Stellantis Pro One, die Nutzfahrzeugsparte des Automobilherstellers Stellantis, hat beim Investor Day Ende Mai seine Strategie für die kommenden Jahre vorgestellt. Im Mittelpunkt stehen elf neue Modelle, eine überarbeitete Plattformarchitektur und der Aufbau eines digitalen Ökosystems für gewerbliche Kund:innen.
Ausgangspunkt ist eine bereits starke Marktposition: Mit rund 1,65 Millionen verkauften Einheiten im Jahr 2025 ist die Sparte in Europa und Südamerika Marktführer, im Nahen Osten und Afrika belegt sie Rang zwei, in Nordamerika Rang drei. Die für 2030 definierten Ziele bauen darauf auf: eine Umsatzsteigerung von 30 Prozent, weltweite Marktführerschaft und eine angestrebte Fahrzeugbetriebsbereitschaft von 100 Prozent.
Kern der Produktoffensive sind zwei neue Multi-Energie-Plattformen für Transporter, die auf der STLA-Brain-Architektur basieren. Eine ist für mittelgroße, die andere für große Transporter konzipiert. Beide Plattformen unterstützen Elektro-, Hybrid- und Verbrennungsantriebe, wobei der Schwerpunkt auf Hybridtechnologie liegt.
Pickups als strategischer Wachstumstreiber
Darüber hinaus sollen bis 2030 vier weitere Produktneuheiten folgen: eine überarbeitete Version der Kleintransporter mit Fokus auf Südamerika, eine Neuauflage des weltweit führenden Kompakt-Transporters sowie zwei neue Elektromotoren über die gesamte Modellpalette, einschließlich neuer LFP- und NMC-Batterien.
Auch das globale Pickup-Portfolio erhält deutliche Impulse. In Südamerika werden die Modelle Fiat Strada und Fiat Toro überarbeitet, in Nordamerika steht die Einführung des Ram Rampage bevor. Zudem kündigt Stellantis Pro One die umfassende Erneuerung seiner nordamerikanischen Full-Size-Pickup-Palette an, inklusive des ersten Elektro-Pickups mit Range Extender. Im Segment der mittelgroßen Pickups verfolgt die Sparte einen zweigleisigen Ansatz: Ein neues Flaggschiffmodell entsteht im Rahmen einer bestehenden Partnerschaft, ergänzt durch einen neuen RAM-Pickup speziell für den nordamerikanischen Markt.
Parallel zur Produktentwicklung treibt Stellantis Pro One seine Transformation in Richtung Ökosystemanbieter voran. Das Konzept basiert auf fünf Säulen: Daten und Konnektivität, die Fahrzeugmanagementlösung Pro One Next, integrierte Finanzierungs- und Ladelösungen, das CustomFit-Umrüstprogramm mit über 550 zertifizierten Partnern sowie ein Netzwerk von mehr als 21.000 professionellen Servicestellen.
Pro One NEXT: Echtzeit statt Ausfall
Herzstück dieses Ansatzes ist Pro One Next, eine Lösung zur Echtzeit-Überwachung von Fahrzeugflotten, die derzeit in Europa erprobt wird. Ziel ist es, Ausfallzeiten proaktiv zu minimieren und die Verfügbarkeit der Fahrzeuge zu maximieren. Eric Laforge, Global Senior Vice President von Stellantis Pro One, erläutert den Anspruch: „Durch die Zusammenführung von Daten, Konnektivität und operativem Fachwissen sowie die enge Verzahnung von Händlern, der Steuerzentrale und Stellantis Parts & Technical Services können wir die Betriebszeit der Fahrzeuge proaktiv steuern, die Komplexität reduzieren und jeden Tag konkreten Mehrwert schaffen.“
Einen Ausblick auf die längerfristige Produktvision gibt das Konzeptfahrzeug „Box on Wheels“: ein lokal emissionsfreies, autonomes Fahrzeug, das für die Zustellung auf der letzten Meile konzipiert ist. Die offizielle Premiere ist auf der IAA Transportation in Hannover geplant. Emanuele Cappellano, COO für Enlarged Europe und Global Head von Stellantis Pro One, fasst die Gesamtrichtung zusammen: „Durch die Verbindung von Produktqualität, fortschrittlichen Technologien und einem vollständig integrierten Ökosystem wollen wir nachhaltiges Wachstum fördern.“
Quelle: Stellantis – Pressemitteilung









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