Uruguay führt Südamerikas E-Auto-Wende an

Uruguay führt Südamerikas E-Auto-Wende an
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Arun Niemann
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Auch in Süd- und Mittelamerika schreitet die E-Auto-Wende voran. Doch während sich ein großer Teil des internationalen Interesses auf Länder wie Brasilien und Mexiko konzentriert, hat sich Uruguay in Sachen E-Mobilität an die Spitze der Region gesetzt. Dies kam unter anderem durch eine subventionierende Steuerpolitik für E-Autos zustande.

Die E-Auto-Durchdringungsrate des Landes erreichte bis Juli 2026 bereits 40 Prozent, womit das kleine Uruguay sogar deutlich vor einigen europäischen Staaten wie Deutschland, Frankreich oder Großbritannien liegt. Dabei ist der Fahrzeugmarkt in Uruguay von der Größe her eher klein und mit Finnland oder Kroatien vergleichbar. Gleichzeitig verzeichnet das Land bereits seit den 2000er-Jahren ein anhaltendes Wirtschaftswachstum.

Doch eben diese überschaubare Größe habe dem Benchmark-EV-Analysten George Whitcombe zufolge dazu geführt, dass die neue Steuerpolitik so gut funktioniere. Er sieht die aktuellen Entwicklungen als klaren Beleg für die Effektivität solcher Maßnahmen, mit denen ganz offensichtlich innerhalb kürzester Zeit ein radikaler Wandel in Sachen E-Auto-Adaption herbeigeführt werden könne.

So funktionieren die Steueranreize konkret

In Uruguay sind reine E-Autos bereits seit Januar 2022 von der IMESI befreit. Dies ist eine Verbrauchsteuer, welche in Uruguay beim Ersteinkauf von Produkten anfällt. Zum Januar 2027 soll sich dies jedoch für Fahrzeuge über 19.000 US-Dollar ändern: ab dann fallen auf E-Autos zwischen 19.000 und 27.000 US-Dollar wieder 5 Prozent IMESI an und bei E-Autos über 27.000 US-Dollar müssen 9 Prozent IMESI entrichtet werden.

Zusätzlich zur IMESI-Befreiung sind Elektroautos bereits seit 2015 von Importzöllen befreit, während Verbrenner beim Import nach wie vor mit 23 Prozent belegt werden. Nur von der 22-prozentigen Mehrwertsteuer sind E-Autos nicht ausgenommen. Begünstigt durch diese Anreize hat sich die chinesische Marke BYD inzwischen zum meistverkauften Autohersteller in Uruguay entwickelt.

Aufgrund der bald erneut fälligen IMESI-Steuer auf E-Auto-Käufe über 19.000 US-Dollar rechnen Experten für die letzten Monate von 2026 noch einmal mit steigenden E-Auto-Verkäufen. Ein folgender Nachfrageeinbruch wird jedoch nicht befürchtet, da die Zollbefreiung ja bestehen bleibt und E-Autos im Vergleich zu Verbrennern dementsprechend nach wie vor stark begünstigt werden, wobei die Abgabenlast für letztere je nach Preis bei 23 bis über 46 Prozent liegt.

Quelle: Benchmark Mineral Intelligence – Uruguay quietly leads EV adoption in South America through effective tax incentives

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Arun Niemann

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Arun Niemann arbeitet nun seit 5 Jahren als Redakteur und Werbetexter und schreibt seit 2026 auch für Elektroauto-News.net. Dabei bringt ihn sein persönliches Interesse für makroökonomische Zusammenhänge und die bisherige redaktionelle Arbeit zu Finanz- und Wirtschaftsthemen, oft zu Beiträgen an der Schnittstelle zwischen Elektromobilität, Energiewende und Wirtschaft.

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