Stellantis sichert sich größere Mengen Nickel und Kobalt

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Daniel Krenzer
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  —  Lesedauer 4 min

Die Autobauer-Gruppe Stellantis und Alliance Nickel (ehemals GME Resources) haben die Unterzeichnung einer verbindlichen Abnahmevereinbarung für 170.000 Tonnen Nickelsulfat und 12.000 Kobaltsulfat über einen Zeitraum von zunächst fünf Jahren bekannt gegeben. Das ist einer entsprechenden Pressemitteilung zu entnehmen. Die vereinbarte Liefermenge entspricht demnach etwa 40 Prozent der voraussichtlichen Jahresproduktion aus dem NiWest Nickel-Kobalt-Projekt in Westaustralien. Die Preisgestaltung für Nickel- und Kobaltsulfat sei an Indexpreise gekoppelt.

Darüber hinaus stimmte Stellantis laut Mitteilung einer Investition von 9,2 Millionen Euro an neuem Eigenkapital in Alliance Nickel zu. Nach Abschluss der Transaktion halte der Konzern 11,5 Prozent der Anteile, verbunden mit dem Recht, ein Vorstandsmitglied für Alliance zu nominieren. „Unsere Ziele im Rahmen des Dare Forward 2030 Plans und unser branchenführender Antrieb zur Dekarbonisierung setzen voraus, dass Schlüsselmaterialien verlässlich geliefert werden“, sagte Maxime Picat, Chief Purchasing & Supply Chain Officer von Stellantis. „Die Partnerschaft mit Alliance Nickel ist ein wichtiger Baustein unseres Plans, Menschen auf der ganzen Welt saubere, sichere und bezahlbare Mobilität zu ermöglichen“, führte er aus.

Langfristige Partnerschaft wird angestrebt

„Die verbindlichen Vereinbarungen mit Stellantis, einem der führenden und fortschrittlichsten Automobilbauer der Welt, verändern die Zukunft von Alliance. Sie bestätigen unsere Entwicklungsstrategie für das Nickel-Kobalt-Projekt NiWest und erschließen uns entscheidende neue Finanzierungsoptionen, denn wir haben ein Tier-1-Unternehmen als Hauptkunden und Investor gewonnen“, sagte Paul Kopejtka, Managing Director und CEO von Alliance. Und weiter: „Wir freuen uns auf eine langfristige Partnerschaft mit Stellantis und arbeiten weiter an der Umsetzung unserer Strategie, die Weltmärkte künftig als australischer Anbieter von Nickel- und Kobaltsulfat in Premium-Batteriequalität zu beliefern. Dies ist ein echte Win-Win-Situation für beide Unternehmen.“

Die bindenden Abnahme- und Anteilskaufvereinbarungen stärkten die Partnerschaft zwischen Stellantis und Alliance Nickel, die im Oktober 2022 mit einer unverbindlichen Absichtserklärung über die Lieferung von Rohstoffen für Elektrofahrzeugbatterien begonnen hatte. Die Geldmittel aus dem Anteilskauf flössen in die Fertigstellung der endgültigen Machbarkeitsstudie für das NiWest-Projekt und in technische Planungsarbeiten, die laut Pressemitteilung im letzten Quartal 2023 erwartet werden.

Bis 2030 in Europa vollelektrisch

Als Bestandteil seines Strategieplans Dare Forward 2030 kündigte Stellantis zudem an, bis 2030 einen Absatzmix von 100 Prozent batterieelektrischen Personenkraftwagen in Europa und von 50 Prozent bei Personenkraftwagen und Nutzfahrzeugen in den Vereinigten Staaten zu erreichen. Stellantis plane, seine CO2-Emissionen bis 2030 im Vergleich zu 2021 zu halbieren, bis 2038 Netto-Null-CO2-Emissionen zu erreichen und die verbleibenden Emissionen im einstelligen Prozentbereich zu kompensieren.

Der Abschluss der bindenden Abnahme- und Anteilskaufvereinbarungen unterliege den üblichen Vollzugsbedingungen einschließlich behördlicher Genehmigungen. Stellantis gehe aktuell eine Reihe von Schlüsselpartnerschaften ein, um eine stabile Verfügbarkeit wichtiger Rohstoffe für seine elektrifizierte Zukunft sicherzustellen. Neben Alliance Nickel zählten McEwen Copper, Terrafame, Vulcan Energy, Element 25 und Controlled Thermal Resources zu den Partnern von Stellantis.

Ziel: Nicht am größten, sondern am großartigsten

Stellantis ist einer der weltweit führenden Automobilkonzerne und Mobilitätsanbieter. „Unsere traditionsreichen, ikonischen Marken verkörpern die Leidenschaft ihrer visionären Gründer und der Kundinnen und Kunden von heute in ihren innovativen Produkten und Dienstleistungen, darunter Abarth, Alfa Romeo, Chrysler, Citroën, Dodge, DS Automobiles, Fiat, Jeep, Lancia, Maserati, Opel, Peugeot, Ram, Vauxhall, Free2move und Leasys„, schreibt Stellantis. Angetrieben von der Vielfalt gestalte man die Mobilität von morgen – „mit dem Ziel, nicht das größte, sondern das großartigste nachhaltige Mobility-Tech-Unternehmen zu werden“ und gleichzeitig einen Mehrwert zu schaffen für alle Stakeholder und die Gemeinschaften, in denen Stellantis tätig ist.

Alliance Nickel Limited ist ein an der ASX gelistetes Erschließungsunternehmen für Nickel und kritische Mineralien. „Sein Flaggschiff und wichtigster Vermögenswert ist das Nickel-Kobalt-Erschließungsprojekt NiWest mit einem der hochwertigsten unerschlossenen Nickel-Laterit-Vorkommen Australiens, das sich zu 100 Prozent im Besitz des Unternehmens befindet“, führt Stellantis aus. Das Projekt verfüge über die Anbindung an eine bestehende Primärinfrastruktur für den Bergbau wie zum Beispiel ein ausgebautes Straßen- und Schienennetz sowie eine Gaspipeline und liege strategisch günstig in direkter Nachbarschaft zu den Murrin Murrin Operations von Glencore. Das Unternehmen habe bereits eine vorbereitende Machbarkeitsstudie durchgeführt, die die technische und wirtschaftliche Realisierbarkeit eines Abbaus mittels Haufenlaugung und direkter Lösemittelextraktion belege. Das Unternehmen plane die Herstellung von kostengünstigem, hochwertigem Nickel- und Kobaltsulfat der Klasse 1 für Batterie- und Fahrzeughersteller im Elektrofahrzeugsektor.

Quelle: Stellantis – Pressemitteilung vom 28.04.2023

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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