„Tesla in Grünheide ist eine einzigartige Erfolgsstory“

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Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
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Seit etwas mehr als einem Jahr produziert der E-Auto-Primus Tesla auch in Deutschland: In der Gigafactory Berlin-Brandenburg in der Gemeinde Grünheide südöstlich der deutschen Hauptstadt. Innerhalb kurzer Zeit ist Tesla zum größten Arbeitgeber in Brandenburg geworden – und zum Ziel teils ebenso harscher wie auch ungerechtfertigter Kritik. Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) äußerte sich in einem Interview zu den positiven Aspekten der Neuansiedlung. Und stellte klar, warum die Kritiker mit ihren Argumenten meist ins Leere laufen.

Tesla in Grünheide ist eine einzigartige Erfolgsstory“, so Steinbach zu Beginn des Interviews. In der Fabrik hätten aktuell gut 11.000 Menschen einen Job gefunden, „60 Prozent der Arbeitnehmer kommen aus Berlin, 30 Prozent aus Brandenburg, 10 Prozent aus den Nachbar-Bundesländern und dem Ausland“, so der Politiker, „und wöchentlich rollen etwas mehr als 5000 Fahrzeuge vom Band.“ Grünheide habe „mit dazu beigetragen, dass das Model Y weltweit zum meistverkauften Auto geworden ist“. Das alles bringe auch eine „Steigerung des Bruttoinlandproduktes“ mit sich und erhöhe „die Attraktivität des Standorts Brandenburg“.

Der Bau der Fabrik, der von der Planung bis zum ersten produzierten Fahrzeug, dauerte weniger als drei Jahre und gilt als Vorbild für das neue Deutschlandtempo, mit dem neue Vorhaben für die Modernisierung unserer Infrastruktur, die Bekämpfung des Klimawandels und die Sicherung unserer Energieversorgung umgesetzt werden sollen. Steinbach sprach kürzlich davon, dass die Zusammenarbeit verschiedener Verwaltungsebenen in dieser „Tesla-Geschwindigkeit“ künftig Schule machen soll, womit er vor allem auf „das immissionsschutzrechtliche Genehmigungsverfahren“ anspielte.

Im Fachjargon bedeute das: „‚Ein Verfahren mit Konzentrationswirkung.‘ Dadurch werden alle anderen Genehmigungsfragen, wie zum Umweltschutz und zum Bau, unter die Federführung des Hauptverfahrens gestellt“. Steinbach verweist auf den Projektcharakter des Tesla-Baus: Tesla hatte demnach „in einem Umfang wie kein anderes Unternehmen in Brandenburg zuvor die Möglichkeiten der Zulassung des vorzeitigen Beginns genutzt“. Diese Regelung sei vom Gesetzgeber „im Bundesimmissionsschutzgesetz ausdrücklich dafür vorgesehen“.

Das Modell habe „Schule gemacht“ und soll dabei helfen, dass auch weitere Großbauprojekte in Zukunft schneller in Gang gebracht werden können. Ein weiteres konkretes Beispiel sei die neue Lithiumfabrik des deutsch-kanadischen Rohstoff-Unternehmens Rock Tech in Guben, ebenfalls in Brandenburg, wo im März der Spatenstich erfolgte. Für die Genehmigungsverfahren haben demnach verschiedene Verwaltungsebenen zusammengearbeitet. „Auch für den Netzausbau werden bereits schnellere Genehmigungsverfahren angewendet“, so Steinbach.

Wo Kritik an Tesla unangemessen ist

Die Vorwürfe der Umweltverschmutzung durch die Tesla-Fabrik findet Steinbach haltlos. Zwar gab es, wie in etlichen anderen Unternehmen, „vereinzelte betriebliche Störungen“, die allerdings „nachweislich nicht zu einer Gefährdung von Mensch und Umwelt geführt haben“. Und ein angeblicher Brand in der Tesla-Fabrik sei in Wirklichkeit bei einem externen Recycling-Unternehmen am Standort passiert – „und umfasste Kartonagen“. Steinbach kritisiert, dass in Bezug auf Tesla an vielen Stellen Begriffe und Verallgemeinerungen verwendet werden, „die der Sache und dem Ereignis in keiner Sache angemessen“ seien und „so nicht den Tatsachen“ entsprächen.

Auch den oft geäußerten Vorwurf, dass Tesla zu viel Wasser verbrauche, findet Steinbach nicht gerechtfertigt. „Die Behauptung, dass Tesla zu viel Wasser verbraucht“, sei „bisher nicht belegt“. Im Gegenteil: „Tesla benötigt die beantragten und genehmigten Mengen an Wasser derzeit noch nicht“. Zunächst hatte Tesla seinen Wasserbedarf mit 3,6 Millionen Kubikmeter pro Jahr angegeben, diese Angaben dann jedoch auf 1,4 Millionen Kubikmeter reduziert. Daran soll sich trotz der mittelfristig geplanten Steigerung der Produktion auf eine Million E-Autos pro Jahr nichts ändern, so Steinbach. Es gebe „zwei wichtige Aussagen“, auf die er sich verlasse: „Erstens sollen trotz Verdoppelung der Kapazität keine zusätzlichen Wasserressourcen notwendig werden, durch Anpassungen in der Technologie. Zweitens werden die Abwassermengen recycelt“.

Auf was man sich aber sicherlich auch verlassen kann: Dass die Kritik an der Tesla-Fabrik in Grünheide nicht abreisst. Trotz der Positiv-Meldungen, wie etwa vor kurzem bereits durch den Bürgermeister von Grünheide.

Quelle: Web.de – Wirtschaftsminister: „Tesla-Standort hat Modell Y weltweit erfolgreich gemacht“

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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