VW-Chef Blume fordert schnelle EU-Zölle auf China-Hybride

VW-Chef Blume fordert schnelle EU-Zölle auf China-Hybride
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Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
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Volkswagen-Chef Oliver Blume drängt die Europäische Union zu schnellem Handeln bei Importzöllen auf Plug-in-Hybride aus China. Der Hintergrund: Chinesische Marken haben im ersten Halbjahr fast ein Drittel des europäischen PHEV-Marktes erobert, zulasten etablierter Hersteller. „Wir haben keine Zeit zu verlieren“, sagte Blume am 24. Juli auf der Analystenkonferenz zu den Halbjahreszahlen, nachdem der Konzern seine Umsatzprognose für 2026 wegen kostspieliger US-Zölle und wachsender Konkurrenz aus China nach unten korrigiert hatte.

Laut Marktforscher Dataforce kamen chinesische Marken im ersten Halbjahr auf einen PHEV-Marktanteil von 28,3 Prozent in Europa, bei einem Volumen von rund 208.000 Fahrzeugen. Die drei meistverkauften Plug-in-Hybride in Europa stammten allesamt aus China: Angeführt wurde die Liste vom BYD Seal U, gefolgt vom BYD Atto 2 und dem Jaecoo 7. Der VW Tiguan, im Vorjahr noch Spitzenreiter im Segment, rutschte auf Platz vier ab. Diese Verschiebung untermauert Blumes Forderung nach regulatorischem Gegensteuern.

Der VW-Chef wünscht sich, dass EU-Politiker:innen in den kommenden Monaten eine Strategie festlegen. „Es wird den europäischen Automarkt zu einem Level Playing Field machen“, so Blume. Konkret schwebt ihm eine Zollstruktur analog zu den bereits geltenden Aufschlägen auf batterieelektrische Autos aus China vor, die zusätzlich zum Standardzoll von 10 Prozent bis zu 35 Prozent betragen können.

„Die Regulierung bei batterieelektrischen Autos funktioniert. Da sind wir preislich wettbewerbsfähig. Wo es nicht funktioniert, sind die Plug-in-Hybride“, sagte er. Die deutsche Zeitung Handelsblatt hatte bereits am 19. Juni unter Berufung auf hochrangige Beamte und Branchenquellen berichtet, dass die EU zusätzliche Zölle auf chinesische Plug-in-Hybride prüft. Sowohl etablierte als auch chinesische Hersteller nutzen die Antriebsart, um die CO2-Ziele der EU zu erreichen, zudem profitiert sie in manchen Ländern von steuerlichen Anreizen, die den höheren Anschaffungspreis gegenüber klassischen Verbrennern abfedern.

PHEV-Marktanteil aus China wächst deutlich

Die Verkäufe chinesischer Marken in Europa stiegen im ersten Halbjahr um 101 Prozent auf rund 686.000 Fahrzeuge, in einem Gesamtmarkt, der um 5,9 Prozent auf 7,2 Millionen Autos zulegte. Der Marktanteil chinesischer Hersteller kletterte damit von 5 auf 9,5 Prozent. „Die chinesischen Wettbewerber stehen unter Druck in ihrem Heimatmarkt, und der Export ist ihre einzige Chance auf Erfolg“, erklärte Blume. Er forderte zugleich eine zügige Umsetzung weiterer Schutzmaßnahmen für die europäische Autoindustrie im Rahmen der geplanten Industriepolitik „Made in Europe“, die unter anderem lokale Wertschöpfungsquoten, staatliche Förderung und an regionale Produktion gekoppelte Anreize umfassen soll, um Lieferketten zu stärken und die Abhängigkeit von Importen zu senken.

Blume hat vorgeschlagen, den mit den Gewerkschaften bereits vereinbarten Abbau von 50.000 Stellen auf 100.000 zu verdoppeln, und warnte, dass vier deutsche Werke nach 2030 vor der Schließung stehen könnten. Volkswagen könnte eigene, in China gefertigte Autos nach Europa importieren und damit von den niedrigeren Kosten dort profitieren, so Blume. Anders als Stellantis und Ford will der Konzern seine europäischen Werke jedoch nicht mit chinesischen Herstellern teilen, um Unterauslastung zu begegnen.

VW-Finanzchef Arno Antlitz bezifferte gegenüber Bloomberg Television am 24. Juli die unterausgelasteten Fabriken, einen Kostenrückstand von 30 Prozent gegenüber der Konkurrenz und einen nötigen Abbau der Gemeinkosten von mindestens zehn Milliarden Euro. Der zusätzliche Stellenabbau werde vor allem administrative Bereiche weltweit betreffen, sagte Antlitz auf der Analystenkonferenz.

Quelle: Automotive News Europe – VW Group CEO Oliver Blume calls for swift EU tariffs on Chinese plug-in hybrids

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Sebastian Henßler

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Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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