Transformation: 80.000 Bosch-Mitarbeiter atmen erst einmal auf

Transformation: 80.000 Bosch-Mitarbeiter atmen erst einmal auf
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Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
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Die Transformation bei den Automobilherstellern hin zur Elektromobilität macht auch vor dem großen deutschen Zulieferer Bosch nicht Halt. Weil dort jedoch noch Tausende Arbeitsplätze an der Verbrennertechnologie hängen, befürchten viele Mitarbeiter die Entlassung. Nun erfolgte aber zunächst einmal eine Entwarnung: Bosch und der Betriebsrat haben sich darauf verständigt, dass die betroffenen 80.000 Mitarbeiter in der Zulieferersparte bis Ende 2027 nicht entlassen werden. Darüber berichtet das Manager Magazin.

„Wir sind mit einem umfangreichen Verhandlungspaket gestartet und haben in allen Punkten sehr gute gemeinsame Ergebnisse erzielt“, sagte demnach Gesamtbetriebsratschef Frank Sell. Die Betriebsräte würden zudem nun frühzeitig in strategische und wirtschaftliche Planungen eingebunden. Laut Sell hofft die Mitarbeiterschaft dabei offenbar vor allem auf eine Zukunft der Wasserstofftechnologie. „Für uns gilt es, leistungs- und wettbewerbsfähig zu bleiben. Dies schaffen wir nur, wenn alle an einem Strang ziehen und Verantwortung übernehmen“, sagte Bosch-Arbeitsdirektor Stefan Grosch.

Bosch steht unter Druck

Aufgrund der Transformationsprozesse in der Branche stünde Bosch schon länger unter Druck, sodass die Sorge um Arbeitsplätze zuletzt immer weiter zunahm, berichtet das Manager Magazin. Elektromobilität und autonomes Fahren werden als Thema immer wichtiger, doch eine Vielzahl der Bosch-Mitarbeiter sei noch im Bereich der Verbrennertechnologie tätig.

Anfang des Jahres war bekannt geworden, dass Bosch ein Werk in Tschechien plant – der Trend hin zu Osteuropa sei laut Manager Magazin derzeit generell in der deutschen Automobilbranche zu erkennen. 17.000 Mitarbeiter bekundeten daraufhin an neun Standorten ihren Unmut darüber. Bosch erzielt mehr als die Hälfte seines Umsatzes mit der Zuliefersparte. Weltweit hat Bosch derzeit etwa 420.000 Mitarbeiter – und der größte Teil von ihnen ist dabei noch von der Verbrennertechnologie abhängig.

Kein Joint Venture mit VW

Einen Rückschlag musste Bosch zudem vor wenigen Wochen erleben, als bekannt wurde, dass aus dem gemeinsamen Batterie-Projekt mit Volkswagen nichts wird. „Wir gründen kein Joint Venture“, sagte Bosch-Chef Stefan Hartung. VW treibe die Pläne nun alleine voran. Die beiden deutschen Unternehmen strebten im Januar 2022 danach, die Kosten- und Technologieführerschaft bei der Industrialisierung von Batterietechnologie und der Serienproduktion nachhaltiger, hochmoderner Batterien gemeinsam zu optimieren. Immerhin bei der Digitalisierung des Werkes mischt Bosch jedoch noch mit.

Quelle: Manager Magazin – „Bis Ende 2027: Vereinbarung sichert 80.000 Arbeitsplätze bei Bosch“

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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