Durch die E-Auto-Prämie werden Privathaushalte seit 2026 mit einem staatlichen Zuschuss von bis zu 6.000 Euro beim Kauf oder Leasing eines neuen Elektroautos unterstützt. Das Programm stieß direkt auf großen Anklang in der Bevölkerung und schon in den ersten vier Monaten wurden 70.000 reine E-Autos sowie 6.000 Hybridfahrzeuge gefördert. Doch trotz oder gerade wegen der hohen Zahl gibt es auch einiges an Kritik an der Prämie. In einem Interview mit der WirtschaftsWoche hat Bundesumweltminister Carsten Schneider die staatliche E-Auto-Förderung verteidigt und als „sensationellen Erfolg“ bezeichnet.
Schneider zufolge sei es in Anbetracht des hohen Volumens an Förderungen wahrscheinlich das erfolgreichste Programm der gesamten Bundesregierung. Dabei sei die Förderung ja bewusst sozial gestaffelt, mit höherer Prämie bei geringeren Einkommen und einer Einkommensobergrenze für die Förderung. Die Prämie helfe überdies dabei E-Autos zu „entideologisieren“. Schließlich werde auch Leasing gefördert und man erreiche auch Haushalte, die sich E-Mobilität sonst gar nicht hätten leisten können oder wollen. So geht die Hälfte der Förderung laut Schneider an Haushalte mit weniger als 45.000 Euro Einkommen.
Kritik an Tesla-Förderungen und hohe Spritpreise als eigentlicher Nachfragetreiber
Auf den Einwand hin, dass mit Tesla nach VW aber kein klassisches Familienauto auf Platz zwei liege, kontert Schneider im Interview direkt mit dem Verweis auf den VW ID.Polo. Die inzwischen über 100.000 Bestellungen für den neuen ID.Polo und weitere Elektrokleinwagen des VW-Konzerns in Europa würden zeigen, dass ein bezahlbares E-Auto eines deutschen Herstellers für die breite Bevölkerung bisher schlicht und einfach gefehlt habe. Zudem werde das meistgeförderte Tesla Model Y immerhin in Deutschland gebaut und Schneider gehe es vor allem darum, dass sich Menschen vor hohen Spritpreisen schützen, nicht primär um das dafür geförderte E-Auto-Modell.
Zum nächsten Kritikpunkt, dass es ja eben diese Spritpreise und nicht die zusätzliche Förderung seien, welche Menschen zum E-Auto-Kauf bewegen würden, entgegnet Schneider, dass dies natürlich zusätzlich hinzukomme. Allerdings gehe es ja eben auch darum, dass Menschen sich mit einem eigenen E-Auto unabhängig von internationalen Ölpreis-Entwicklungen machen könnten. Den Kernpunkt der Kritik, dass der Erfolg der Förderung zu teuer erkauft wäre, und E-Autos auch ohne sie gekauft würden, kann er demnach nicht ganz entkräften.
Härterer Kurs gegen chinesische Importe
Auf die Nachfrage hin, ob die E-Auto-Prämie nicht auch die weitere Marktdurchdringung durch chinesische Hersteller begünstigen würde, verneint Schneider klar. Schließlich sei das Förderprogramm auch auf ausdrücklichen Wunsch von Automobilwirtschaft und der IG Metall entstanden und würde den Markt spürbar beleben. Zudem verkauften sich auch Fahrzeuge aus dem VW-Konzern gut, was sich mit den baldigen Auslieferungen des ID.Polo noch weiter verstärken werde.
Darüber hinaus ist Schneider klar für weitere EU-Einfuhrzölle auf Hybridfahrzeuge aus China und es sei Ziel der SPD eine baldige diesbezügliche Entscheidung in Brüssel durchzusetzen. Hintergrund dieses Bestrebens ist der Umstand, dass es auf Importe reiner Stromer zwar bereits Ausgleichszölle gibt, chinesische Hersteller jedoch zunehmend auf Plug-in-Hybride ausweichen. Eine Zollausweitung auf PHEV sei Schneider zufolge enorm wichtig, um marktverzerrende chinesische Subventionen auszugleichen.
Quelle: WirtschaftsWoche – „Es fehlt ein deutsches E-Auto für die Breite“








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