Um bis 2035 emissionsfrei zu werden, müssen Automobilhersteller in Großbritannien den Elektroautoanteil an den Gesamtverkäufen schrittweise erhöhen. Aufgrund der angespannten Marktlage erwägt die Regierung nun, die bis 2030 gesetzten Ziele zu lockern und dadurch den Druck auf die Automobilhersteller zu verringern.
In 2024 trat in Großbritannien die Vorschrift in Kraft, dass Automobilhersteller für den schrittweisen Ausstieg aus dem Verkauf neuer Benzin- und Dieselautos den Anteil emissionsfreier Fahrzeuge kontinuierlich steigern müssen. Für dieses Jahr sieht die Vorschrift einen Anteil von 33 Prozent vor, während für 2030 bereits 80 Prozent angestrebt werden. Verfehlen Hersteller die Zielvorgaben, werden Geldstrafen fällig.
Die Automobilhersteller selbst sowie der Verband der Automobilhersteller und -händler (SMMT) argumentierten im Voraus, dass höhere Energiepreise, Störungen in der Lieferkette, eine unvollständige Ladeinfrastruktur und eine schwache Verbrauchernachfrage die Erfüllung der Vorgaben erschwerten. Der SMMT appellierte daher an die Regierung, das gesamte Mandat dringend zu überprüfen.
Die Regierung eröffnete am Freitag eine Konsultation und bat die Branche um Stellungnahmen zu vier möglichen Wegen, wie die Ziele erreicht werden könnten. Drei der vier Optionen halten an dem Ziel fest, bis 2035 nur noch emissionsfreie Autos zu verkaufen, sehen aber eine Lockerung der Vorgaben bis 2030 vor, die statt bisher 80 Prozent nur noch 50 Prozent Elektroautoanteil vorschreibt.
Die vierte Variante hält an den bestehenden Vorgaben fest, will aber neue Flexibilitätsmöglichkeiten einführen, um den Herstellern die Erfüllung der Anforderungen zu erleichtern, wie Reuters berichtet. Wie die Maßnahmen im Einzelnen aussehen könnten, geht aus dem Bericht nicht hervor.
Bereits im Juni berichteten britische Medien von möglichen Lockerungen, wie EAN-Redakteur Daniel Krenzer in seinem Beitrag erklärte. Demnach könnten Hybridfahrzeuge eine größere Rolle dabei spielen, die Lücke zu schließen.
„Vor dem Hintergrund schwieriger und komplexer globaler wirtschaftlicher Rahmenbedingungen, einschließlich Störungen in der Lieferkette sowie Unsicherheiten in Bezug auf Zölle und Handel, überprüft das Vereinigte Königreich die Ziele, um sicherzustellen, dass sie wirtschaftsfreundlich bleiben und realistisch sind“, erklärte das britische Verkehrsministerium.
Im Juli dieses Jahres machten batterieelektrische Autos laut Zahlen des Branchenverbands New AutoMotive 27,4 Prozent aller Neuzulassungen in Großbritannien aus. Sobald die bestehenden Flexibilitäten innerhalb des Mandats berücksichtigt würden, lägen die Elektroautoverkäufe damit deutlich über dem erforderlichen Niveau, hieß es von dem Verband.
Quelle: Reuters – Britain considers easing 2030 zero-emission vehicle targets








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