Stellantis zeigt neuartigen E-Auto-Akku

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Stellantis

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 3 min

Nach vier Jahren Entwicklung, Modellierung und Simulation hat ein 25-köpfiges Team, bestehend aus Wissenschaftlern des CNRS (Centre National de la Recherche Scientifique), Ingenieuren des Autoherstellers Stellantis und des Batterieherstellers Saft sowie Forschern, den Prototypen einer Energiespeicherbatterie mit integrierten Wechselrichter- und Ladefunktionen vorgestellt. Diese Integration der Wechselrichter- und Ladefunktionen ermögliche eine effizientere, zuverlässigere und kostengünstigere Batterie, die zum einen die Reichweite von Elektroautos steigere und zum anderen weniger Platz im Fahrzeug benötige, so Stellantis in einer aktuellen Mitteilung.

Dieses gemeinsame Forschungsprojekt ist unter der Bezeichnung „Intelligent Battery Integrated System“ (IBIS) bekannt. Ein Demo-Modell, seit Sommer 2022 in Betrieb, ist Gegenstand zahlreicher Patente und steht Stellantis zufolge für eine entscheidende Abkehr von derzeit üblichen elektrischen Konverter-Systemen. Im Rahmen des Projekts konnten eine Vielzahl neuer technischer Konzepte erprobt und praxistaugliche Steuerungs- und Betriebsfunktionen realisiert werden – dies alles in Vorbereitung auf den Einsatz in Elektroautos oder für stationäre Anwendungen.

Das IBIS-Projekt ermögliche auf dem Gebiet der Elektromobilität einen echten Paradigmenwechsel in der Konzeption von elektrischen Antrieben. Beim IBIS-Konzept sind die elektronischen Konverter-Platinen für die Wechselrichter- und Ladefunktionen so nah wie möglich an den Lithium-Ionen-Batteriezellen montiert. Ein hoch-entwickeltes Steuersystem ermögliche die Erzeugung von Wechselstrom für einen Elektromotor direkt aus der Batterie.

Die Partner des IBIS-Projekts arbeiten derzeit an einem voll funktionsfähigen Fahrzeugprototyp, der auf den Testständen und -strecken von Stellantis sowie auf öffentlichen Straßen getestet werden soll. Geplant ist, diese Technologie noch in diesem Jahrzehnt in Fahrzeugen der Marken des Stellantis-Konzerns auf den Markt zu bringen.

Unser Weg zur Elektrifizierung führt über Innovationen und Forschungsleistungen. So wollen wir die konkreten Bedürfnisse der Kundinnen und Kunden unserer E-Fahrzeuge – wie Reichweite, Platzangebot und Erschwinglichkeit – erfüllen und gleichzeitig den CO2-Fußabdruck durch eine verbesserte Effizienz reduzieren“, sagte Stellantis-Entwicklungschef Ned Curic. „Dieses Batteriesystem könnte ein entscheidender Schritt beim Erreichen des Ziels von Stellantis sein, eine praxistaugliche, nutzerfreundliche und fortschrittliche Technologie für alle anzubieten.“

Durch die Entwicklung einer effizienten und wirtschaftlich wettbewerbsfähigen Technologie will das IBIS-Projekt Möglichkeiten erschließen, das Fahrzeuggewicht sowie die Kosten des Elektroantriebs und der Fahrzeugfertigung zu senken. Gleichzeitig werde eine Vielzahl neuer Produkteigenschaften ermöglicht.

Im Bereich der stationären Energiespeicherung und der Integration erneuerbarer Energien soll Projektpartner Saft helfen, einsatzfertige Installationen mit verbesserter Batterieverfügbarkeit, optimierter Nutzung der installierten Energie und geringerem Platzbedarf anzubieten. Die inhärente Architektur der IBIS-Batterie soll die Wartung und Modernisierung des Systems vereinfachen und den CO2-Fußabdruck verringern.

Die Kombination von Batterielösungen für Elektroautos und die stationäre Speicherung erhöhe die Wettbewerbsfähigkeit der beiden Angebote aufgrund von Volumeneffekten auf wachsenden Märkten.

Saft steht schon seit mehr als 100 Jahren im Zentrum der Innovations-Entwicklung für industrielle Batterien. Als Pioniere auf diesem Gebiet können unsere Entwickler auch langfristige Forschungsprogramme wie IBIS durchführen. Wir freuen uns über diese Kooperation mit anderen renommierten Partnern dieses Spezialgebiets an einem Innovationsprojekt, das sowohl Elektromobilität als auch stationäre Energiespeicherung revolutionieren soll“, sagte Cedric Duclos, Chief Executive Officer von Saft.

Das IBIS-Projekt wird vom „Future Investment Plan“ der ADEME (Environment and Energy Management Agency) gefördert und von Stellantis koordiniert. Es ist ein Gemeinschaftsprojekt der Industriepartner Saft (TotalEnergies-Konzern), E2CAD und Sherpa Engineering sowie der Forschungslabore des CNRS (GeePs, SATIE, LEPMI) und des Institut Lafayette.

Quelle: Stellantis – Pressemitteilung vom 20.07.2023

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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