Wärmepumpe plus E-Auto spart knapp 2000 Euro pro Jahr

Wärmepumpe plus E-Auto spart knapp 2000 Euro pro Jahr
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Michael Neißendorfer
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Eine aktuelle Analyse zeigt, dass Haushalte in der EU durch den Umstieg auf elektrische Heizung und E-Mobilität jährlich mehr als 2200 Euro bei ihren Energiekosten einsparen könnten – und das selbst in einem Szenario mit Preisen von vor der aktuellen Krise durch den Iran-Krieg, so der dänische Thinktank Concito in einer aktuellen Mitteilung.

Die Ergebnisse kommen zu einem Zeitpunkt, an dem Europa und auch der Rest der Welt unter zunehmendem Druck durch Energiepreise und steigende Lebenshaltungskosten leiden. Die Analyse stützt mehrere vorherige Berechnungen, wonach die Elektrifizierung für Millionen von Haushalten auf dem Kontinent der direkteste Weg zu bezahlbarer und sicherer Energie ist.

In der aktuellen Situation mit steigenden Öl- und Gaspreisen, die durch den Konflikt im Iran angetrieben werden, ist der Wechsel noch vorteilhafter: die erwarteten Einsparungen für einen durchschnittlichen EU-Haushalt liegen bis zu 59 Prozent über dem Ausgangsszenario. Dies berücksichtigt jedoch keine Anschaffungskosten, was die Schlüsselrolle der Entscheidungsträger bei der Erschließung dieses Potenzials unterstreicht.

Jens Mattias Clausen, EU-Direktor bei Concito: „Haushalte in der gesamten EU können jährlich mehr als 2200 Euro an Energiekosten einsparen, indem sie Gasheizungen und Verbrennerfahrzeuge durch Wärmepumpen und Elektroautos ersetzen. Das galt bereits vor der aktuellen Energiekrise bei fossilen Brennstoffen und unterstreicht das enorme Potenzial der Elektrifizierung, Familien vor unzumutbaren Energierechnungen zu schützen.“

Die Einsparungen bei den Energierechnungen variieren von Mitgliedstaat zu Mitgliedstaat erheblich, sind jedoch überall beträchtlich:

  • Deutschland: Deutsche Haushalte könnten jährlich mindestens 1950 Euro einsparen, was in etwa einem Jahr an Heizkosten entspricht.
  • Spanien: Spanische Haushalte könnten durch den Umstieg rund 2000 Euro jährlich sparen, was 22 Monaten Strom für ihr Auto oder fast fünf Monaten kostenlosem Lebensmitteleinkauf entspricht.
  • Frankreich: Französische Haushalte könnten rund 3070 Euro jährlich einsparen – der höchste Wert in dieser Analyse – was fast drei Jahren Heizkosten oder Laden des Elektroautos entspricht.
    Polen: Polnische Haushalte könnten rund 1870 Euro jährlich einsparen, entsprechend 17 Monaten Heizkosten oder sechs Monaten Lebensmitteleinkäufen.
  • Italien: Italienische Haushalte könnten jährlich 1780 Euro einsparen, was fast 18 Monaten Heizkosten entspricht.

Die Vorteile gehen aber noch weit über einzelne Energierechnungen hinaus. Der Ersatz von 65 Millionen Gasheizungen in ganz Europa würde die Gesamtabhängigkeit der EU von Gasimporten halbieren. Der Ersatz der Hälfte aller Verbrennerfahrzeuge auf europäischen Straßen würde die Ölimporte um 20 Prozent senken. Zusammen würden diese Schritte Europas Abhängigkeit von – und somit auch Verwundbarkeit durch – fossilen Brennstoffen verringern und eine deutlich verbesserte Preisstabilität bringen.

Hemmnisse für den Übergang beseitigen

Der Haushaltsvorteil der Elektrifizierung liegt auf der Hand, doch gibt es derzeit politische Hindernisse, die den Fortschritt bremsen. Viele Steuersysteme in den EU-Mitgliedstaaten begünstigen weiterhin Erdgas gegenüber Strom und untergraben damit die Wirtschaftlichkeit von Wärmepumpen trotz deren deutlich höherer Effizienz. Die Mitgliedstaaten müssen diese Steuerstrukturen neu ausrichten, damit elektrische Alternativen auf Augenhöhe konkurrieren können, so Concito.

Die Anschaffungskosten bleiben für viele Haushalte ein Hindernis. Während Elektroautos zunehmend mit Verbrennerfahrzeugen preislich konkurrenzfähig sind, sind Wärmepumpen nach wie vor teurer als Gasheizungen. Eine gezielte Förderung von etwa 4500 Euro würde die Amortisationszeit einer Wärmepumpe für den durchschnittlichen EU-Haushalt auf nur noch fünf Jahre verkürzen. Weitere Lösungsansätze umfassen das viel diskutierte Konzept von Sozialleasingmodellen und andere Formen zugänglicher Finanzierung, die den Übergang für einkommensschwache Familien weiter beschleunigen könnten.

„Die heute zu beobachtenden Preissprünge bei fossilen Brennstoffen sind kein Zufall – sie sind die vorhersehbare Folge Europas anhaltender Abhängigkeit von Öl und Gas, von denen rund 90 Prozent importiert werden“, so Jens Mattias Clausen abschließend. „Diese Analyse zeigt, dass die Mittel zum Schutz europäischer Familien bereits vorhanden sind. Was jetzt gebraucht wird, ist der politische Wille, die bestehenden Hindernisse aus dem Weg zu räumen.“

Quelle: Concito – Pressemitteilung vom 18.05.2026

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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