Prognose bis 2030: Starker Einbruch der Pkw-Produktion in Westeuropa

Prognose bis 2030: Starker Einbruch der Pkw-Produktion in Westeuropa
Copyright:

Seat-Cupra

Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
  —  Lesedauer 3 min

Im Jahr 2015 wurden in Deutschland noch knapp 6 Millionen Autos produziert, im Jahr 2025 waren es nur noch 4,24 Millionen – und laut Prognosen von S&P Global Mobility werden es 2030 wohl nur noch 3,48 produzierte Autos sein. Demnach sinkt die Produktion binnen 15 Jahren wohl um 41 Prozent. Alleine Volkswagen senkt demnach die Produktion von einst 1,6 Millionen Autos „Made in Germany“ auf nur noch 600.000. Doch laut des zugehörigen Berichts der Automobilwoche sind fast alle Länder in Westeuropa von einem solchen Rückgang betroffen, wenn auch in absoluten Zahlen nicht so stark wie Deutschland.

Prozentual trifft es Großbritannien besonders hart. Von einst 1,67 Millionen neuen Autos im Jahr 2015 sind bis 2030 wohl nur noch 0,68 Millionen und somit 59 Prozent weniger – von einem Erfolg des Brexit kann diesbezüglich also keinesfalls die Rede sein. In Frankreich fallen die Zahlen von 1,96 Millionen im Jahr 2015 auf voraussichtlich 1,38 Millionen im Jahr 2030, was einem minus von 29 Prozent entspricht. Ähnlich sieht es in Italien aus, wo von einst knapp einer Million produzierter Autos jährlich bis in vier Jahren wohl nur noch 650.000 übrig sein werden. Aber: Damit geht die Prognose davon aus, dass die Produktion in den kommenden Jahren wieder steigen wird, denn 2025 waren es sogar nur noch 470.000 Autos, die in Italien gefertigt wurden.

Spaniens Automobilindustrie vor Erholung

Größter Nutznießer innerhalb Westeuropas dürfte jedoch Spanien werden – das zuletzt mit Milliardenförderungen die Produktion von Elektroautos und Batterien stark ausgebaut hat. Zwar sank auch hier die Produktion von 2,71 Millionen Autos im Jahr 2015 auf 2,25 Millionen im vergangenen Jahr, doch 2030 dürfte sich dieser Rückgang den Prognosen zufolge nahezu vollständig auf das Ursprungsniveau erholen. Neben den günstigen Strompreisen aufgrund eines hohen Anteils erneuerbaren Energien spielen hier die auch damit einhergehenden Investitionen chinesischer Automobilhersteller eine Rolle. Doch auch innerhalb der Volkswagen-Gruppe und anderer europäischer Hersteller werden Produktionsvolumen zunehmend nach Spanien und auch Portugal (siehe VW ID. Every 1) verlagert.

In ganz Westeuropa sinkt die Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen in Westeuropa demnach zwischen 2015 und 2030 von 14,22 auf 9,55 Millionen. Und die Analysten gehen nicht davon aus, dass die einst selbstverständlichen 10 Millionen und mehr hergestellter Autos wieder erreicht werden können – bereits in diesem Jahr geht man von nur knapp 9,8 Millionen neuen Autos aus Westeuropa aus. Die Gründe dafür beleuchtet die Automobilwoche: „Haupttreiber ist die zunehmende Lokalisierung der Produktion: Fahrzeuge werden künftig dort gebaut, wo sie verkauft werden. Geopolitische Spannungen, Handelsbarrieren und staatliche Industriepolitik beschleunigen diese Entwicklung zusätzlich.“ Die Globalisierung der Automobilindustrie werde damit „schrittweise zurückgebaut“.

Quelle: Automobilwoche – So hart trifft die Lokalisierung die deutsche Autoproduktion

worthy pixel img

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Analysen

T&E: Deutsche Vorschläge zu CO2-Grenzwerten könnten Milliarden kosten

T&E: Deutsche Vorschläge zu CO2-Grenzwerten könnten Milliarden kosten

Tobias Stahl  —  

T&E warnt vor einer weiteren Aufweichung der CO2-Flottengrenzwerte. Die Vorschläge der Bundesregierung würden Milliarden kosten und Arbeitsplätze gefährden.

Umfrage: E-Auto holt Benziner im Firmenfuhrpark ein

Umfrage: E-Auto holt Benziner im Firmenfuhrpark ein

Sebastian Henßler  —  

Elektroautos liegen bei Firmenwagen-Präferenzen gleichauf mit Benzinern – das zeigt eine Umfrage unter rund 1000 Berufstätigen in Deutschland.

Wärmepumpe plus E-Auto spart knapp 2000 Euro pro Jahr

Wärmepumpe plus E-Auto spart knapp 2000 Euro pro Jahr

Michael Neißendorfer  —  

Haushalte in der EU sparen mit Wärmepumpe und E-Auto jährlich mehr als 2200 Euro bei ihren Energiekosten ein – und das im Szenario vor dem Iran-Krieg.

EU riskiert 34 Batteriefabriken durch Lockerung des Verbrenner-Aus

EU riskiert 34 Batteriefabriken durch Lockerung des Verbrenner-Aus

Daniel Krenzer  —  

T&E warnt: Weicht die EU das Verbrenner-Aus weiter auf, könnten 34 Batteriefabriken in Northvolt-Größe verloren gehen – ein Milliardendesaster.

E-Auto-Nachfrage weltweit zwei Monate in Folge gestiegen

E-Auto-Nachfrage weltweit zwei Monate in Folge gestiegen

Sebastian Henßler  —  

Im April wurden weltweit 1,6 Millionen Elektroautos und Plug-in-Hybride zugelassen – sechs Prozent mehr als im Vorjahr. Europa wächst, Nordamerika verliert.

200 Milliarden Euro: Europas Wette auf das E-Auto

200 Milliarden Euro: Europas Wette auf das E-Auto

Sebastian Henßler  —  

Europas Länder haben fast 200 Milliarden Euro in Elektromobilität investiert – mit dem klaren Ziel, die Abhängigkeit von China bei Batterien zu verringern.