E-Auto-Förderung: Auch chinesische Hersteller profitieren

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Dacia

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 2 min

Die neu aufgelegte Förderung für Elektroautos in Deutschland kommt einer aktuellen Auswertung zufolge nur in geringem Umfang chinesischen Automobilherstellern zugute. Das SPD-geführte Bundesumweltministerium teilte am Montag mit, dass auf Basis der vorliegenden Anträge und der steigenden Zahl der Bewilligungen weniger als 15 Prozent der Anträge auf Fahrzeuge chinesischer Hersteller entfallen. Die übrigen Anträge verteilen sich demnach auf Elektroautos anderer Herkunft, ohne dass das Ministerium in seiner Mitteilung eine genauere Aufschlüsselung nach Marken oder Ländern vorgenommen hat.

Sollte sich die Verteilung künftig verschieben, kündigte das Ministerium Anpassungen an. Man werde bei Bedarf nachsteuern, hieß es. Grundlage für ein solches Eingreifen ist derzeit allerdings begrenzt, denn auf europäischer Rechtsgrundlage wären Regelungen, die europäische Fahrzeuge gezielt bevorzugen, aktuell noch nicht ohne Weiteres zulässig. Das Ministerium erklärte zugleich, entsprechende Überlegungen würden auf europäischer Ebene bereits erwogen, und stellte klar, neue Möglichkeiten zur gezielten Förderung europäischer Produkte zu unterstützen.

Hohe Nachfrage seit Antragsstart im Mai

Privatpersonen können die Förderung rückwirkend zum 1. Januar 2026 in Anspruch nehmen, wenn sie ein neues Elektroauto kaufen oder leasen. Digital beantragen lässt sich die Zuwendung seit dem 19. Mai. Seither sind laut Ministerium bereits über 80.000 Anträge eingegangen. Die hohe Zahl wertet die Behörde als Beleg für eine gestiegene Nachfrage, begleitet von einem parallel wachsenden Absatz von Elektroautos in Deutschland.

Wer die Förderung nutzen möchte, kann unter bestimmten Voraussetzungen bis zu 6000 Euro erhalten, sowohl beim Kauf als auch beim Leasing eines Neuwagens. Für das gesamte Programm stehen drei Milliarden Euro zur Verfügung. Diese Summe soll nach Schätzung des Ministeriums bis zum Jahr 2029 für rund 800.000 geförderte Fahrzeuge ausreichen.

Einkommensgrenzen entscheiden über Anspruch

Nicht jede:r Käufer:in ist antragsberechtigt. Die Förderung ist an ein zu versteuerndes Jahreseinkommen von höchstens 80.000 Euro gekoppelt. Für Familien mit einem Kind erhöht sich diese Grenze auf 85.000 Euro, bei zwei oder mehr Kindern liegt sie bei 90.000 Euro. Damit richtet sich das Programm gezielt an Haushalte mit mittlerem Einkommen und schließt einen Teil einkommensstärkerer Käufer:innen von der Förderung aus.

Die Einordnung des Ministeriums zum geringen Anteil chinesischer Hersteller dürfte vor dem Hintergrund der anhaltenden Debatte um den europäischen Markteintritt chinesischer Automobilkonzerne an Bedeutung gewinnen. Während auf EU-Ebene über Schutzmechanismen und eine mögliche Bevorzugung europäischer Produktion diskutiert wird, zeigen die vorliegenden Antragszahlen zumindest für die deutsche Förderung ein anderes Bild als vielfach angenommen. Ob sich die Anteile mit steigenden Antragszahlen bis 2029 verändern, bleibt vorerst offen.

Quelle: Reuters – Ministerium: 15 Prozent der E-Auto-Förderanträge nach Kauf chinesischer Modelle

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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