Während die Strompreise in Deutschland infolge der geopolitischen Spannungen im Nahen Osten spürbar anziehen, zeigt eine aktuelle Auswertung des Energieanbieters Tibber: Haushalte mit E-Auto, Smart-Meter und dynamischem Stromtarif konnten sich im März weitgehend gegen den Preisanstieg abschirmen. Im Schnitt zahlten sie nur rund drei Prozent mehr als noch im Februar – bei einem gleichzeitigen Anstieg bei Strom-Neuverträgen um etwa 15 Prozent.
Besonders auffällig ist das obere Viertel der Tibber-Kund:innen, das sein Ladeverhalten am stärksten an die veränderte Preissituation angepasst hat. Diese Gruppe zahlte pro Kilowattstunde im Schnitt sogar knapp sieben Prozent weniger als im Vormonat. Der Mechanismus dahinter ist vergleichsweise simpel: Smart Charging verschiebt den Ladevorgang des E-Autos automatisiert in die Stunden mit den niedrigsten Börsenpreisen.
Konkret bedeutet das laut Tibber-Analyse eine deutliche Verschiebung der Ladezeiten. Zwischen vier und sechs Uhr morgens stieg die Lade-Aktivität der Kund:innen merklich an, während in den Abendstunden weniger geladen wurde als noch im Februar. Auf diese Weise ließen sich die Preisspitzen des Tages gezielt umgehen.
Den Unterschied zum klassischen Festpreistarif macht die Struktur des dynamischen Modells: Der Preis pro Kilowattstunde ändert sich viertelstündlich, basierend auf den Werten der europäischen Strombörse EPEX. Dort ist Strom in der Regel dann besonders günstig, wenn ein hohes Angebot an Wind- oder Sonnenenergie auf den Markt trifft. Wer einen Fixtarif neu abschließt, zahlt dagegen dauerhaft auf dem gestiegenen Preisniveau.
Tibber-Mitgründer und CEO Edgeir Aksnes ordnet die Ergebnisse mit Blick auf die größeren Zusammenhänge ein: „Die neue Energiewelt aus dynamischen Stromtarifen und flexiblem Verbrauch beweist ihre Resilienz gegen Energiekrisen.“ Gleichzeitig betont er, dass die steigenden Strompreise in Deutschland größtenteils dem gestiegenen Gaspreis geschuldet seien. „Die aktuelle Krise zeigt erneut: Gas für die Stromversorgung ist nicht die Lösung.“
Smarte Zähler als Voraussetzung – und Engpass
Voraussetzung für die Nutzung dynamischer Tarife ist ein intelligentes Messsystem, ein sogenannter Smart-Meter. Deren Verbreitung in Deutschland bleibt allerdings überschaubar. Zum Stichtag 31. Dezember 2025 waren smarte Zähler in lediglich 5,5 Prozent aller deutschen Haushalte verbaut. Selbst bei Haushalten mit steuerbarer Verbrauchseinrichtung – also etwa mit E-Auto, Heimspeicher oder Wärmepumpe – lag die Quote bei nur 23,3 Prozent.
Aksnes zieht den Vergleich zu Skandinavien, wo die Ausgangslage eine grundlegend andere ist: „In Norwegen nutzen 93 Prozent aller Haushalte einen volldynamischen Tarif.“ Dort verfügten bereits sämtliche Haushalte über einen Smart-Meter, was eine breite Verlagerung des Verbrauchs in günstigere und grünere Stunden ermögliche. Für Deutschland fordert der Tibber-CEO ein entschiedeneres Tempo beim Smart-Meter-Rollout: „Es wird Zeit, dass die deutsche Regierung den Smart-Meter-Rollout entschlossen beschleunigt und zur Priorität macht.“
Vor dem Hintergrund steigender Sprit- und Strompreise verzeichnen E-Autos und Photovoltaikanlagen in Deutschland derzeit eine verstärkte Nachfrage. Die Tibber-Auswertung liefert dafür ein konkretes Argument: Wer Elektromobilität mit intelligentem Energiemanagement kombiniert, kann geopolitisch bedingte Preisschwankungen nicht nur abfedern, sondern unter Umständen sogar davon profitieren.
Quelle: Tibber – Pressemitteilung per Mail








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