Lateinamerika und die Karibik stehen kurz vor einem symbolischen Meilenstein: Zum Ende des ersten Quartals dieses Jahres waren in der Region mehr als 837.000 Elektro- und Plug-in-Hybridfahrzeuge im Einsatz. Sollte das aktuelle Wachstumstempo anhalten, könnte die Millionengrenze noch vor Jahresende fallen. Das geht aus einer aktuellen Mitteilung der Lateinamerikanischen und Karibischen Energieorganisation (Olacde) hervor.
Die Organisation beschreibt die Entwicklung als strukturellen Wandel: „Die Elektromobilität ist kein aufkommender Trend mehr, sondern hat sich als wachsende Realität etabliert“, heißt es von Seiten Olacde. Allein im ersten Quartal wurden knapp 107.000 neue Fahrzeuge verkauft, was die Gesamtzahl der zugelassenen Elektro- und Plug-in-Hybridfahrzeuge auf den aktuellen Stand hob.
Brasilien dominiert die regionalen Zahlen mit mehr als 473.000 leichten Elektrofahrzeugen, was mehr als der Hälfte des gesamten Bestands entspricht. Dahinter folgen Mexiko, Kolumbien, Uruguay und Costa Rica. Bei der Pro-Kopf-Verbreitung ergibt sich jedoch ein anderes Bild: Uruguay belegt hier den ersten Platz, vor Costa Rica, Brasilien, Chile und Mexiko.
Besonders auffällig sind die Wachstumsraten einzelner Märkte. Argentinien hat seine Verkaufszahlen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verzwanzigfacht, Ecuador fast vervierfacht. Kolumbien und Uruguay verzeichneten Zuwächse von knapp 300 Prozent. Diese Dynamik zeigt, dass die Elektrifizierung des Fahrzeugbestands längst nicht mehr auf wenige Vorreitermärkte beschränkt ist.
Elektrobusse: Chile hinter China auf Platz zwei
Neben dem Individualverkehr entwickelt sich auch der elektrische öffentliche Nahverkehr. In der gesamten Region sind mehr als 9700 Elektrobusse im Einsatz. Chile allein stellt davon gut 4700 Fahrzeuge und belegt damit nach China weltweit den zweiten Rang bei der absoluten Anzahl elektrisch betriebener Linienbusse.
Was die Ladeinfrastruktur betrifft, verfügt Brasilien über mehr als 21.000 öffentlich zugängliche Ladestationen. Chile sticht laut Olacde durch ein günstiges Verhältnis zwischen Ladepunkten und dem jeweiligen Fahrzeugbestand hervor, ohne dass die Organisation konkrete Zahlen nennt.
Die wirtschaftlichen Effekte der laufenden Elektrifizierung beziffert Olacde auf jährliche Einsparungen von umgerechnet rund 996 Millionen Euro gegenüber der Nutzung konventioneller Kraftstoffe. Dahinter stehen Mengen von etwa 890 Millionen Litern Benzin und 340 Millionen Litern Diesel, die nicht verbrannt werden. Die Organisation wertet dies als Beitrag sowohl zur Energiesicherheit der Region als auch zur Erreichung klimapolitischer Ziele.
Quelle: latina-press.com – Lateinamerika erreicht 837.014 Elektrofahrzeuge und könnte 2026 die Millionengrenze überschreiten / Lateinamerikanischen und Karibischen Energieorganisation (Olacde) – Pressemitteilung vom 24.06.2026









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