Smart-Meter-Quote steigt – doch viele hinken hinterher

Smart-Meter-Quote steigt – doch viele hinken hinterher
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Sebastian Henßler
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  —  Lesedauer 3 min

Der Smart-Meter-Rollout in Deutschland gewinnt an Tempo – doch längst nicht alle Messstellenbetreiber ziehen mit. Aktuelle Zahlen der Bundesnetzagentur zum vierten Quartal 2025 zeigen, dass die Gesamt-Rollout-Quote über alle Messstellen im Land auf 5,5 Prozent gestiegen ist, nach 3,8 Prozent im Vorquartal. Das entspricht rund 3,1 Millionen installierten intelligenten Messsystemen. Unter den sogenannten Pflichteinbaufällen – also Haushalten mit einem Jahresverbrauch über 6000 kWh oder steuerbaren Verbrauchseinrichtungen wie Wärmepumpen und Wallboxen – liegt die Ausstattungsquote bei durchschnittlich 23,3 Prozent.

Die Smart-Meter-Initiative (SMI), ein Zusammenschluss der digitalen Ökostromanbieter Octopus Energy, Rabot Energy, Tibber und Ostrom, hat die Daten auf ihrem interaktiven Smart-Meter-Atlas aufbereitet. Unter den zehn größten Messstellenbetreibern führt Berlin mit 53,1 Prozent vor Westnetz mit 49,8 Prozent und der Mitteldeutschen Netzgesellschaft Strom mit 46,6 Prozent. Allerdings sind die Werte nicht direkt mit dem Vorquartal vergleichbar, da seit einer Gesetzesänderung vom 18. Dezember 2025 auch optionale Einbaufälle zur Pflichteinbauquote zählen.

„Der Smart-Meter-Rollout nimmt endlich Fahrt auf. Dadurch können immer mehr Menschen von innovativen Stromtarifen profitieren und Geld sparen“, sagt Bastian Gierull, CEO von Octopus Energy Germany, im Namen der SMI. Gleichzeitig gewinne der wettbewerbliche Messstellenbetrieb an Bedeutung. „Umso wichtiger, dass der Hochlauf nicht durch Eingriffe in die Marktrollen gefährdet wird“, so Gierull.

Nicht überall läuft der Ausbau jedoch nach Plan. Zum Stichtag 31. Dezember 2025 waren sämtliche grundzuständigen Messstellenbetreiber verpflichtet, mindestens 20 Prozent der Pflichteinbaufälle mit intelligenten Messsystemen auszustatten. 77 Betreiber haben bislang kein einziges Gerät verbaut – die Bundesnetzagentur hat gegen sie Verfahren eingeleitet. „Wir stellen fest, dass viele Unternehmen die gesetzlichen Ausbauziele nicht erfüllen“, erklärte Behördenpräsident Klaus Müller. Ziel sei es, die Einhaltung über Zwangsgelder sicherzustellen.

Strafzahlungen treffen auch größere Stadtwerke

Betroffen sind dabei nicht nur kleine Betreiber. Laut einer Auswertung der SMI müssen unter anderem die Netzgesellschaft Potsdam, TWL Netze in Ludwigshafen, Netze Duisburg, die Nürnberger N-Ergie Netz sowie Stuttgart Netze mit Zwangsgeldern rechnen. Im dritten Quartal 2025 lagen noch knapp 200 Messstellenbetreiber bei null verbauten Geräten – ein Rückgang, der auf Fortschritte hindeutet, den grundsätzlichen Rückstand aber nicht aufhebt.

Zwischen großen und kleinen Betreibern bleibt das Gefälle deutlich. Die 19 größten Messstellenbetreiber mit mehr als 500.000 Messstellen kommen im Schnitt auf eine Pflichteinbauquote von 27,1 Prozent. Bei den 599 Betreibern mit weniger als 30.000 Messstellen liegt der Wert bei 14,6 Prozent – allerdings ein deutlicher Sprung gegenüber den 8,2 Prozent zum Ende des dritten Quartals 2025. Laut Branchenstimmen lassen sich Smart-Meter in Deutschland erst ab 500.000 Messstellen wirtschaftlich betreiben. Der Grund: Die nach deutscher Norm gefertigten Messsysteme sind komplex und teuer.

Im europäischen Vergleich bleibt Deutschland weit abgeschlagen. Während viele Nachbarländer bereits Smart-Meter-Quoten von 80 Prozent und mehr erreichen, stehen hierzulande gerade einmal 5,5 Prozent zu Buche. Einzelne Betreiber zeigen allerdings, dass vollständiger Ausbau möglich ist: Die Stadtwerke Lübz hatten bereits Ende 2024 eine hundertprozentige Abdeckung erreicht. Ende 2025 zogen InfraLeuna, Raubling Papier und VW Kraftwerk nach.

Quelle: Smart-Meter-Initiative – Pressemitteilung per Mail / Tagesschau – Verfahren gegen 77 Stromnetzbetreiber eingeleitet

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Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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