Tesla und der stille Personalabbau in Grünheide

Tesla und der stille Personalabbau in Grünheide
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Tesla | Tesla Grünheide – Pläne des Werks

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Der US-Elektroautohersteller Tesla steht in Deutschland wegen der Entwicklung seiner Belegschaft im brandenburgischen Grünheide unter genauer Beobachtung. Neue Zahlen aus dem Umfeld des Betriebsrats legen nahe, dass die Zahl der Beschäftigten in der einzigen europäischen Autofabrik des Konzerns innerhalb von zwei Jahren deutlich gesunken ist. Während das Unternehmen von normalen Schwankungen spricht und die Stabilität des Standorts betont, zeichnet sich aus öffentlich gewordenen Angaben ein anderes Bild.

Nach Informationen des Wahlvorstands des Betriebsrats arbeiten aktuell gut 10.700 Menschen in der Gigafabrik bei Berlin. Bei der vergangenen Betriebsratswahl vor zwei Jahren waren es noch etwas mehr als 12.400. Grundlage dieser Angaben ist eine Einladung zu den anstehenden Wahlen Anfang März, in der der Betriebsratsvorsitzende René Seyfert die Zusammensetzung der Belegschaft detailliert aufführt. Im Vergleich zur Wahl im Jahr 2024 ergibt sich daraus ein Rückgang von rund 14 Prozent.

Eine öffentliche Erklärung für diese Entwicklung blieb zunächst aus. Auf eine entsprechende Anfrage reagierte die Werkleitung nicht. Gleichzeitig hatte die Unternehmensführung in der Vergangenheit mehrfach versichert, dass Grünheide von größeren Einschnitten verschont bleibe. Diese Zusagen standen im Zusammenhang mit einer globalen Ankündigung von Konzernchef Elon Musk, der im April 2024 einen weltweiten Stellenabbau von mehr als zehn Prozent angekündigt hatte. Ziel sei es gewesen, Kosten zu senken und die Produktivität zu steigern, um das Unternehmen auf die nächste Wachstumsphase vorzubereiten.

Für den Standort in Brandenburg hatte Werksleiter André Thierig damals betont, es werde weder Massenentlassungen noch betriebsbedingte Kündigungen geben. Stattdessen sprach er von der Abmeldung von 300 Leiharbeitern und einem freiwilligen Programm für weitere 400 Stellen. Diese Darstellung wurde von der Landespolitik positiv aufgenommen.

Optimistische Aussagen trotz schwieriger Marktentwicklung

Auch in den Monaten danach hielt die Werksleitung an dieser Linie fest. Trotz rückläufiger Verkaufszahlen in mehreren Märkten erklärte Thierig im Frühjahr 2025, es gebe keine Planungen für Produktionsstillstände, Personalabbau oder Kurzarbeit. Parallel dazu positionierte sich die Werkführung deutlich gegen den Einfluss von Gewerkschaften und Tarifverträgen. Thierig stellte diese wiederholt als Risikofaktor dar und verwies auf Stellenabbau bei anderen Herstellern. Bei Tesla, so seine Argumentation, werde die Produktion hochgefahren, nicht verringert. Noch im Herbst 2025 schrieb er an die Belegschaft, dass das Werk keine vergleichbaren schlechten Nachrichten zu verkünden habe wie andere Standorte in Deutschland.

Zu diesem Zeitpunkt waren die Beschäftigtenzahlen jedoch bereits spürbar gesunken. Gleichzeitig verzeichnete Tesla in den ersten neun Monaten des Jahres 2025 rund 50 Prozent weniger Neuzulassungen in Deutschland als im Vorjahr. Das lange Zeit stark nachgefragte Model Y verlor seine führende Position. Öffentlich blieb die Diskrepanz zwischen den optimistischen Aussagen und den bekannt gewordenen Zahlen weitgehend unerklärt.

Auf Nachfrage weist Tesla die Darstellung eines groß angelegten Stellenabbaus zurück. Eine Unternehmenssprecherin erklärte, im Vergleich zu 2024 habe es keinen nennenswerten Abbau bei der Stammbelegschaft gegeben, ein solcher sei auch nicht geplant. Schwankungen dieser Größenordnung seien normal, da zur Gesamtzahl auch Leiharbeitskräfte zählten. Als Gründe nannte das Unternehmen Prozessoptimierungen, einen höheren Automatisierungsgrad sowie einen dauerhaft gesunkenen Krankenstand. Das Produktionsvolumen sei konstant, zudem würden weiterhin neue Mitarbeiter gesucht. Bis 2027 sollen im Zuge des Ausbaus der Batteriezellfertigung zusätzliche Arbeitsplätze entstehen.

Quelle: Handelsblatt – Gigafabrik in Grünheide verliert rund 1700 Arbeitsplätze / Manager-Magazin – Tesla-Fabrik Grünheide verliert rund 1700 Jobs / Spiegel.de – Tesla hat in Grünheide offenbar mehr als 1700 Arbeitsplätze abgebaut

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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