Der weltweite Absatz von Elektro-Lkw und -Bussen hat sich einer Studie des International Council on Clean Transportation (ICCT) zufolge im Jahr 2025 – und damit zum zweiten Mal in Folge – fast verdoppelt. Der Zuwachs lag bei 86 Prozent. In absoluten Zahlen erreichte der Absatz von Elektro-Lkw und -Bussen eine halbe Million Einheiten und einen Marktanteil von fast 14 Prozent.
Der ICCT ist eine unabhängige, gemeinnützige Forschungsorganisation, die seit 2001 Forschungsergebnisse für Umweltbehörden zu Verfügung stellt. Dieser Jahresbericht für 2025 mit dem Titel „Ein Überblick über den globalen Markt für emissionsfreie mittelschwere und schwere Nutzfahrzeuge“ umfasst 34 Länder, auf die rund 80 Prozent des weltweiten Gesamtabsatzes von Lkw und Bussen sowie 99 Prozent des Absatzes emissionsfreier Fahrzeuge dieser Segmente entfallen.
Als emissionsfrei zählen Fahrzeuge mit Brennstoffzelle sowie batterieelektrische Elektro-Fahrzeuge, wobei Letztere mit 98 Prozent des weltweiten Absatzes emissionsfreier Fahrzeuge den Großteil ausmachen. Unter Lkw werden sowohl mittelschwere, darunter gewerbliche Transporter, als auch schwere Lkw verstanden. Zum Bussegment gehören überwiegend Stadt- und Überlandbusse.
China führt globalen Absatz mit 90 Prozent
Der Anstieg sei insbesondere auf den Verkauf von Elektro-Lkw in China zurückzuführen, aber auch in allen wichtigen Märkten habe der Absatz an Fahrt gewonnen, so die Pressemitteilung des ICCT. Die Europäische Union, Indien, Brasilien und das Vereinigte Königreich verzeichneten zweistellige Zuwächse, angetrieben vor allem durch den Ausbau des Marktes für Elektrobusse.
Die Vereinigten Staaten verzeichneten trotz regulatorischer Rückschritte unter der Trump-Regierung ein moderates Wachstum von etwa 2 Prozent. Zahlreiche wichtige Vorschriften wurden bereits aufgehoben.
Auf China entfielen fast 90 Prozent des weltweiten Absatzes von Elektro-Lkw und -Bussen. In den Segmenten der mittelschweren und schweren Lkw hat sich der Absatz innerhalb von zwei Jahren mehr als verfünffacht. Fast 30 Prozent der Verkäufe schwerer Lkw in China entfielen 2025 auf vollelektrische Lkw. Grund dafür, so die Studie, seien neben gesunkenen Batteriekosten auch starke lokale Fördermaßnahmen.
Die langfristigen wirtschaftlichen Vorteile von batterieelektrischen Lkw seien immer deutlicher sichtbar, so Shiyue Mao, ICCT-Forscher und Hauptautor des Berichts. „Batteriebetriebene Lkw bieten Vorteile bei den Betriebskosten, die für die Elektrifizierung von Lkw sehr überzeugend sprechen“, sagte Mao weiter.
Elektrische Busse immer mehr gefördert
Nicht nur Lkw profitieren von den technischen und wirtschaftlichen Vorteilen der Elektromobilität, sondern auch Busse. Dabei könnten Umrüstungen anstelle von Neukäufen künftig eine zunehmende Rolle spielen: Wie eine Studie des Schweizer Forschungsinstituts Empa zeigt, sind Umrüstungen von Diesel- auf Elektroantrieb bei Bussen bereits wirtschaftlich rentabel.
So führten Busverkäufe in den meisten Regionen die Elektrifizierung bei Nutzfahrzeugen an. 2025 machten batteriebetriebene Busse 17 Prozent der weltweiten Busverkäufe aus. Von China und den Vereinigten Staaten abgesehen entfiel mit 56 Prozent mehr als die Hälfte der Verkäufe emissionsfreier mittelschwerer und schwerer Nutzfahrzeuge auf batterieelektrische Busse. Die Europäische Union und Indien waren mit rund 9.800 bzw. 5.000 Einheiten die Spitzenreiter beim Absatz.
Das höchste Wachstum der Verkäufe verzeichnete Chile bei Elektro-Bussen mit einem Plus von 299 Prozent. Der Marktanteil konnte von 26 Prozent im Jahr 2024 auf 45 Prozent im Jahr 2025 gesteigert werden. Grund dafür sei, so die Studie, die langfristige Strategie des Landes zur Elektrifizierung des Stadtbusverkehrs: „Trotz Regierungswechseln setzt sich die Hauptstadt Santiago seit über einem Jahrzehnt für die Elektrifizierung des Fuhrparks ein – durch eine Kombination aus öffentlichen Aufträgen und Importmaßnahmen, die in- und ausländische Investoren anziehen“, sagt Felipe Rodríguez, Programmleiter für Schwerlastfahrzeuge beim ICCT.
Weitere deutliche Zuwächse gab es in Kanada mit 188 Prozent, Brasilien mit 161 Prozent und Thailand mit 34 Prozent.
EU-Absatz von Elektro-Lkw wächst um 71 Prozent
Außerhalb Chinas blieb die Verbreitung von Elektro-Lkw weitgehend gering und die Verkaufszahlen beliefen sich ohne China auf etwa 41.000 Einheiten. Dennoch habe sich mancherorts die Auswirkung politischer Maßnahmen, einer größeren Modellauswahl sowie zunehmend günstigerer wirtschaftlicher Rahmenbedingungen gezeigt, so die Pressemitteilung.
In den Vereinigten Staaten belief sich der Absatz von Elektro-Lkw auf etwa 24.500 Einheiten, wobei es sich überwiegend um mittelschwere Lieferfahrzeuge handelte. Dies entspricht einem Anstieg von 5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Absatz von schweren Lkw ging leicht zurück.
In der Europäischen Union stieg der Absatz von Elektro-Lkw im Jahr 2025 um 71 Prozent und erreichte damit einen Marktanteil von 4,5 Prozent. Dieser Anstieg dürfte auch durch die im Juli 2025 eingeführten CO2-Emissionsziele für Lkw-Hersteller bedingt sein. Sie schreiben eine Reduzierung um 15 Prozent vor. Der Marktanteil bei mittelschweren Lkw in der EU verdoppelte sich von rund 10 Prozent im Jahr 2024 auf 21 Prozent im Jahr 2025. Innerhalb der EU ist Deutschland der größte Markt für Elektro-Lkw, wie aus einem ICCT-Bericht, der Ende Juli veröffentlicht wurde, hervorging. Erst kürzlich erweiterte das deutsche Speditionsunternehmen Pflaum seine Lkw-Flotte um 30 elektrische Lkw von Mercedes-Benz.
Auch im Vereinigten Königreich stieg der Absatz von Elektro-Lkw von 345 im Jahr 2024 auf 677 im Jahr 2025. In Indien, wo ebenfalls Subventionen und Anreize eingeführt wurden, hat sich der Absatz von Elektro-Lkw mehr als verdoppelt.
Quelle: ICCT – Pressemitteilung vom 19. August 2026









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