Stellantis verabschiedet sich bei seiner nächsten Generation von Kleinstwagen vom Multi-Energy-Ansatz. Statt wie bisher unterschiedliche Antriebe anzubieten, setzt der Konzern in diesem Segment künftig ausschließlich auf batterieelektrische Fahrzeuge. Das gab Emanuele Cappellano, Leiter der Region Enlarged Europe bei Stellantis, vor wenigen Tagen auf dem Automotive News Europe Congress bekannt.
Die Entscheidung markiert einen Kurswechsel für den Konzern, der bislang Flexibilität bei den Antriebsoptionen als strategisches Prinzip betont hatte. Modelle wie der Fiat 500 sind heute noch als Elektroauto oder Mild-Hybrid erhältlich. Für die neue Kleinstwagen-Generation unter dem Namen „E-Car“ gilt das nicht mehr. Cappellano begründete den Schritt mit dem Ziel, die Fahrzeuge so erschwinglich wie möglich zu machen, statt Entwicklungsressourcen auf mehrere Antriebsvarianten aufzuteilen.
Der angestrebte Einstiegspreis liegt bei 15.000 Euro, was die E-Cars deutlich unter das aktuelle Niveau der meisten Konkurrenzangebote in Europa positionieren würde. Der Renault Twingo Electric kostet knapp unter 17.000 Euro, der Leapmotor T03 rund 15.300 Euro. Konkret geplant sind zwei Modelle: ein Fiat-Stromer sowie eine elektrische Neuinterpretation des Citroën 2CV. Beide sollen im Kleinstwagensegment gegen den Renault Twingo, den Volkswagen ID.1 und den Leapmotor T03 antreten.
Chinesische Partner als Lernchance und Kostenhebel bei Stellantis Kleinwagen
Für die Entwicklung einer eigenen Plattform setzt Stellantis auf externe Partner, darunter möglicherweise der chinesische Hersteller Leapmotor, mit dem der Konzern bereits ein Joint Venture für den Vertrieb außerhalb Chinas betreibt. Produktionsstandorte in Spanien sowie Technologien werden bereits geteilt. Cappellano beschrieb die Zusammenarbeit als Möglichkeit, Technologien, die Stellantis noch entwickle, auf eine „bescheidene Art und Weise“ zu erlernen, und gleichzeitig die Auslastung der Werke zu optimieren.
Der Preisdruck im europäischen Markt ist laut Cappellano erheblich. „Mit dem aktuellen Preiswettbewerb kann Stellantis das Investitionsniveau nicht aufrechterhalten, das wir benötigen, um unsere Technologie und unser Produktangebot weiterzuentwickeln“, sagte er. Der Konzern sieht in der chinesischen Partnerschaft eine Möglichkeit, Segmente zu bedienen, in denen Stellantis bislang nicht präsent ist, ohne dabei die eigenen Marken zu kannibalisieren.
Die E-Cars sollen den Elektro-Anteil von Stellantis in Europa deutlich steigern. Cappellano nannte das Ziel, den aktuellen Elektro-Anteil bis 2030 zu verdreifachen. Im Jahr 2025 lag er laut Dataforce bei 13,7 Prozent der Stellantis-Verkäufe in Europa. Im Gegensatz zur neuen Kleinstwagen-Strategie bleibt die STLA-One-Plattform, die Fahrzeuge der Klein-, Kompakt- und Mittelklasse abdeckt, weiterhin offen für mehrere Antriebsarten.
Markenstruktur als strategisches Kapital
Parallel dazu verweist Cappellano auf die Markenvielfalt des Konzerns als Wettbewerbsvorteil, auch wenn Analysten die Anzahl der Marken teils als zu hoch kritisiert haben. Die im Mai vorgestellte Drei-Stufen-Markenstrategie von Stellantis sieht Peugeot und Fiat als globale Marken mit Priorität bei Investitionen in neue Produkte und Technologien vor.
Alfa Romeo, Citroën und Opel werden als regionale europäische Marken geführt, DS und Lancia als Spezialisten für einzelne Märkte. Die Kapitalallokation folgt dieser Hierarchie, wobei Marken der zweiten und dritten Stufe durch ein breiteres Produktangebot kompensieren sollen.
Quelle: Automotive News Europe – Stellantis drops its multi-energy strategy for upcoming E-Car small EVs









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