Verbraucherzentralen: E-Auto-Prämie auf günstige Modelle konzentrieren

Verbraucherzentralen: E-Auto-Prämie auf günstige Modelle konzentrieren
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Renault

Daniel Krenzer
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  —  Lesedauer 3 min

Die staatliche Förderung für Elektroautos sollte aus Sicht des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) stärker auf preiswerte Fahrzeuge und Haushalte mit geringerem Einkommen zugeschnitten werden. Verbandschefin Ramona Pop fordert einem Bericht des Tagesspiegels zufolge, die Förderung künftig auch vom Listenpreis des Fahrzeugs abhängig zu machen. Oberhalb einer bestimmten Preisgrenze sollte es demnach keinen Zuschuss mehr geben. Damit ließe sich aus Sicht des Verbands nicht nur der Einstieg in die Elektromobilität für Haushalte mit kleinen und mittleren Einkommen erleichtern. Mehr günstige Neuwagen könnten einige Jahre später auch für ein größeres Angebot bezahlbarer Elektroautos auf dem Gebrauchtwagenmarkt sorgen.

Bislang richtet sich die Höhe der seit Mai laufenden Förderung vor allem nach Einkommen, Familiengröße und Fahrzeugart. Möglich sind Zuschüsse von bis zu 6000 Euro. Die Einkommensgrenze liegt grundsätzlich bei 80.000 Euro zu versteuerndem Haushaltseinkommen und kann bei größeren Familien auf 90.000 Euro steigen. Pop hält diese Schwelle für zu hoch, da damit teilweise Haushalte unterstützt würden, die für den Autokauf nicht zwingend staatliche Hilfe benötigten. Anfang August lagen bereits mehr als 100.000 Förderanträge vor.

Diskussion um ausländische E-Autos

Eine stärkere Konzentration der Förderung auf preiswerte Elektroautos dürfte allerdings andererseits eine bereits laufende Diskussion neu befeuern: Bislang profitieren von der neuen Kaufprämie auffällig häufig ausländische Marken. Bei den bis Ende Juni bewilligten Förderfällen lagen Tesla, Škoda und Renault vorne, auch die chinesischen Marken profitieren überdurchschnittlich stark. Volkswagen folgte als erster deutscher Hersteller erst auf Rang acht. Auf Konzernebene sieht das Bild allerdings günstiger für die deutsche Automobilindustrie aus: Hier lag der Volkswagen-Konzern zuletzt an der Spitze.

Unter anderem die CSU fordert deshalb, die Förderung stärker an europäische Wertschöpfung zu knüpfen – dabei aber offenbar ignorierend, dass Tesla in Brandenburg produziert, Škoda zu VW gehört und Renault ebenfalls durchaus europäisch ist. Auch aus der SPD kamen Forderungen nach strengeren Vorgaben für außereuropäische Hersteller. Rechtlich ist eine direkte Bevorzugung europäischer Fahrzeuge derzeit allerdings nicht ohne Weiteres möglich.

Eine Preisobergrenze könnte dieses Spannungsfeld zumindest teilweise noch verschärfen. Denn gerade im günstigeren Preissegment haben deutsche Hersteller lange nur wenige reine Elektroautos angeboten. Wettbewerber aus Frankreich, Südkorea, den USA und zunehmend China sind dort teilweise breiter vertreten. Erst nach und nach schließen deutsche Hersteller diese Lücke, sind aber weiterhin eher schlecht aufgestellt.

Verbraucherschützer schauen auf die Kunden

Volkswagen hat im Juli den ID. Polo mit kleiner Batterie für 24.995 Euro auf den Markt gebracht und damit erstmals seit längerem wieder ein Elektroauto einer deutschen Volumenmarke deutlich unterhalb der Marke von 30.000 Euro positioniert. Dann gibt es noch den Opel Corsa in elektrischer Ausführung, der aber preislich mit ab knapp 30.000 Euro ebenfalls nicht übermäßig attraktiv erscheint. Ansonsten bieten BMW, Mercedes und Co. eher höherpreisige Modelle an.

Für die Verbraucherzentralen steht weniger die Herkunft der Fahrzeuge als deren Bezahlbarkeit im Vordergrund. Handlungsbedarf sehen sie zudem beim Laden. Vor allem Menschen in Mehrfamilienhäusern seien stärker auf öffentliche Ladepunkte angewiesen. Außerdem fordert der Verband transparentere Ladetarife. In einer Forsa-Umfrage nannten 66 Prozent günstigere Elektroautos als wichtigen Faktor für einen Umstieg, jeweils knapp zwei Drittel verwiesen zudem auf Reichweite und bessere öffentliche Lademöglichkeiten.

Quelle: Tagesspiegel – Elektromobilität: Verbraucherzentralen für Kaufanreize für günstige E-Autos

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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