Subaru setzt in mehreren Werken künftig auf eine „hocheffiziente Produktion“, bei der Hybrid-, Verbrennungs- und Elektroautos flexibel auf derselben Fertigungslinie hergestellt werden können, ohne dass größere Umbauten notwendig sind. Dadurch könne man sich besser auf Veränderungen auf dem Markt anpassen, so der leitende Geschäftsführer Ikuo Watanabe. Durch den Strategiewechsel will der relativ kleine Automobilhersteller angesichts des volatilen Marktumfeldes seine Wettbewerbsfähigkeit sichern.
Bereits im Mai hatte Subaru-CEO Atsushi Osaki eine Neubewertung der Unternehmensstrategie angekündigt, vor allem aufgrund der nachlassenden Nachfrage nach Elektroautos in den USA, wo Subaru mehr als 70 Prozent seines globalen Umsatzes erzielt. In den Vereinigten Staaten haben zudem die hohen Einfuhrzölle den Gewinn des japanischen Autobauers um etwa 227 Milliarden Yen (ca. 1,2 Milliarden Euro) geschmälert. Mit den flexiblen Fertigungslinien will man resilienter gegen Nachfrageschwankungen oder Handelszölle werden und schneller handeln können.
Subaru will sich beim Antrieb nicht festlegen
In Hinblick auf die Antriebsstrategie hält sich Subaru durch den Strategiewechsel alle Türen offen. Bislang hat der Hersteller vergleichsweise wenig in Elektromobilität investiert, wollte jedoch in seinem japanischen Werk in Oizumi mit der Produktion seines ersten eigens entwickelten Elektroautos starten.
Vergangenen Monat hatte Osaki jedoch einen Rückzieher angekündigt und erklärt, man wolle an dem neuen Produktionsstandort, der sich derzeit noch im Bau befindet, zunächst Hybridautos und Verbrenner fertigen. Sich auf eine Technologie festzulegen, bezeichnete der Unternehmenschef als „größtes Risiko“. Um die Produktion eines ersten eigenen E-Autos zu verschieben, verbuchte der Hersteller im Mai eine Belastung in Höhe von 362 Millionen US-Dollar (ca. 318 Millionen Euro).
Neue Strategie wird in mehreren Werken eingeführt
Zunächst will Subaru die neue Strategie in seinem Montagewerk in Yajima nördlich von Tokio umsetzen, wo ab August neben den vollelektrischen Crossover-Modellen Subaru Trailseeker und Toyota bZ4X Touring auch der Subaru Forester als Hybrid- und Benzinmodell gefertigt werden soll. Weitere Details zum Produktionsanteil der verschiedenen Modelle auf der neuen „hocheffizienten“ Produktionslinie in Yajima wollte Subaru nicht nennen.
Das flexible Produktionsverfahren soll im US-Werk in Indiana eingeführt werden, wodurch es dem Hersteller möglich wird, die Produktion zwischen den USA und China schnell zu verlagern sowie die Produktpalette anzupassen und die Produktion gefragter Modelle bei Bedarf hochzufahren.
Effizienter durch Einsatz von Software
„Da wir kein Großunternehmen sind, müssen wir uns flexibel an Veränderungen anpassen und dies zu unserer Stärke machen“, erklärte Watanabe, der die Flexibilität als Quelle der Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens bezeichnete.
Im Werk Oizumi, das im Jahr 2028 eröffnet werden soll, will Subaru verstärkt auf Modularisierung, Automatisierung und Technologien wie physische KI und Robotik setzen, um die Produktionseffizienz zu steigern. Der Hersteller spricht dabei von einer „softwaredefinierten Fabrik“, in der man laut Watanabe durch Software-Updates auf flexiblere Produktionssysteme umstellen könne, ohne dass größere Umbauten an der Fertigungsstraße erforderlich seien. Subaru strebt an, die Produktionsprozesse um die Hälfte zu reduzieren und bis 2030 Kosten in Höhe von 200 Milliarden Yen (ca. 1,08 Milliarden Euro) einzusparen.
Quelle: Automotive News – Subaru shifts to ‘ultraefficient production’ amid $362 million EV write-down, product delay







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