Studie: Elektromobilität braucht verbindliche Vorgaben

Studie: Elektromobilität braucht verbindliche Vorgaben
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Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 2 min

Ohne rechtlich verbindliche Ziele und weitergehende Maßnahmen lässt sich das Ziel der Bundesregierung, Deutschland zum Leitmarkt für Elektromobilität zu machen, nicht erreichen. Bisher scheitert eine zügige Dekarbonisierung des Straßenverkehrs insbesondere an der unzureichenden Kalkulierbarkeit des Markts und der daraus folgenden Unsicherheit für die beteiligten Branchen und die Nutzer.

Genau hier muss angesetzt werden, wenn die Elektromobilität in Deutschland schneller vorankommen soll. Das ist das Fazit einer Delphi-Expertenbefragung des Kompetenzzentrums Öffentliche Wirtschaft, Infrastruktur und Daseinsvorsorge an der Universität Leipzig in Kooperation mit BDO und weiteren Partnern.

Weil die bisherigen politischen Ansätze nicht ausreichen, den Elektromobilitätsmarkt in Deutschland wie gewünscht voranzutreiben, schlagen die für die Studie befragten Experten konkrete weitergehende Maßnahmen vor. Diese reichen von Zielvorgaben für CO2-Emissionen über die Schaffung von Kaufanreizen für Elektro­fahrzeuge durch Steuervorteile und Prämien sowie potenzielle Zulassung­sverbote für Verbrennungsmotoren bis hin zu Zulassungsquoten für die Automobilhersteller. Zudem sollten Energie- und Verkehrswende eng miteinander verzahnt werden, um so den größtmöglichen ökonomischen und ökologischen Gesamtnutzen zu erzielen.

„Besonders interessant ist es, dass die für die Studie befragten Experten einem verlässlichen und fairen ordnungspolitischen Rahmen für Elektrofahrzeuge eine deutlich höhere Wirksamkeit zumessen als etwa Kaufprämien.“ – Oliver Rottmann, Kompetenzzentrum der Universität Leipzig

Zur Verbesserung der besonders außerhalb der Ballungsräume unzureichenden Ladeinfrastruktur fordern die Experten neben einer För­derung im privaten Bereich auch einen verstärkten Einstieg der Energieversorgungsunternehmen. „Trotz ausreichender Verfügbarkeit der Technologie im Bereich der Ladeinfrastruktur und verschiedener Förderprogramme auf unterschiedlichen Ebenen zeigt die Praxis, dass die aktuellen Anreize nicht genügen, um die kurzfristigen Ziele auf Bundesebene zu erreichen“, bestätigt BDO Energiewirtschaftsexperte André Horn.

Auch die Industrie müsse sich teilweise neu ausrichten und innovativer werden. Den Automobilherstellern empfehlen die Experten, strategische Allianzen in der Batterietechnologie anzustreben. Zulieferer und nachgelagerte Indust­rien sollten in neue Geschäftsfelder wie Automatisierung und Digitalisie­rung eintreten und eventuell neue Beför­derungskonzepte entwickeln.

Für die Delphi-Studie Elektromobilitätsstrategie der Bundesregierung – Herausforderungen und Hemmnisse befragte das Kompetenzzentrum Öffentliche Wirtschaft, Infrastruktur und Daseinsvorsorge in Kooperation mit BDO, Bayern LB, DKB, E.On, Mobileeee und Stromnetz Hamburg unabhängige Exper­ten verschiedener Institutionen zum Thema Maßnahmen zur Förderung von Elektromobilität in Deutschland. Die vollständige Studie kann kostenfrei unter www.bdo.de/e-mobility heruntergeladen werden.

Quelle: BDO – Pressemeldung vom 06.02.2018

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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