Deutschland bleibt größter E-Auto-Markt Europas

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Sebastian Henßler
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Der Markt für Elektroautos in Westeuropa hat im April einen deutlichen Wachstumsschub verzeichnet. Nach Zahlen von Schmidt Automotive Research wurden in den untersuchten Märkten rund 246.000 batterieelektrische Neuwagen zugelassen, knapp 38 Prozent mehr als im April 2025 mit rund 178.300 Einheiten. Der Marktanteil reiner Elektroautos kletterte damit auf 24,2 Prozent, im Vorjahresmonat lag er noch bei 18,7 Prozent. Auch über die ersten vier Monate des Jahres gerechnet zeigt sich ein klares Plus: Mit rund 945.500 Neuzulassungen liegt das Volumen knapp 29 Prozent über dem Vorjahreswert von rund 734.600 Einheiten, der Marktanteil stieg von 18,4 auf 22,7 Prozent.

Deutschland bleibt der größte Einzelmarkt Europas

Deutschland behauptet mit einem Anteil von 26,1 Prozent am westeuropäischen Gesamtvolumen seine Position als größter Einzelmarkt. Im April wurden dort rund 64.350 Elektroautos neu zugelassen, ein Plus von 41,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat mit rund 45.500 Fahrzeugen. Über vier Monate kumuliert ergibt sich mit rund 224.000 Einheiten ein nahezu identisches Wachstum von ebenfalls 41,3 Prozent.

Laut der Analyse von Schmidt spielt dabei die im Mai gestartete und rückwirkend zum 1. Januar 2026 geltende Kaufprämie eine Rolle, die bei vielen Modellen bereits eingepreist sei. Eine weitere Beschleunigung des Wachstums wird für die zweite Jahreshälfte erwartet, sobald sich die durch die Förderung ausgelösten Bestellungen in tatsächliche Auslieferungen an Kund:innen umsetzen.

Frankreich und Großbritannien legen kräftig zu

Auch in Frankreich fällt das Wachstum deutlich aus. Mit rund 36.500 neu zugelassenen Elektroautos im April ergibt sich ein Plus von 43,1 Prozent, über vier Monate liegt das Volumen von rund 149.200 Einheiten sogar 49,2 Prozent über dem Vorjahreswert. Die Analyse führt dies auf eine niedrige Vergleichsbasis aus dem Vorjahr, anhaltende Kaufanreize sowie auf verzögert ausgelieferte, durch Förderprogramme begünstigte Bestellungen aus dem letzten Quartal 2025 zurück. Mit der ab Juli 2026 früher als gewohnt wieder verfügbaren Sozial-Leasing-Initiative wird zudem ein starkes Wachstum über die sonst eher schwachen Sommermonate erwartet.

Großbritannien verzeichnete im April ein Plus von 59,7 Prozent auf rund 39.100 Fahrzeuge, der kumulierte Vier-Monats-Wert liegt mit rund 176.700 Einheiten 22,3 Prozent über dem Vorjahresniveau.

Italien und Dänemark mit hohen Zuwachsraten

In Italien hat sich das Marktvolumen im April mit rund 13.200 Einheiten gegenüber dem Vorjahr nahezu verdoppelt, ein Anstieg von 98,7 Prozent. Über vier Monate gerechnet wuchs der Markt um 72,3 Prozent auf rund 51.400 Fahrzeuge. Laut der Auswertung wirken sich verzögert ausgelieferte, subventionsbedingte Bestellungen weiterhin stützend aus, der Marktanteil liegt mit acht Prozent jedoch weiterhin unter der Zehn-Prozent-Marke. Dänemark verzeichnete im April ein Plus von 43,4 Prozent auf rund 13.700 Einheiten bei einem Elektroanteil von bereits 81,9 Prozent, einem der höchsten Werte unter den untersuchten Märkten.

In Norwegen, wo der Elektroanteil im April bei 98,6 Prozent lag, fiel der Zuwachs mit 0,1 Prozent nahezu auf der Stelle aus, über vier Monate ergibt sich sogar ein Rückgang von 5,0 Prozent auf rund 37.600 Einheiten. Hintergrund ist laut Analyse eine seit Januar 2026 geänderte Steuerregelung: Die Mehrwertsteuerbefreiung für Elektroautos gilt nur noch für die ersten 300.000 norwegischen Kronen des Kaufpreises, darüber greift der reguläre Satz von 25 Prozent, zusätzlich wird eine gewichtsbasierte Abgabe oberhalb von 500 Kilogramm fällig. Im Jahr 2025 hatte die Freigrenze noch bei 500.000 Kronen gelegen.

In den Niederlanden ging das Volumen über vier Monate um 16,9 Prozent auf rund 34.700 Einheiten zurück, was die Analyse mit einer Vorzieheffekt-Welle im Dezember 2025 erklärt, als die letzten vergünstigten Steuersätze für Elektro-Dienstwagen noch galten, bevor deren vollständiger Wegfall verschoben wurde.

Top 10 der europäischen Märkte nach Absatz im April 2026:

  1. Deutschland – 64.350 Einheiten
  2. Großbritannien – 39.084 Einheiten
  3. Frankreich – 36.542 Einheiten
  4. Belgien – 13.971 Einheiten
  5. Dänemark – 13.721 Einheiten
  6. Italien – 13.245 Einheiten
  7. Schweden – 9834 Einheiten
  8. Spanien – 9723 Einheiten
  9. Niederlande – 9616 Einheiten
  10. Österreich – 7122 Einheiten

Quelle: Matthias Schmidt – European Electric Car Study

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Sebastian Henßler

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Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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