der Europäischen Union werde die vorgegebene Wiederverwertungsquote für Batterien in den nächsten Jahren deutlich steigen. Damit müssten mehr Recyclingmaterialien in der Produktion Einzug halten. Für den kommenden Batterie-Pass, der Transparenz und Nachverfolgbarkeit schaffen soll – sieht sich Lembke jedenfalls gut gerüstet: „Bei SVOLT bemühen wir uns um nachhaltige, transparente Produktionsprozesse – von der Mine bis zum Recycling der Batteriesysteme.“ Die gesamte Lieferkette bis hin zur Mine sei demnach transparent nachvollziehbar.

Quelle: battery-news.de – „SVOLT-Fabriken werden zu den innovativsten in Europa gehören“

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Iris Martinz

Iris Martinz

Iris Martinz ist Unternehmens- und E-Mobilitätsberaterin in Österreich, mit langjähriger Erfahrung im Recycling und Second Life von E-Mobilitätsbatterien. Fährt sowohl rein elektrisch, als auch V8, und möchte die beiden Welten etwas näher zusammenbringen. Nachzulesen unter www.mustangsontour.com.

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